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Fussball : In der Rückrunde neben der Spur

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Perleberger Landesliga-Fußballer schaffen als Neuling den Klassenerhalt

von
erstellt am 11.Jul.2015 | 06:05 Uhr

Vor einer Woche begannen die Kicker des SSV Einheit Perleberg mit der Vorbereitung auf die neue Saison. Grund genug für den „Prignitzer“, noch einmal auf die vergangene Spielserie der Rolandstädter, die mit dem angestrebten Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga Nord endete, zurückzublicken.

Am Ende wurde es noch einmal eng. Nach der mehr als passablen Hinrunde (20 Punkte und Rang acht) fand Einheit in der zweiten Halbserie nicht mehr richtig in die Spur und geriet fast folgerichtig noch in den Abstiegsstrudel. Gerade einmal einen Sieg (4:1 am letzten Spieltag daheim gegen die Falkenthaler Füchse), fünf Unentschieden, neun Niederlagen und insgesamt acht magere Pünktchen brachten die Männer um Kapitän Matthias Steffen in die Wertung. Mit 28 Punkten und einem Torverhältnis von 36:76 landete der Aufsteiger schließlich auf dem 14. Tabellenrang..

„Es war eine schwierige Saison mit Höhen und Tiefen“, zieht Frank Plokarz, der sein Amt mittlerweile an die gleichberechtigt als Trainer fungierenden Bodo Mönke und André Schutta weitergegeben hat und sich nun hauptsächlich wieder seinem Posten als Abteilungsleiter beim SSV widmet, sein Fazit. „In der ersten Halbserie haben wir die Leistungen noch in Punkte umgesetzt, waren gut im Geschäft. Warum es nach der Winterpause nicht mehr so rund lief, dafür habe ich auch keine richtige Erklärung.“

Nach Meinung des Einheit-Verantwortlichen leistete sich das Team wie beim blamablen 0:6 bei Absteiger Templin oder in Schönwalde (1:5) zwar „unerklärliche Ausreißer“, war sonst aber „nicht durchgängig schlecht. Einige Dinge haben halt nicht wie gewünscht gefruchtet.“ Die mangelnde Trainingsbeteiligung bei einigen Akteuren, Spielsperren und Verletzungen trugen ebenso zur fehlenden Konstanz bei.
Zudem fehlte mit dem auf Grund seiner Knieverletzung ausgefallenen Christian Becken „ein in der Spieleröffnung wichtiger Mann.“

Dies bestätigen die nackten Zahlen. Mit 36 Treffern waren die Perleberger vor dem gegnerischen Tor das harmloseste der 16 Teams in der Staffel Nord. Dass es in der Landesliga anders läuft, musste auch Björn Bauersfeld erfahren. Der Angreifer, in der Vorsaison noch Torschützenkönig der Landesklasse West, traf eine Liga höher nur noch sechs Mal. Besser im Einheit-Dress war da nur Martin Behrend, der acht Treffer markierte, sich dabei vor allem als sicherer Elfmeterschütze (fünf Treffer bei fünf Versuchen) präsentierte. „Allerdings hätte ich mir von Martin einen größeren Sprung erwartet“, so Plokarz.

Auch im Defensivbereich sprechen die Zahlen gegen die Perleberger. Mit 76 kassierten sie die drittmeisten Gegentore. Nur Absteiger Templin (112) und Borgsdorf (77) rangieren in dieser Rubrik noch vor den Rolandstädtern. Trotzdem verteidigt Plokarz sein Team. „Für den Kader, den wir haben, war es das richtige System. Der Coach ließ mit Libero Frank Neumann („Er hat eine gute Saison gespielt.“) und zwei Sechsern (Stefan Fliege, Sebastian Holtz) agieren. Auf die im modernen Fußball praktizierte Viererkette verzichtet der SSV-Coach. „Dafür muss man erst einmal die richtigen Spieler haben“, so Plokarz, der trotz der Negativserie in der zweiten Halbserie seinem Team ein Kompliment machte: „ Die Kameradschaft war bis zuletzt immer intakt.“

Auf die meisten Punktspieleinsätze kamen William Richart und Veit Gerigk (beide 29) sowie Martin Behrend und Matthias Steffen (beide 28). Insgesamt setzte Trainer Plokarz 23 Spieler ein.

Stolz können die Perleberger auf ihre Fans sein. Zu den 15 Heimspielen kamen 1898 zahlende Zuschauer (Schnitt: 126). Dies bedeutete Rang vier in der Publikumsgunst hinter dem FSV Bernau (2474), Klosterfelde (2316) und Einheit Bernau (1968).

„Ich hoffe, der Klassenerhalt war keine Eintagsfliege. Wenn ich aber höre, wie die Teams im Berliner Speckgürtel mit Geld für Spieler umher werfen, wird mir doch anders“, blickt Frank Plokarz auf die kommende Serie. Neben dem neuen Trainerduo gibt es auch Veränderungen im Kader. So wird Oliver Schumann den Landesligisten nach nur einer Saison wieder verlassen. Die Routiniers Matthias Steffen und Frank Neumann wollen künftig kürzer treten und nur noch als „Stand-by-Spieler“ agieren.

Neu im Team ist Lukasz Polak, der zusammen mit Trainersohn Florian Mönke vom SV Blau-Weiß Polz zu Einheit wechselt. Vor allem Polak könnte die erhoffte Verstärkung in der Offensive werden. Der Pole wurde in der vergangenen Saison mit 22 Treffern Torschützenkönig der mecklenburgischen Landesliga West. Aus den eigenen Reihen werden Anton Zaak und Tristan Balk in den Kader aufrücken. „Und man muss auch Denny Feilke dazurechnen, der nach seiner langen Verletzungspause noch einmal angreifen will“, freut sich Frank Plokarz auf den Defensivallrounder.  

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