Fussball-leckerbissen in der Rolandstadt : Lok hält morgen in Perleberg

Die Leipziger Sascha Pfeffer (vorn, Nummer 23) und David Urban bejubeln mit ihren Mitspielern ein Tor in der Regionalligapartie gegen den FSV Luckenwalde.
Die Leipziger Sascha Pfeffer (vorn, Nummer 23) und David Urban bejubeln mit ihren Mitspielern ein Tor in der Regionalligapartie gegen den FSV Luckenwalde.

Leipziger Regionalligafußballer absolvieren Freundschaftsspiel beim SSV Einheit

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10. September 2020, 21:00 Uhr

Viel mehr Tradition geht eigentlich nicht. Der Nachfolgeverein eines Urgesteins der deutschen Fußballhistorie kommt nach Perleberg. Am morgigen Samstag um 14 Uhr absolviert Regionalligist 1. FC Lokomotive Leipzig im Friedrich-Ludwig-Jahnsportpark ein Freundschaftsspiel gegen die Elf des SSV Einheit. Für die Perleberger auch ein kleines nachträgliches Geburtstagsgeschenk, denn der Verein feierte Anfang September sein 70-jähriges Bestehen.

Die Fäden, damit es zu dieser Partie kommt, zog Thomas Becken von der Eisenbahngesellschaft Potsdam (EPG). Das Unternehmen, für das auch der Perleberger Spieler Christian Becken arbeitet, sponsert sowohl den 1. FC Lok Leipzig als auch die Einheit-Kicker. Der Termin war schnell gefunden: In Sachsen steht am Wochenende – wie in Brandenburg – der Landespokal auf dem Plan. Die Leipziger steigen aber dort erst später in den Wettbewerb ein, die Perleberger sind hier bereits ausgeschieden.

In die Regionalligasaison 2020/21 ist die Lok-Elf mit zehn Punkten aus den ersten fünf Spielen gestartet. Beinahe hätten die Probstheidaer den Sprung in die 3. Liga geschafft, doch sie scheiterten Ende Juni als Meister der Regionalliga Nordost 2019/20 nach der Quotientenregel dann in zwei Relegationsspielen am SC Verl (2:2 und 1:1). Das Team aus Westfalen stieg dank der mehr erzielten Auswärtstore auf.

Im aktuellen Lok-Kader findet sich ein bekannter Name: Zak Paulo Piplica. Der 18-Jährige Verteidiger ist der Sohn von Ex-Bundesligaspieler Tomislav Piplica. Der Vater genießt Kult-Status. Der Torhüter absolvierte zwischen 1998 und 2007 für Energie Cottbus 248 Spiele in der Bundesliga und 2. Liga.

Zu den Stützen der Leipziger zählt auch Sascha Pfeffer. Einst bei Dynamo Dresden, kam der 33-jährige Mittelfeld-Routinier über die Stationen Chemnitzer FC und Hallescher FC im Sommer 2017 zu Lok. Neu im Angriff ist Tom Nattermann, zuvor Torjäger beim SV Babelsberg 03. Von dort kam auch der neue Trainer Almedin Civa.

Der Vorgängerverein des 1. FC Lok, der VfB Leipzig, gewann am 31. Mai 1903 durch einen 7:2-Endspielsieg gegen den DFC Prag die Deutsche Meisterschaft und hielt als erster Verein in der DFB-Geschichte den Siegerpokal Victoria in den Händen. Insgesamt holte der VfB drei Titel.

Zu DDR-Zeiten sicherte sich der 1. FC Lok in den Jahren 1976, 1981, 1986 und 1987 den FDGB-Pokal und stand 1987 im Finale des Europapokals der Pokalsieger (0:1 gegen Ajax Amsterdam). Nach der Wende wurde der Verein 1991 in VfB Leipzig umbenannt. In der Saison 1993/94 spielte der Club in der Bundesliga, stieg aber sofort wieder ab. Es folgte der Sturz bis in die Oberliga und 2004 die Insolvenz sowie die Auflösung des Vereins. Die erste Männermannschaft wurde aufgelöst. Die erfolgreichen Nachwuchsmannschaften und die Fußballerinnen (2. Frauen-Bundesliga), die alle in ihren Spielklassen verblieben, wurden vom neugegründeten 1. FC Lokomotive Leipzig übernommen.

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