Wittenberger Sport 2013 : Engagement, Fleiß und Erfahrung

Grund zum Jubeln hatten in der jüngeren Vergangenheit so einige Sportler aus Wittenberger Vereinen. Stellvertretend dafür hier die Fußballer des Landesklasse-Tabellenführers FSV Veritas nach dem Sieg im Derby gegen Weisen.
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Grund zum Jubeln hatten in der jüngeren Vergangenheit so einige Sportler aus Wittenberger Vereinen. Stellvertretend dafür hier die Fußballer des Landesklasse-Tabellenführers FSV Veritas nach dem Sieg im Derby gegen Weisen.

Der Wittenberger Sport verzeichnete im Jahr 2013 viele Erfolge / Ursachenforschung mit Bürgermeister und KSB-Geschäftsführer.

svz.de von
20. Dezember 2013, 22:55 Uhr

„Viele sagen, in Wittenberge ist nichts mehr los. Aber wenn ich gerade in diesem Jahr auf den Sport blicke, dann läuft es gut hier und es gibt Erfolge.“ Mit diesen Worten trat ein Wittenberger Tischtennisspieler am vergangenen Wochenende am Rande des Heinz Günther-Gedächtnisturnieres an uns heran. Und machte uns neugierig. Die Fakten und Zahlen liefern uns die Sportler selbst, über die Hintergründe und Ursachen fragte „Der Prignitzer“ beim Bürgermeister Dr. Oliver Hermann und bei Holger Lattorff, Geschäftsführer des Kreissportbundes Prignitz nach.

Die Fußballer des FSV Veritas Wittenberge-Breese stehen nach der Hinrunde an der Tabellenspitze der Landesklasse West. Die E-Junioren des Vereins spielen in der Landesliga oben mit. Die Handballer des PHC Wittenberge haben den Aufstieg in die höchste Liga des Landes Brandenburg geschafft und machen dort als Neuling keine schlechte Figur. Was beide Vereine darüber hinaus geschafft haben: Sie locken Zuschauer ins Stadion oder in die Halle. Vor allem der FSV Veritas verzeichnet einen steigenden Besucherschnitt im Ernst-Thälmann-Stadion, die OSZ-Halle ist bei Heimspielen der Handballer stets gut gefüllt.

Die Schwimmer des SC Delphin Wittenberge – ob Nachwuchs oder Masters – haben eine erstaunliche Entwicklung genommen. Das drückt sich in Titeln oder Medaillen bei großen nationalen Wettkämpfen aus. Bei der Schützengilde Wittenberge gibt es derzeit ein starkes Nachwuchsteam. Aus dessen Reihen kam mit Lucas Nicolai wieder ein Deutscher Meister. Die Leichtathletik-Talente des ESV Wittenberge sind fester Bestandteil einer starken LG Prignitz.

Die Liste lässt sich fortsetzen. Die Ringer des ESV Wittenberge bringen mit bescheidenen Mitteln, aber mit viel Ehrgeiz und Training immer wieder starke Talente hervor oder finden Anerkennung als Ausrichter von überregionalen Turnieren. Nicht zu vergessen die Rock’n’Roll-Tänzer aus dem Wittenberger Tanzcentrum, die mittlerweile die deutschen Farben auf internationalen Turnieren vertreten.

Ein Zusammentreffen mehrerer glücklicher Zufälle? Jahrhunderttalente? Oder das Resultat harter Trainingsarbeit? Vielleicht gibt es ja noch andere Gründe, die dem Wittenberger Sport – der auch durchaus Problemfelder hat, zum Beispiel Volleyball – zu diesem derzeit guten Erscheinungsbild verholfen haben.

„Es spielen mehrere Faktoren eine Rolle, vor allem aber das Engagement der Trainer, der Vereinsvorstände und natürlich der Sportler selbst. Sicher ist bei der Talentesuche oder den sportlichen Erfolgen auch immer ein Quäntchen Glück dabei, aber das meiste hängt von einer offensiven und geschickten Arbeit der Verantwortlichen ab, die in Wittenberge häufig über eine große Erfahrung verfügen“, sagte Bürgermeister Dr. Oliver Hermann. Er fügt hinzu: „Dennoch hat man z.B. beim PHC beobachten können, wie schnell Höhen und Tiefen wechseln: Erst die Besinnung auf die eigene Kraft, auf das eigene Team brachte den neuerlichen Durchbruch zum Erfolg“.

Eine große Rolle spielen seiner Meinung nach auch die Anlagen: „Wichtig ist es darüber hinaus, dass der Sport in guten Sportstätten durchgeführt werden kann. Wir bemühen uns daher sehr, unsere städtischen Sportanlagen in Schuss zu halten, sei es nun die Schwimmhalle, das Thälmann-Stadion oder die jüngsten Baumaßnahmen in der Allende-Halle“. Doch der Bürgermeister denkt auch an den Breitensport. „Erfolgreicher Sport in Wittenberge ist aber nicht nur auf Medaillen oder Plätze aus, mittlerweile hat sich eine breite Sportbewegung entwickelt, wo die Menschen einfach Spaß an der Bewegung und am fit sein haben. Auch das sollte nicht vergessen sein und trägt zu der gegenwärtigen guten Situation bei“, erklärte Dr. Oliver Hermann.

Holger Lattorff findet auch, dass es „im Wittenberger Sport im Moment gut aussieht“. Aber der KSB-Geschäftsführer will das nicht unbedingt an großen Namen oder Leistungen festmachen. „Ich habe mehr so ein Faible für Gruppen, die nicht immer auf Seite eins stehen. So bringt zum Beispiel die Laufbewegung in Wittenberge keine Höchstleistung, aber was sie bewegt, das ist klasse. Oder auch die 3000 Schritte für die Gesundheit. Das ist ganz wichtig und die Kameradschaft in dieser Gruppe ist enorm“, sagte er. Sportliche Erfolge oder sportliches Überleben können seiner Meinung nach auch andere Gründe haben: „Was die Wittenberger Tischtennisleute über Jahre geschafft haben und jetzt immer noch das Heinz Günther Gedächtnisturnier ausrichten, das ist der Trainingsarbeit und dem Zusammenhalt in der Truppe geschuldet“.

Beim Brandenburgligisten PHC Wittenberge sorgt „der Trainerstab aus den eigenen Reihen“ für Erfolge und überhaupt sieht er im Handballverein gerade im Nachwuchs jede Menge Potenzial. Das betrifft auch den FSV Veritas. Obwohl es nicht immer leicht ist, die Kinder bei Laune zu halten. Das gelingt nach seiner Ansicht „durch außersportliche Maßnahmen. So wie das Jörg Dittmann bei der Schützengilde macht, wenn er mit seinem Team nach Frankreich fährt“.

Der KSB-Geschäftsführer lobt weiterhin die gute Arbeit der Turngemeinde Wittenberge, der ESV-Ringer, der Delphin-Schwimmer, oder die von „Rand-Wittenbergern“, wie die in Weisen beheimatete Reitgruppe von Andrea Beetz sowie den Behindertensportsektor. Dann begibt er sich nochmal auf Ursachenforschung: „Viele Erfolge hängen auch mit der Kooperation Schule - Verein zusammen. Toll, wie viele Vereine sich da engagieren. Die Turngemeinde Wittenberge hat am Oberstufenzentrum 15- bis 17-jährige angesprochen. Und in Wittenberge, aber eigentlich in der gesamten Prignitz, haben immer mehr Vereine erkannt, wie wichtig Auszeichnungen für das Ehrenamt sind. Das hält Übungsleiter bei der Stange“, sagte Holger Lattorff.



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