zur Navigation springen

Handball : Letzte Viertelstunde macht Mut

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Desolate Vorstellung der Perleberger Verbandsliga-Handballer über 45 Minuten beim 30:41 (10:16) gegen den Grünheider SV II

von
erstellt am 20.Okt.2014 | 10:41 Uhr

Die Verbandsliga-Herren des SV Blau-Weiß Perleberg entwickeln sich zum Sorgenkind des Prignitzer Handballs. Anstatt des ersten fest eingeplanten Sieges verloren sie nach schwacher Vorstellung in der Rolandhalle gegen den Grünheider SV II deutlich mit 30:41 (10:16) und zieren mit jetzt 0:10 Punkten weiter das Tabellenende.

Nach den 60 Minuten feierten die Gäste ihren Auswärtssieg, die Perleberger hingegen saßen demoralisiert in der Halle. Auch die Zuschauer wirkten geschockt. „Wir sind über das Spiel und über das Ergebnis sehr enttäuscht. Wir müssen uns den Zuschauern gegenüber schon fast entschuldigen“, sagte der Perleberger Trainer Jörg Domagala gestern mit ein wenig Abstand.

Dabei herrschte vor der Partie so etwas wie Aufbruchsstimmung im Lager der Blau-Weißen. Das Team präsentierte sich in neuen Trikots, Torwart Stephan Schubert unterstützte als Coach Jörg Domagala auf der Bank und Mirko Helmdach kehrte in das Perleberger Team zurück. Alles Signale in Richtung erster Saisonsieg standen auf grün.

Aber es kam anders. Wollte die Mannschaft vielleicht zu viel? War der Druck zu groß? „Natürlich hast du nach 0:8 Punkten schon etwas Druck. Aber das war es nicht. Das fing schon damit an, dass wir im allerersten Angriff eine hundertprozentige Chance vergeben haben“, antwortete Domagala. Und das setzte sich leider fort. Die Zahl der ausgelassenen Gelegenheiten dürfte das Dutzend locker überschritten haben. Außerdem leisteten sich die Gastgeber eine Menge Ballverluste nach technischen Fehlern. Die gar nicht einmal so überragenden Gäste nutzten das konsequent. Über 2:2, 4:8, 7:9 und 8:12 erarbeitete sich die Grünheider Reserve eine 10:16-Pausenführung.

Es gab Zeiten, da kam eine Perleberger Mannschaft bei so einem Rückstand aus der Kabine und legte eine furiose Aufholjagd hin. Diesmal nicht. Es gab weiter Abspielfehler und große Lücken in der Abwehr. Dafür wurden sie jetzt gnadenlos bestraft. Aus dem 10:16 wurde mit einem 4:14-Lauf der Gäste ein 14:30. Nach 15 Minuten bahnte sich ein Debakel an.

Erst jetzt ging so etwas wie ein Ruck durch das Perleberger Team. Klar, Grünheide II schaltete im Gefühl des sicheren Vorsprungs auch einen Gang zurück, aber zumindest im Angriff der Blau-Weißen herrschte etwas mehr Konzentration und Entschlossenheit. Marcel Domagala, Sören Dieme und Mirko Helmdach, die 17 der 20 Tore der Prignitzer nach der Pause erzielten, setzten dem drohenden Debakel etwas entgegen. Nun waren es die Gastgeber, die mit einem 12:6-Lauf zum 26:36 das Ergebnis erträglicher gestalteten.

Für eine Wende in dieser Partie war es natürlich zu spät. Die Grünheider verwalteten ihren Vorsprung, nur zweimal betrug er in der Schlussphase weniger als zehn Tore (29:38, 30:39). Dann konnten sie feiern. Zunächst den 40. Treffer, dessen Schütze der Mannschaft zwei Kästen Bier ausgeben muss, später den ungefährdeten Sieg.

„Die letzten 15 Minuten waren nicht schlecht. Aber insgesamt war das nichts. Beim hohen Rückstand hat sich die Mannschaft aufgegeben. Wir haben zwar noch 30 Tore geworfen, aber 41 Gegentreffer sind schlecht. Unsere Abwehrleistung war auch nicht gut. Die Außen waren zu weit weg von ihren Gegenspielern, die konnten auf den Außenpositionen mit uns machen was sie wollten. Und leider haben beide Torhüter bei uns auch nicht überragend gehalten“, analysierte Jörg Domagala die bitteren 60 Minuten.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen