Fussball : Glaube an Fortsetzung schwindet

Das Warten geht weiter. Die Fußballer in der Prignitz – hier eine Szene aus dem Kreisliga-Spiel zwischen dem BSV Veritas Wittenberge (M.) und dem SVP Bad Wilsnack/Legde – würden möglichst schnell wieder gern kicken. Denn die Zeit bis zum jetzt festgelegten Saisonende am 30. Juni ist nicht mehr lang.
Das Warten geht weiter. Die Fußballer in der Prignitz – hier eine Szene aus dem Kreisliga-Spiel zwischen dem BSV Veritas Wittenberge (M.) und dem SVP Bad Wilsnack/Legde – würden möglichst schnell wieder gern kicken. Denn die Zeit bis zum jetzt festgelegten Saisonende am 30. Juni ist nicht mehr lang.

Prignitzer Kicker können sich Beendigung der Saison zum 30. Juni schwer vorstellen

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10. April 2020, 19:39 Uhr

Mit seiner Entscheidung, die Saison 2019/20 nach dem Ergebnis der Umfrage unter den Vereinen nicht über den 30. Juni 2020 hinaus zu verlängern (siehe gestrige Ausgabe), hat der Fußball Landesverband Brandenburg (FLB) Fakten geschaffen. Alles weitere hängt nun davon ab, wann das Leder wieder rollen kann. In den vergangenen Tagen wurde ab und zu der 15. Mai ins Spiel gebracht. Bis zum 30. Juni blieben dann sieben Wochenenden. Eines davon ist Pfingsten, dort wäre ein Doppelspieltag möglich. Dazu käme noch Himmelfahrt (21. Mai). Das wären neun Termine. In einigen Spielklassen des Fußballkreises Prignitz-Ruppin (FKPR) gibt es Mannschaften, die müssen noch 13 Begegnungen austragen. Das würde Nachholspiele unter der Woche bedeuten. Eventuell auch zwei Spiele an einem Wochenende. Oder vielleicht doch die Saison abbrechen? „Der Prignitzer“ hörte sich bei den Vereinen im Kreis um.

„Wir als Vorstand sind klar für einen Abbruch der Saison. Aus Fairnessgründen sollte man alle an einen Tisch holen, um über Auf- und Abstieg oder alles auf Null zu setzen zu entscheiden“, sagte Kenny Stibbe vom West-Kreisligisten Reckenziner SV. Ähnlich sieht es Ingo Stadler, Abteilungsleiter beim SV Blau-Weiß Lenzen: „Die Situation ist nicht leicht. Aber geht man davon aus, dass noch 13 Spiele ausstehen und wir noch nicht wissen, wann es überhaupt wieder weitergeht, ist die einzige Option die Saison zu annullieren. Wir haben uns bei der Umfrage durch den Fußballverband Brandenburg als Verein jedenfalls dafür ausgesprochen. Im Juni haben die ersten Spieler schon Urlaub und im Juli gehen die Ferien los, so dass es bestimmt Personalnotstand in allen Vereinen gibt. Desweiteren spielen wir dann vielleicht vor leeren Rängen, so dass wir dann auf den Schierikosten sitzen bleiben. Bis jetzt haben wir ja keine finanziellen Einbußen. Es ist insgesamt schade, aber wohl das einzig Vernünftige in dieser Situation.“

Dieser Meinung schließt sich auch Sven Möller an. „Es kann für mich nichts anderes geben, als die komplette Saison zu annullieren, da keiner weiß, wann es weitergeht und es eigentlich unmöglich ist, alle Spiele nachzuholen. An erster Stelle steht momentan nicht der Fußball, sondern die Genesung der Öffentlichkeit“, erklärte der Trainer des Kreisoberligisten SC Hertha Karstädt.

Christian Hoppe, Spielertrainer des Karstädter Ligarivalen SV Eiche 05 Weisen, blickt bei einer möglichen Annullierung auf die Tabelle, gibt aber der Gesundheit absolut den Vorrang. „Das ist natürlich eine schwierige Frage. Ich denke, Platz vier bis 14 sind natürlich dafür, dass man einfach wieder bei Null anfängt. Für uns ist es natürlich bitter, wenn man als Tabellenzweiter mit einem Punkt und einem Spiel weniger als der MSV Neuruppin II noch mal von vorne beginnt. Aber an erster Stelle steht nun mal die Gesundheit von jedem Einzelnen und die muss für alle zu 100 Prozent gegeben sein. Der Fußballkreis muss entscheiden, was für alle das Beste ist und wie es weitergeht“, sagte er.

Noch einmal in die Kreisliga: Stephan Michelis vom SV Prignitz Bad Wilsnack/Legde ist „gespannt, wann es wieder losgeht. Das Treffen mit den Mitspielern beim Training oder die Punktspiele vermisse ich schon. Wir haben noch 13 Partien zu absolvieren. Das halte ich bis zum 30. Juni für nicht realistisch. Wir können auch unter der Woche nicht spielen, weil wir da viel zu wenig Leute haben“, erzählte er.

Gefordert ist jetzt auch der FKPR. Er muss möglichst schnell eine Art Terminplan bis zum 30. Juni aus dem Hut zaubern. Das ist schwer, zumal der FKPR ebenfalls nicht weiß, wann es denn wieder losgeht. Das will wiederum der FLB mindestens 14 Tage vorher ankündigen. Es läuft scheinbar doch viel auf eine Annullierung der Saison hinaus.

Für den Fall hat sich der FKPR schon Gedanken gemacht. In Person von Thomas Leitert. „Es wird bei uns keine Ungerechtigkeiten in Sachen Abstieg geben“, erklärte der Spielausschussvorsitzende gegenüber der Fußball-Plattform fupa.net. Heißt: Es gibt keine Absteiger. Denn: „Wir können keine Mannschaften bestrafen, die sich sportlich noch hätten retten können.“ Leitert sieht die bewusst gewählte Staffelstärke von 14 Teams als großes Plus für die Planungen hinsichtlich der neuen Saison an. „Dann stocken wir eben auf, spielen auch mit 16er-Staffeln. Wir können danach immer noch wieder reduzieren“, lautete sein Vorschlag.


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