Tischtennis : Gastgeber-Duo erreicht Finale

Karl Winter und Joachim Schulz bildeten die Mannschaft mit dem höchsten Altersschnitt. Sie erhielte urige Pokale.
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Karl Winter und Joachim Schulz bildeten die Mannschaft mit dem höchsten Altersschnitt. Sie erhielte urige Pokale.

SV Perleberg 1994 feiert 25 Jahre mit stimmungsvollem Jubiläumsturnier

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20. August 2019, 23:48 Uhr

„Wenn mir einer heute Mittag gesagt hätte, dass wir das Finale erreichen würden, hätte ich ihn ausgelacht…“, sagte der strahlende Michel Schwarz, der immer noch ungläubig den Kopf schüttelte. Das Perleberger Duo Bahl/ Schwarz hatte die Vorrunde nur mit Gruppenplatz drei abgeschlossen, erreichte aber später das Endspiel.

Aber der Reihe nach: 64 Tischtennisspieler nahmen in 32 Teams das Zweier-Mannschaftsturnier des SV Perleberg 1994 anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Vereins in Angriff. Darunter alte Kämpen, die schon in den SVP-Gründerjahren hier erfolgreich Turniere bestritten, wie etwa Karl Winter (77 Jahre), Joachim Schulz (64/beide MTV Dannenberg) oder Erich Wieblitz (SFV Nordprignitz), mit 79 Jahren ältester Teilnehmer. Ein bunt gemischtes Starterfeld, in dem auch zwei junge Frauen dabei waren. Zwölf Jugendliche – vor allem SVPer – trugen die Nachwuchskonkurrenz aus.

Die beiden Spieler jeder Mannschaft hatten mindestens zwei Einzel und ein Doppel auszutragen. Mit drei Siegen gewann man eine Begegnung.

Kleiner Wermutstropfen: Gerade aus der Prignitz waren nur wenige Teilnehmer am Start. Die Kreismeisterschaften am kommenden Wochenende, zwei Turniere innerhalb von acht Tagen, erschien vielen wohl als zu große Belastung.

Beim Jubiläumsturnier in der Rolandhalle blieben Überraschungen nicht aus: In Gruppe A belegten die Perleberger Luong Duc Thang und Jonas Talkowski überraschend Platz zwei. Jonas, ein 13-jähriges Ferienkind aus Bayern, besiegte fast sensationell Routinier und Favorit Eberhard Hübner (TSG Ludwigslust). Für Hübner und seinen Partner bedeutete das das Turnier-Aus.

Aus Gastgebersicht erreichten in Gruppe B die Perleberger Klaus Hampicke und Harald Hoffmann Platz zwei und kamen sicher weiter, während in der starken Gruppe F Mario Bahl und Michel Schwarz Glück im Unglück hatten, sich trotz Rang drei ins Achtelfinale retteten. Talkowski/Thang schieden hier aus, während Hampicke/Hoffmann und Bahl/Schwarz weiter kamen. Leider trafen beide Teams im Viertelfinale aufeinander. Dabei hatten Bahl/Schwarz mit 3:0 das bessere Ende für sich.

Im spannenden Halbfinale mussten sich Bahl/Schwarz mit Hagemann/Wernicke (SFV Nordprignitz) messen. Von der Erfahrung her waren die Ludwigsluster im Vorteil, zumal Hagemann mit seinem unkonventionellen, hektischen Stil „gewöhnungsbedürftig“ ist. Das erfuhr auch Bahl, der dem Mecklenburger unterlag. Der junge Schwarz griff respektlos gegen Wernicke an und siegte klar. Das Doppel gewannen die SVPer ebenfalls, so dass Bahls Erfolg gegen Wernicke den Einzug ins Finale bedeutete.

Die tapfer kämpfenden Rüdiger Knöpfel (Groß Pankow) und Marco Kreibich (Stepenitz) standen in ihrem Halbfinale gegen die Neustädter Tischtennislegende Norbert Großmann („Noppen-Norbert“) und Heiko Schulze auf verlorenem Posten, verloren 3:0. Mit dem gleichen Ergebnis siegten die Turnierfavoriten im Finale gegen Bahl/ Schwarz, die trotz der erwarteten Niederlage das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekamen. Knöpfel/Kreibich gewannen das Spiel um Platz 3 gegen Hagemann/Wernicke. Als um 21.30 Uhr die Siegerehrung stattfand, reckten sechs strahlende Männer die „Pötte“ in die Höhe.

Die Nachwuchskonkurrenz gewannen die Perleberger Favoriten Fynn/Motzkus/Malte Basner verlustpunktfrei vor ihren Mannschaftskameraden Linus Kautz/Finn Basner (8:2 Punkte) und Oliver Nürnberg/ Steven Marquardt (6:4). Die Dannenberger Jungen Lukas Herrmann und Anthony Kaye kamen auf den vierten Platz.

Karl Winter und Joachim Schulz wurden „Die reifsten Aufschläger“ des Turniers, also die Mannschaft mit dem höchsten Altersschnitt. Sie erhielte urige Pokale.

Turnier und Modus kamen an. Das sportliche Niveau war gut. Die Turnierleitung mit Karsten Brauer und Erik Klan sorgte für einen unaufgeregten und zügigen Verlauf. Die Verpflegung durch Schüler der 12. Klasse des Perleberger Gymnasiums stimmte. Der Wunsch, in „dieser tollen Halle, bei guter Stimmung und spannenden Spielen“ sich im nächsten Jahr wiederzutreffen, wurde von mehreren Sportlern geäußert.

Am Sonntag gab es den Schlusspunkt unter ein gelungenes Tischtennis- Wochenende. Das „Schnuppermobil“ des Deutschen Tischtennisbundes gastierte in Perleberg. Training an der Ballmaschine, Geschwindigkeitskontrolle mal ganz anders: Christian Tesche, Spieler der 1. Herrenmannschaft, schoss den Ball mit fast 80 km/h auf den Tisch, andere Spieler standen ihm nicht viel nach. Dieter Thies und die ihn unterstützenden Vereinskollegen des SV Perleberg zeigten sich sehr angetan vom Auftritt der „Profis“ aus Frankfurt am Main und ihrer Technik.


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