Fragen an : Fußballherz mit Händchen

Ein Bild mit Symbolcharakter: Jens Bartkowiak fühlt sich Wittenberger und der Elbe sehr verbunden. Über die Elbbrücke im Hintergrund kommt er zu den Spielen “seines“ 1. FC Magdeburg.
Ein Bild mit Symbolcharakter: Jens Bartkowiak fühlt sich Wittenberger und der Elbe sehr verbunden. Über die Elbbrücke im Hintergrund kommt er zu den Spielen “seines“ 1. FC Magdeburg.

Jens Bartkowiak war mal Strafstoßkönig, spielt gern Tennis und würde gern einmal mit Trainer-Legende Otto Rehhagel über Fußball philosophieren

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04. Juli 2015, 09:49 Uhr

Der Fußball in Wittenberge ist in den vergangenen drei Jahrzehnten eng mit dem Namen Jens Bartkowiak verbunden. Der 41-jährige, stets zuverlässige Defensivspieler hat Höhen und Tiefen der Vereine in der Elbestadt erlebt. Nach 35 Jahren auf dem Rasen beendete „Hobschi“, so sein Spitzname, am Ende der gerade abgelaufenen Saison seine aktive Karriere. Für den „Prignitzer“ Grund genug, dem Physiotherapeuten, der auch ein guter Tennisspieler ist, zum Teil leicht in Richtung Fußball gehende abgewandelte Fragen zu stellen. Am Ende wurden es gar 21…

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in Wittenberge?
Wittenberge ist sicher an der Elbe am Schönsten, aber ich bin aus Zeitgründen selten dort.
Was würden Sie als Bürgermeister in der Stadt sofort rückgängig machen?
Die Krankenhausentscheidung gegen Wittenberge in den 90er Jahren. Obwohl die sicher nicht allein im Wirkungsbereich des Bürgermeisters lag.
Wo kann man Sie in Wittenberge am ehesten antreffen?
Wer mich sucht findet mich ganz bestimmt auf dem Fußballplatz oder der Tennisanlage, die echt schön gelegen ist und um die uns sogar viele Berliner Vereine bei ihren Spielen hier beneiden.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mein erster Trainer Hermann Köll hat mit uns nach dem Training oft den Strafstoßkönig ausgeschossen. Der Sieger hat eine Mark bekommen, die haben wir auf dem Rückweg bei unserem Stammbäcker umgesetzt.
Hätten Sie mit Fußballspielen Geld verdient, wofür hätten Sie es ausgegeben?
So was entscheiden ja bei Fußballprofis oft Spielerfrauen. Ich hätte versucht nicht durchzudrehen, es möglichst keinem Berater hinterherzuwerfen und relativ sicher anzulegen.
Was würden Sie gerne können?
Trotz meines musikalischen Vaters hab ich es nicht hinbekommen, ein Instrument zu lernen.
Was stört Sie an anderen?
Unzuverlässigkeit
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Auf unserer letzten Auswärtsfahrt nach Potsdam mit unserer Mannschaft. Trotz Niederlage war es ein toller Abschluss der Saison und superlustig, so wie ich in den vergangenen zwei Jahren mit dieser jungen Mannschaft immer viel Spaß hatte und mich deshalb freue, dem Team auch nach meiner aktiven Zeit verbunden zu bleiben.
Was Unvernünftiges haben Sie zuletzt getan?
Ab und an parke ich falsch und werde gelegentlich geblitzt.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Meine ersten Fußballhelden als Kind waren Kalle Rummenigge und Toni Schumacher, wegen Boris Becker hab ich mit Tennisspielen angefangen und bin nachts zu seinen Spielen aufgestanden. Irgendwann braucht man dann keine Helden mehr.
Welches Buch lesen Sie gerade?
„Sieben Tränen muss ein Clubfan weinen“ von Annett Gröschner über den 1.FC Magdeburg, neben Werder Bremen schon seit meiner Kindheit mein Lieblingsverein und nach 25 Jahren endlich im Profifußball angekommen. Und die Autobiographie des Monty Python-Gründers John Cleese „Wo war ich nochmal“.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Früher hab ich wirklich jedes Fußballspiel geschaut. Es gibt wirklich wenige Sportarten die mich nicht interessieren und die ich mir nicht im Fernsehen anschaue, das Liveerlebnis ziehe ich trotzdem vor
Wo trifft man Sie eher: Im Magdeburger oder im Bremer Stadion?
Aufgrund der Nähe bin ich sicher öfter in Magdeburg. Ich habe schon in beiden Stadien tolle Spiele gesehen, zuletzt im Mai in Magdeburg das emotionale Aufstiegsspiel gegen Kickers Offenbach, in dem der FCM den Grundstein für den Drittligaaufstieg gelegt hat.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Durch meinen Beruf und den Sport treffe ich oft interessante Menschen. Wenn ich es mir aussuchen könnte dann vielleicht Otto Rehhagel, den ehemaligen Bremer Meistertrainer, mit dem man bestimmt toll über Fußball philosophieren könnte.
Kochen Sie selbst und was kommt bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?
Kochen würde ich es nicht nennen, aber Nudeln bekomme sogar ich hin.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Bei meiner Oma in Treuenbrietzen gab es eine Mitropa-Gaststätte mit einer alten Musikbox, da hab ich das Lied „Schmidtchen Schleicher“ rauf und runter und mit wachsender Begeisterung gehört.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Anlässlich meines letzten Spiels hab ich von unserem Trainer Swen Bober und der Mannschaft ein eigenes Lied, gesungen von Sven Wendelmuth, geschenkt bekommen. Das war ein unglaublich schönes Ende meiner aktiven Zeit.

…und an welches Spiel erinnern Sie sich noch besonders?

Natürlich an die Begegnung gegen Bayern München im September 1997. Drei Tage vorher hatte ich meine Ausbildung zum Physiotherapeuten bestanden, es war eine sensationelle Woche. Das Gefühl, vor 7 500 Zuschauern mit Fußballern wie Lothar Mathäus, Mehmed Scholl oder Giovanne Elber aufzulaufen und dann nach 45 Sekunden auch noch in Führung zu gehen, war unglaublich. Auch wenn wir am Ende natürlich noch ziemlich deutlich und standesgemäß verloren haben.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Höherklassigen Fußball in Wittenberge erleben und daran mitzuwirken
Was werden Sie als Rentner machen?
Wenn ich meine letzte Renteninformation richtig deute, dann werde ich sicherlich arbeiten.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?

Da fällt mir natürlich spontan mein bester Freund und unser Trainer Swen Bober ein. Wir haben schon als Kinder gemeinsam auf dem Bolzplatz gespielt, die besseren Zeiten von Veritas erlebt und es wäre schön, wir könnten gemeinsam noch etwas mit „seinen“ Jungs erreichen.








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