Handball : Ein Abschied von Freunden

Unnachahmlich! Mit solchen Angriffsaktionen begeisterte Florian Maske vier Jahre die Mitspieler, Verantwortlichen und Anhänger des PHC Wittenberge.
Unnachahmlich! Mit solchen Angriffsaktionen begeisterte Florian Maske vier Jahre die Mitspieler, Verantwortlichen und Anhänger des PHC Wittenberge.

Florian Maske verlässt nach vier Jahren die Handballer des PHC Wittenberge / Künftig für SV Mecklenburg Schwerin II aktiv

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25. April 2015, 10:02 Uhr

Die Bitte am Ende des Gesprächs kommt ruhig und unaufdringlich: „Ich möchte mich gern noch bedanken“, sagt Florian Maske. Das ist irgendwie charakteristisch für die vier Jahre, die der Handballer im Trikot des PHC Wittenberge verbracht hat. Ruhig, aber immer mit dem Herzen dabei. Bescheiden. Und dank seiner Schnelligkeit und Technik auch erfolgreich. Das machte den heute 25-jährigen Linkshänder zum Publikumsliebling. Jetzt verlässt er den PHC und zieht im Gespräch mit dem „Prignitzer“ eine Bilanz und gibt einen Ausblick.

Seit 1997 spielt der in Güstrow geborene Florian Maske Handball. Sein Beruf als Schornsteinfeger führt ihn 2011 in die Prignitz. Sein Chef hatte einen Auftrag in Bad Wilsnack angenommen. „Für den Handball bedeutete das, ich musste mich zwischen dem PHC und Blau-Weiß Perleberg entscheiden. Dann habe ich die Homepage beider Vereine gesehen und mich für den PHC entschieden. Und die Mannschaft war auch jünger“, erzählt er. Es folgen erste Schritte unter den Trainern Tonci Druskovic und Boris Linnemann.

Der Durchbruch erfolgt in der Saison 2012/13. Für Florian Maske („Da ist dann der Knoten geplatzt.“), aber auch für das PHC-Team. „Wir sind als Underdog, den vorher keiner auf der Rechnung hatte, Verbandsliga-Meister geworden und in die Brandenburgliga aufgestiegen“, berichtet er von seinem schönsten Erlebnis mit den schwarz-gelben Handballern. Kann der Rechtsaußen diesen Erfolg im Nachhinein erklären? „Einige Spieler hatten den Verein verlassen. Jeder hat für jeden gekämpft. Wir sind zusammengewachsen. Es war eine Geschlossenheit, eine tolle Stimmung. So wie unter Freunden. Und dann waren da auch noch die Fans, die uns immer angefeuert haben“, antwortet Florian Maske, der zu Beginn seiner Laufbahn den damaligen Lemgoer Nationalmannschaftsrechtsaußen Florian Kehrmann als Vorbild hatte.

Zurück zum Florian aus Mecklenburg-Vorpommern. Der wechselt 2013 den Job. Es geht für ihn von Bad Wilsnack nach Schwerin, er bekommt eine Chefin („Die einzige Frau in Mecklenburg-Vorpommern, die das macht“.). Dem PHC bleibt er treu. Fährt jede Woche am Freitag anderthalb Stunden durch die Baustellen der A14 zum Training, bleibt bis nach dem Punktspiel in Wittenberge. Und bleibt auch sportlicher Leistungsträger.

Bei den zahlreichen erfolgreichen Würfen von Florian Maske erklingt die Stimme des jeweiligen PHC-Hallensprechers und würdigt als Torschützen „Henry“ Maske. „Als ich neu war, da nannte mich Tobias Jüchert sofort Henry. Nach dem Boxer Henry Maske“, sagt Florian Maske. Hat das genervt? „Am Anfang schon, später dann nicht mehr“, gibt er als Antwort.

Doch irgendwann wird Florian Maske, der auch sonst in seiner Freizeit gern Sport treibt, die Fahrerei zuviel. Er wechselt zum SV Mecklenburg Schwerin II, der gerade um den Aufstieg in die M-V-Liga spielt. „Irgendwann“, so sagt er, „möchte ich nochmal Oberliga spielen“.

Dann also zu der eingangs erwähnten Bitte. „Ich möchte mich bei den Fans, dem Verein und natürlich beim Team bedanken. Sie haben mich in den vier Jahren sehr unterstützt und motiviert“, sagt er zum Abschied. Ruhig und bescheiden. Ein angenehmer Mensch, ein toller Sportler.

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