Sport und Verband : LSB verschiebt Beitragszahlung

Übungsleiter-Lizenzen können während der Corona-Krise auch ohne vollständigen Fortbildungsnachweis verlängert werden.
Übungsleiter-Lizenzen können während der Corona-Krise auch ohne vollständigen Fortbildungsnachweis verlängert werden.

Brandenburger Vereine müssen statt zum 1. April erst zum 1. Juli ihre Mitgliedsbeiträge entrichten

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01. April 2020, 20:41 Uhr

Der Sportbetrieb ruht. Die Punktspielsaison ist derzeit in einigen Ballsportarten zum Teil ausgesetzt, in einigen anderen auch schon für beendet erklärt. Training findet nicht statt. Das gilt auch für Mitgliederversammlungen. Es häufen sich die Fragen in Bezug auf Vorstandswahlen, Mitgliedsbeiträge oder auch die Verlängerung von Übungsleiterlizenzen. Der Landessportbund (LSB) Brandenburg hat ein umfangreiches Infopaket geschnürt, das sich unter anderem auch mit diesen Themen beschäftigt.

Die neueste Nachricht vom LSB ist eine gute: Der Landessportbund verschafft seinen Sportvereinen in Zeiten der Corona-Krise eine finanzielle Entspannung. Die jährlichen Beitragszahlungen von 8 Euro pro Vereinsmitglied, die im April fällig gewesen wären, werden auf den 1. Juli 2020 verschoben. Die Förderfähigkeit ist bis dahin trotz nicht erfolgter Beitragszahlung weiter gegeben. „Die aktuelle Krise stellt viele unserer Sportvereine unverschuldet und unvorbereitet vor finanzielle Herausforderungen. Deshalb hat der LSB beschlossen, die Einzüge und Rechnungen für die Mitgliedsbeiträge mit einem Gesamtvolumen von über 2,8 Millionen Euro erst einmal auszusetzen und um rund drei Monate zu verschieben. So wollen wir die aktuelle Liquidität der Vereine für notwendige und ungeplante Kosten verbessern“, erklärte der LSB-Vorstandsvorsitzende Andreas Gerlach in einer Mitteilung.

Die Beitragszahlung ermöglicht den Sportvereinen unter anderem die Förderwürdigkeit sowie die Durchführung des Trainings- und Wettkampfbetriebs. Wer also Fördermittel, wie beispielsweise die Vereinsförderung, erhalten will, muss zunächst seinen Beitrag zahlen. Durch die Beiträge sichert der LSB die Kofinanzierung für die Landesmittel, die unmittelbar den Vereinen, Verbänden sowie Stadt- und Kreissportbünden zur Verfügung gestellt werden. Außerdem sind sie wichtige Voraussetzung, um den Sportbetrieb überhaupt durchführen zu können. Denn der LSB übernimmt für seine Mitglieder unter anderem die notwendige Haftpflicht- und Unfallversicherung, die Beiträge zur Verwaltungs- und Berufsgenossenschaft, den DOSB-Beitrag sowie die Gema-Gebühren gemäß Rahmenvertrag.


Vereinsmitglieder müssen Beitrag zahlen

Eine häufig gestellte Frage ist: Kann ich als Vereinsmitglied meinen Beitrag zurückfordern, wenn kein Training stattfindet? Der LSB gibt darauf eine klare Antwort: Nein. Der Mitgliedsbeitrag ist nicht gekoppelt an die Verpflichtung zur Erbringung konkreter Sportangebote. Es handelt sich bei der Mitgliedschaft in einem Verein um ein Personenrechtsverhältnis, mit dem keine konkreten Einzelleistungen eines Vereins abgegolten werden. Dem Verein werden durch die Mitgliedsbeiträge die finanziellen Mittel zur Verwirklichung des Vereinszweckes zur Verfügung gestellt.


Wahlen per Video, Fax oder E-Mail möglich

Bezüglich der Mitgliederversammlung und Vorstandswahlen in einem Verein gilt eine Neuregelung: „Im Rahmen des Gesetzentwurfes zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie…wurde unter anderem eine Ausnahmeregelung aufgenommen, mit der Vereine auch dann Beschlüsse fassen können, wenn in ihrer Satzung keine Möglichkeiten für Videokonferenzen oder andere virtuelle Sitzungen vorgesehen sind. Damit können Mitgliederversammlungen, Entlastungen und Wahlen auch in Zeiten der Corona-Krise durchgeführt werden. Auch Abstimmungen per E-Mail und Fax werden ermöglicht. Die Neuregelungen sind bis zum 31. Dezember 2021 befristet“, heißt es auf der LSB-Homepage.

Eine Entlastung gibt es für Trainer und Übungsleiter. Normalerweise erfordert eine DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund)-Lizenzverlängerung das Absolvieren von Fortbildungen im Mindestumfang von 15 Lerneinheiten innerhalb des Gültigkeitszeitraumes. Aber Lehrgänge mussten abgesagt bzw. verschoben werden. Dadurch ist es Übungsleiterinnen und -leitern derzeit nicht möglich, den geforderten Mindestumfang nachzuweisen.


Lizenzverlängerung erleichtert

Deshalb können gültige DOSB-Lizenzen, die im Jahr 2020 auslaufen würden, während der Corona-Krise auch ohne vollständigen Fortbildungsnachweis um maximal 12 Monate verlängert werden. Die Europäische Sportakademie Land Brandenburg, die die Bildung im Sportland verantwortet, bittet jedoch um Verständnis dafür, dass dies nicht pauschal bei allen Lizenzen möglich ist. Die Verlängerung der DOSB-Lizenzen erfolgt frühestens in den letzten drei Monaten vor Ablauf.

Nachfragen kamen auch zum Thema Sponsoring. Hier gilt laut LSB-Info: Entfällt die Pflicht zur Leistung (hier Werbeleistung), dann entfällt auch die Pflicht zur Gegenleistung. Bereits vereinnahmte Sponsoringgelder sind – gegebenenfalls anteilig – zurückzuzahlen. Aufgrund der außergewöhnlichen Situation sollten die Vereinsverantwortlichen auf die Sponsoren zugehen und um Entgegenkommen werben. Werden die Veranstaltungen nachgeholt, bleibt es bei der Leistungserbringung durch den Verein und es besteht keine Notwendigkeit, vereinnahmte Sponsoringgelder zurückzuzahlen.

Was passiert mit Vereinen, die für die Nutzung von Sportstätten Miete, Pacht oder Erbpacht bezahlen? Die haben laut LSB weiterhin die Miete, Pacht oder Erbpacht zu leisten, auch wenn die Einnahmen wegfallen. Die wirtschaftliche Situation des Pächters entbindet nicht von der Zahlungspflicht. Dieser allgemeine Grundsatz wird durch die Corona-Pandemie nicht außer Kraft gesetzt.

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