Schulsportberater im Landkreis Prignitz : Grundschulen machen Hoffnung

Schulsportberater Frank Dannehl bei einem Leichtathletik-Wettkampf im Wittenberger Ernst-Thälmann-Stadion.
Schulsportberater Frank Dannehl bei einem Leichtathletik-Wettkampf im Wittenberger Ernst-Thälmann-Stadion.

Schulsportberater und DFB-Stützpunkttrainer Frank Dannehl zieht Bilanz des Schuljahres / Neue Aufgabe Schulschwimmzentrum

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01. Juli 2019, 23:13 Uhr

Ferienzeit – Das bedeutet für Frank Dannehl, Schulsportberater im Landkreis Prignitz, auf das vergangene Schuljahr zurückzublicken. Stärken und Schwächen des Schulsports und der Organisation zu analysieren. Darüber hinaus gilt es für den Sportlehrer mit verkürzter Stundenzahl an der Freiherr von Rochow-Oberschule in Pritzwalk und dem Stützpunkttrainer des Deutschen Fußballbundes (DFB) in Perleberg auch, neue Projekte mit anzuschieben und aufzubauen. In diesem Fall das Schulschwimmzentrum. Über all diese Themen sprach „Prignitzer“-Redakteur Oliver Knoll mit dem Fußball- und Sportlehrer.

Schulsport ist in erster Linie der Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“. Im vergangenen Jahr gab es da im Bereich des Schulamts Neuruppin 54 Veranstaltungen mit rund 4000 Kindern. „Davon 17 mit rund 2000 Schülern bei uns in der Prignitz“, sagt Frank Dannehl. Was die Beteiligung betrifft, freut ihn besonders „der Zuwachs von 120 Teilnehmern beim Grundschulsportfest und die mehr als 400 Starter beim Crosslauf in Pritzwalk“.

Die sportliche Bilanz beginnt mit der Leichtathletik. Hier bereitet die Wettkampfklasse II (Jahrgänge 2002 bis 2004) etwas Sorgen. Im Moment sieht Dannehl keine Schule, die das Landesfinale erreichen könnte. Anders dagegen bei der WK IV. „An der Geschwister-Scholl-Schule in Perleberg und der Grundschule Karstädt wird gute Arbeit geleistet. Da habe ich Hoffnung, dass diese Schulen mal das Landesfinale in Löwenberg erreichen“, kommt hier ein Lob.

Zufrieden war Dannehl mit dem Abschneiden der Fußballer und Tischtennisspieler. Letztgenannte erreichten beim Landesfinale in Michendorf zwei mal Rang fünf. Dagegen hat ihn die Nichtteilnahme von Schwimmteams enttäuscht. „Die Begründung lautete, die Schulen kriegen keine Mannschaft zusammen. Das bedauere ich sehr“, erzählt der 58-Jährige. Im Handball sieht er gute Ansätze, im Volleyball weniger. Denn: „So lange die Vereine nichts machen, bleibt es hier beim Schulvolleyball“, sieht er die Prignitzer Teams dann im Vergleich mit anderen Kreisen chancenlos.

Das Beste hat sich Frank Dannehl bis zum Schluss aufgehoben. Im September fährt ein Team zum Bundesfinale. Die Hockeyspieler des Pritzwalker Gymnasiums haben in der WK II das Landesfinale gewonnen und reisen nach Berlin. Und in der WK IV stand das Team der Freien Schule Baek im Landesfinale.

Neben dem Schulsport liegt dem Fußballer Dannehl sicher der DFB-Stützpunkt sehr am Herzen. Unter seiner Leitung trainieren 45 Kinder in Perleberg und in der Außenstelle Putlitz. Dritter Teil dieser Kooperation ist die Freiherr von Rochow-Oberschule. Dort wurde jetzt der 5. Lehrgang zum Junior Coach – eine Art Vorstufe der C-Lizenz beendet. Der Stützpunkt hat gerade Sommerpause. Am 12. August geht es wieder los.

„Len Koch ist ist Februar zur Sportschule nach Frankfurt/ Oder gegangen. Damit haben wir die Auflage erfüllt und der DFB-Stützpunkt in Perleberg bleibt bis 2024 erhalten“, erzählt Frank Dannehl, der bei der Arbeit sehr von Markus Carl und Jürgen Kramer unterstützt wird. Freude bereitet auch ein weibliches Talent: Emily Jane Karger wechselt von Einheit Perleberg zum 1. FC Union Berlin. Dort spielt sie bei den B-Juniorinnen in der Bundesliga und besucht künftig die Eliteschule in Flatow. Viel Potential sieht Stützpunktleiter Dannehl auch bei Gustav Kirbach, Niklas Pankow oder Hans Zander.

Sehr erfolgreich verlief bislang immer der Sepp Herberger-Tag in Karstädt. Das Turnier der Grundschulen hat sich etabliert. Sieht auch der Fußball-Landesverband in Cottbus so. Künftig ist der Herberger-Tag in Karstädt die einzige Veranstaltung dieser Art im Land Brandenburg.

Im August wartet auf den Schulsportberater eine neue Aufgabe. In der Prignitzer Badewelt in Wittenberge wird das Schulschwimmzentrum Prignitz eröffnet. „Das Ministerium will die Schwimmfähigkeit vor allem der Kinder verbessern. Deshalb gibt es die Vorgabe, dass jeder Landkreis ein Schulschwimmzentrum haben muss“, erläutert Frank Dannehl. Er wird die Leitung übernehmen und mit den Sportlehrern der Grundschulen zusammenarbeiten. An acht Stunden in der Woche die Fähigkeiten der Drittklässler verbessern. „Wir wollen versuchen, dass die Kinder das Schwimmabzeichen in Bronze ablegen und eine zweite Schwimmart lernen“, sagt er.

Wenn das neue Schuljahr beginnt, kommen auch bald die ersten Wettkämpfe. Dann kann sich Dannehl wieder auf seine „alte Garde“ mit Klaus Fritz, Dieter Ewert, Manfred Pelen, Dietrich Böwe und Jürgen Kramer, die ihn seit Jahren unterstützen, verlassen. Und geht es mal um die ein oder andere finanzielle Hilfe, dann weiß der Schulsportberater und DFB-Stützpunkttrainer die V+R-Bank an seiner Seite.

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