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„Kühler Kopf und heißes Herz“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Interview mit Amadeus Wallschläger (FSV Union Fürstenwalde) und Uwe Möhrle (Energie Cottbus) vor dem Landespokalfinale

von
erstellt am 06.Mai.2015 | 10:04 Uhr

Das Fußball-Landespokalfinale ist in aller Munde. Am heutigen Mittwoch um 18 Uhr erwartet Oberliga-Vertreter FSV Union Fürstenwalde in der heimischen S-OS-Arena den Drittligisten Energie Cottbus. Uwe Wuttke sprach mit den Mannschaftskapitänen Amadeus Wallschläger (Fürstenwalde) und Uwe Möhrle (Cottbus) über die Partie.

Die Generalprobe ist Ihren beiden Teams mit dem 3:3 in Unterhaching bzw. dem 0:3 gegen Hansa Rostock II etwas misslungen. Hatten Sie die Pokalpartie schon im Hinterkopf?

Amadeus Wallschläger: Das Spiel ist eher unglücklich gelaufen. Aber einer verpatzten Generalprobe folgt hoffentlich eine erfolgreiche Premiere. Uwe Möhrle: Nein, der Trainer hat es gut beschrieben. In Unterhaching gab es bei uns viel Licht und Schatten. Bei der engen Personallage bei uns mit vier A-Jugendlichen dort ein 3:3 zu holen, ist in Ordnung. Wir haben nur in der Defensive zu viele Fehler gemacht.

Besteht die Gefahr, dass Cottbus den unterklassigen Gegner unterschätzt?

Möhrle: Dass Thema können wir abhaken. Wir haben den gesamten Wettbewerb extrem ernst genommen, stehen im Finale. Wir wissen, um was es geht. Die Hoffnung, dass wir jemanden unterschätzen, braucht sich keiner zu machen.
Es geht auch um den Einzug in die 1. Runde um den DFB-Pokal und rund 140 000 Euro. Was bedeutet das Finale für den Verein und die Mannschaft?

Wallschläger: Ich denke, der Verein hofft, sich vor einer großen Zuschauerkulisse als guter Gastgeber zu präsentieren. Auch finanziell ist das Spiel ja lukrativ, wenn das Ziel mit dem Einzug in den DFB-Pokal gelingt. Für unsere junge Mannschaft ist das ein Erlebnis. Ich weiß gar nicht, ob überhaupt schon mal jemand außer mir in einem Pokalfinale oder DFB-Pokal gestanden hat.

Möhrle: Für den Verein ist das mit Blick auf die nächste Saison eine extrem wichtige Partie. Wir haben als Mannschaft ja das Spiel im August gegen den HSV im Hinterkopf, wo das Stadion voll war, und wir erst im Elfmeterschießen rausgeflogen sind. Das sind immer Highlights in der Saison.
Herr Wallschläger, welche Erwartungen hegt Ihr Team?

Wallschläger: Das Finale haben wir uns erarbeitet, und wir haben im Pokal in dieser Saison kein einziges Gegentor bekommen. Das muss man erst einmal schaffen. Die Tagesform wird entscheiden. Wir freuen uns auf das Spiel, für viele wird es eine Herausforderung, sich mit vermeintlich besseren zu messen. Dann kann man auch mal sehen, wo man steht.
Ist es von Vorteil, dass viele Spieler im Fürstenwalder Kader in Cottbus fußballerisch ausgebildet worden sind?

Wallschläger: Für die, die in Cottbus waren, ist das sicher ein extra Motivationsschub. Wichtig ist aber, dass man in so einem Spiel nicht überdreht. Kühler Kopf und heißes Herz, das wird wichtig sein.
Wo liegt aus Ihrer jeweiligen Sicht der Schlüssel zum Erfolg im Finale?

Möhrle: In der vergangenen Runde haben wir schon gegen defensiv eingestellte Mannschaften gespielt. Für uns ist wichtig, nicht den Gegner als Maßstab zu nehmen, sondern immer unsere eigene Leistung. So werden wir auch vorbereitet. Das ist unsere Stärke.

Wallschläger: Unser Trainer hat einen ganz schönen Satz gesagt: ,Wenn wir mit Cottbus in einer Liga spielen, würden wir wahrscheinlich 99 von 100 Spielen verlieren, und einmal gewinnen‘. Das sollte dann diesmal sein. Ich habe früher mal DFB-Pokal gespielt mit Jena und als Drittligist einen Bundesligisten rausgehauen. Da muss halt vieles passen, und vieles darf beim Gegner nicht stimmen.

Die äußeren Gegebenheiten sind in Fürstenwalde nicht einfach, mit einem kleinen, welligen Spielfeld. Ist das ein Vorteil für Fürstenwalde?Wallschläger: Dass wir zu Hause spielen, ist schon ein Vorteil. Wir kennen den Platz. Grundsätzlich ist Cottbus aber eine Mannschaft mit Qualität, dritte Liga ist Profisport. Wir hoffen natürlich, dass sie nicht so gut damit zurechtkommen, aber ich gehe nicht davon aus. Aber wir können auf dem kleinen Platz kompakt stehen, das kommt uns zugute.

Möhrle: Wir kennen die Verhältnisse nicht so ganz. Aber darauf werden wir uns einstellen und damit zurechtkommen.

Eine große Kulisse wird erwartet, steigt der Druck bei zwei jungen Mannschaften? Möhrle: Für uns sicher kein Problem. In der Liga sind die Zuschauerzahlen noch größer.

Wallschläger: Ich bin selbst gespannt, aber das ist noch einmal ein Motivationsschub, auch wenn sicher viele Cottbuser Fans kommen werden und fast eine Heimspiel-Atmosphäre produzieren können. Aber für uns ist Spiel das i-Tüpfelchen einer guten Saison und eine Art Belohnung. Ich würde auch unsere Fans bitten, 90 Minuten Gas zu geben und uns positiv zu unterstützen.



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