„Es hat Spass gemacht“ : Im Sport 50 Jahre fast überall an Bord

Eine der letzten Amtshandlungen von Klaus Fritz: Als Spielleiter der Altherren übergibt er am 7. Juni in Hoppenrade den Kreispokal an Ingo Dallmann, Kapitän des Siegerteams vom Pritzwalker FHV 03.
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Eine der letzten Amtshandlungen von Klaus Fritz: Als Spielleiter der Altherren übergibt er am 7. Juni in Hoppenrade den Kreispokal an Ingo Dallmann, Kapitän des Siegerteams vom Pritzwalker FHV 03.

Der trainierende, richtende und schreibende Staffelleiter Klaus Fritz zieht sich von seinen Ämtern im Fußballkreis zurück

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26. Juli 2014, 09:43 Uhr

„Wenn ich gefragt werde, helfe ich gerne.“ Dieser Satz könnte das Lebensmotto von Klaus Fritz sein. Er hat viel geholfen. Vor allem im Sport. Und nicht nur in einer Sportart. Jetzt zieht er sich zurück. Mit dem Ende des ehemaligen Fußballkreises Prignitz (FKP) legte der Perleberger seine Ämter nieder.

Rund 50 Jahre spielte der Sport eine große Rolle im Leben von Klaus J. Fritz. Das „J.“ steht für Jürgen, angesprochen haben ihn alle nur mit Klaus. Geboren in Pommern, führte ihn das Ende des Krieges Richtung Westen. Die letzte Station war Perleberg. Der heranwachsende spielte Fußball und hatte leichtathletisches Talent. Klaus Fritz schaffte es zur Deutschen Hochschule für Körperkultur nach Leipzig, schloss dort sein Studium ab.

Auf die Zeit als aktiver Fußballer folgte die des Trainers bei Einheit Perleberg. Dort setzte ihn eine Erkrankung außer Gefecht. „Und dann kommst du wieder und merkst, du kommst nicht mehr an“, erklärt Klaus Fritz seinen Wechsel zur Polizei und damit als Trainer zum Trainingszentrum (TZ) der Leichtathleten. „Da hattest du den Druck, dass du Talente delegieren musstest. Aber das hat überwiegend geklappt. Es gab in Perleberg gute Leichtathleten wie die Olympiateilnehmerin Heilweg Winkler oder Jürgen Utikal. Es hat Spaß gemacht“, erzählt Klaus Fritz.

Bis zur Wende blieb er Trainer (saß auch im Fachausschuss Leichtathletik), danach machte er eine Ausbildung im Polizeidienst. Aber die Sportfreunde fragten weiter und Klaus Fritz half. Ehrenamtlich. Beim SSV Einheit, teilweise als Abteilungsleiter der Fußballer. „Da gab es schöne Veranstaltungen. Zum Beispiel 1999 die Partie der Perleberger Altherren gegen die Uwe-Seeler-Traditionself“, erinnert er sich.

Zu dieser Zeit hatte der Polizist Fritz längst andere Ehrenämter übernommen. Im 1992 gegründeten Fußballkreis Prignitz. Trafen sich zu DDR-Zeiten die Betriebsauswahlmannschaften alle 14 Tage zum sportlichen Vergleich, wurde jetzt ein Altherren-Spielbetrieb ins Leben gerufen. Staffelleiter: Klaus Fritz. Bis zum Ende der Saison 2013/ 14. „Zunächst waren es nur fünf Mannschaften. Mit dem Zusammenschluss mit dem Kreis Pritzwalk wurden es mehr. Und durch den damaligen FKP-Vorsitzenden Manfred Hohn kam alles in geregelte Bahnen“, sagt der ehemalige Staffelleiter. Neben den Altherren war er bis Ende der vergangenen Serie für die Kreispokalwettbewerbe der Herren und Altherren zuständig. Dazu half er bei vielen Schulsportveranstaltungen oder unterstützte die Einheit-Leichtathleten bei Sportfesten im Jahnsportpark als Stadionsprecher.

Außerdem saß der Perleberger als Beisitzer im Sportgericht des FKP. Was dort geurteilt wurde, fasste Klaus Fritz in auch für den Laien verständliche Worte zusammen und bediente damit die Tageszeitungen. Auch mit Berichten von Spielen aus dem Fußballkreis. „Nebenbei war ich ein ehrenamtlicher Volkskorrespondent, habe damals schon zusammen mit Dieter Ewert über Leichtathletik berichtet“, sagt unser Kollege mit dem Kürzel „klaf“.

Vor sechs Jahren, mit 65, wollte sich Klaus Fritz eigentlich zurückziehen. Es fand sich kein Nachfolger. „Aber jetzt war mit der Umgestaltung des Fußballkreises der richtige Anlass dazu“, meint der 71-Jährige. Sein Nachfolger bei den Altherren ist Dieter Puhle.

Was nimmt Klaus Fritz aus all den Jahren mit? „Die zum Teil unterschiedliche Anerkennung der ehrenamtlichen Tätigkeit. Für einen Großteil ist das doch Normalität. Deshalb habe ich mich so über die Auszeichnung mit dem DFB-Ehrenamtspreis gefreut. Wir waren mit Partnern nach Potsdam eingeladen. Und dann sieht deine Frau auch mal, dass sie deine Arbeit anerkennen“, antwortet er. Und da gibt es noch die Kartenspielrunde: „Früher haben wir am Dienstag nach dem Training Karten gespielt. Das hat sich bis heute gehalten.“

Wer Klaus Fritz kennt, der weiß, dass das „Wenn ich gefragt werde, helfe ich gerne“ auch in Zukunft weiter zutreffen wird. Und die Vereine oder Sportinstitutionen wären gut beraten, seine Hilfe anzunehmen…

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