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Sport in der Prignitz

23. November 2017 | 18:06 Uhr

Marco, bleib bei deinen Leisten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Box-Weltmeister Huck verteidigt Titel im Cruisgewicht gegen Italiener Larghetti und sollte sich Gewichtsklassenwechsel gut überlegen

von
erstellt am 31.Aug.2014 | 18:46 Uhr

Bum, Gong und der Italiener Mirko Larghetti lag exakt mit dem Schluss der zwölften Runde auf den Brettern. Weltmeister Marco Huck wurde von 5200 Fans in Halle/Westfalen gefeiert. Er verteidigte den WBO-Cruisergewichtstitel zum 13. Mal. Das ist Gewichtsklassenrekord. Den absoluten Rekord hält weiter Sven Ottke. Der Mittelgewichtler verteidigte 22 Mal seinen WM-Titel von zwei Verbänden.

Da der Italiener Larghetti erst mit dem Schlussgong in den Ringstaub sank, ließ Ringrichter Jack Reiss (USA) den Niederschlag nicht mehr gelten. Marco Huck verließ deshalb als einstimmiger Punktsieger den Ring. Das muss aber nicht so bleiben: Wie Promotor Kalle Sauerland gestern erklärte, prüft die WBO als Internationaler Verband mit Zeitlupenaufnahmen noch einmal den Verlauf der letzten 30 Sekunden des 41. Profikampfes von Marco Huck.


Trainer hat den Gegner nicht so stark erwartet


Trainer Ulli Wegner konnte mit dem Ergebnis leben: „Es war ein knapper Fight. Ich hatte den Italiener so stark nicht erwartet. Man hat gesehen, dass er eine starke Amateurausbildung absolviert hat. Am Ende war es ein klarer Sieg. Marco konnte wegen seiner gebrochenen Hand ein halbes Jahr nicht boxen. Aus dieser Sicht boxte er super.“

In den ersten drei Runden knurrte Wegner allerdings in der Ringecke: „Marco wollte seinen Fans unbedingt etwas Besonderes bieten. Er versuchte es deshalb mit der Brechstange, um ein Knockout anzubringen. Erst als er die Führhand öfter einsetzte, gestaltete er den Kampf nach meinen Wünschen.“

Marco Huck gestand in der Freude über den erneuten Titelgewinn: „Larghetti hat mir alles abverlangt. Ich wollte in den ersten drei Runden eine Entscheidung erzwingen. Es hat leider nicht geklappt. Der Italiener zeigte mir aber auch, dass die Luft um meinen WM-Gürtel herum ganz schön dünn ist. Du musst immer hundert Prozent fit und konzentriert sein, wenn du weiter der Champ sein willst.“

Ringarzt Prof. Dr. Walter Wagner wollte Larghetti nach dem schweren Niederschlag zur Untersuchung in die Klinik bringen. Der Mann aus der Toskana lehnte ab. „Nicht so schlimm“, meinte er. Dabei hätte sich jeder Normalo nach solchen Prügeln für mehrere Tage auf dem Krankenbett niedergelassen. Nicht so Mirko.


Viele Glückwünsche zu beherztem Kampf


Am nächsten Morgen um 9 Uhr saß er bereits im Hotel in Bielefeld, plauderte mit seinem Trainer und telefonierte ständig mit Italien. Offensichtlich erhielt er aus der Heimat viele Glückwünsche zu dem beherzten Kampf, denn das Grazie oder Mille Grazie drang mehrfach durch den Raum.

Diese Situation zeigt auch, dass der Italo-Profi ein zäher Brocken war. Vielleicht ein Zeichen dafür, dass sich Marco Huck die Pläne, ins Schwergewicht zu wechseln, noch einmal durch den Kopf gehen lassen sollte. Huck tönte zwar: „Ich will die Besten der Welt boxen. Dabei ist es mir egal, ob ich im Cruiser- oder Schwergewicht antrete.“

Der Berliner mit serbischen Wurzeln spricht da große Worte gelassen aus. Im Cruisergewicht kann er als König der Schlagkraft glänzen. „Im Schwergewicht sieht das anders aus. Da sind die Gegner um die zwei Meter und 30 Kilo schwerer. Fast alle schweren Jungs haben eine gewaltige Schlagkraft“, warnt Ex-Weltmeister Sven Ottke.

Und wenn man bei den schweren Jungs zwei, drei Kämpfe verliert, schrumpft ein Profi ganz schnell zu einem Vorprogramm-Darsteller.


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