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Fussball : Ein unvergesslicher Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Veritas Wittenberge/Breese wirft überraschend Einheit Bernau aus dem Landespokal

Der FSV Veritas Wittenberge/Breese steht überraschend in der 2. Runde des AOK-Fußball-Landespokals. Allerdings verdienten sich die Wittenberger als Außenseiter mit einer kämpferisch und taktisch einwandfreien Leistung diesen 4:3 (3:3; 1:0)-Erfolg gegen den zwei Klassen höher agierenden Brandenburgligisten TSG Einheit Bernau auch.

Wohl selten trafen Floskeln wie „der Pokal hat seine eigenen Gesetze“ oder „der Pokal schreibt Geschichten“ so zu wie am Samstag auf dem Sportplatz in Breese. Es war kein hochklassiges Spiel, hatte aber einen dramatischen Verlauf, 30 Minuten extra, sieben Tore, zwei Ampelkarten und einen vom Verletzungspech gebeutelten Gastgeber, der über sich hinauswuchs.

Nach zehn Minuten traf der Bernauer Julian Graf Veritas-Angreifer Sinan Dabirifard am Knöchel. Dabirifard wurde mit einer Bänderverlezung ins Krankenhaus gebracht und dürfte den Wittenbergern länger fehlen. Sonst tat sich auf dem Rasen nicht viel. Die Platzherren standen und verschoben gut, dem Brandenburgligisten fiel nicht viel ein. Kurz vor der Pause konterte Veritas nach einem Ballgewinn und Geburtstagskind Christian Münster (43.) brachte seine Farben 1:0 in Führung.

Nach dem Wechsel erhöhte Tobias Bober (53.) mit schöner Einzelleistung überlegt auf 2:0. Fast im Gegenzug verkürzte Nicky Ziegler (55.) auf 2:1. Kurz darauf musste Veritas-Torwart Adrien Muxfeld (Verdacht aus Muskelfaserriss) runter. Für ihn kam Jens Bartkowiak, Christian Münster ging zwischen die Pfosten.

Der jetzt erwartete große Druck der Gäste blieb zunächst aus. Im Gegenteil: Marc Michitsch (70.) erhöhte aus kurzer Distanz auf 3:1. Die Pokal-Überraschung schien greifbar. Dann leistete sich der eingewechselte und bereits verwarnte Hans Michael Haase ein Foul an der gegnerischen Eckfahne. Der gut leitende Schiedsrichter Andy Stolz (Pritzwalk) zeigte Gelb-Rot. Erst jetzt drängte Bernau so richtig, zeigte seine beste Phase in der gesamten Partie und rettete sich durch einen Doppelschlag von Hakan Cankaya (86.) und Antrew Lubeka (87.) zum 3:3 in die Verlängerung.

Die leider nur 70 Zuschauern fürchteten jetzt um die Veritas-Elf. Doch die hielt die Partie weiter offen, antwortete auf einen Einheit-Lattentreffer mit einem schönen Solo von Tobias Bober, der den Ball an den Pfosten schlenzte. In der zweiten Hälfte der Verlängerung stoppte der ebenfalls bereits verwarnte Bernauer Kapitän Tom Schneider den Ball mit der Hand. Das bedeutete die gelb-rote Karte. Kurz darauf konnte die Gäste-Abwehr einen Ball nicht entscheidend klären, aus dem Hintergrund traf Tobias Bober (111.) zum entscheidenden 4:3. Diesen Vorsprung rettete Veritas mit letzter Kraft über die Zeit.

„Diesen Geburtstag werde ich wohl nie vergessen. Wir haben gut gestanden und nach dem 3:3 einfach weitergemacht“, sagte Torschütze und Torwart Christian Münster. Glücklich und aufgewühlt präsentierte sich Veritas-Coach Christian Krause. „Es gibt nichts zu sagen, es war alles zu sehen. Nach all dem, was uns in diesem Spiel passiert ist, hatten wir doch in der Verlängerung gar nichts mehr zu verlieren“.  

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erstellt am 13.Aug.2017 | 21:36 Uhr

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