Leichtathletik : Duo mit großen Zielen

Die Wurf-Asse Samuel Wolter (M.) und Wilhelm Paproth (l., hier bei der Auszeichnung als Prignitz-Sportler ders Jahres) haben sich mit Trainer Toralf Jastram einiges vorgenommen.
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Die Wurf-Asse Samuel Wolter (M.) und Wilhelm Paproth (l., hier bei der Auszeichnung als Prignitz-Sportler ders Jahres) haben sich mit Trainer Toralf Jastram einiges vorgenommen.

Perleberger Speerwerfer Paproth und Wolter streben auch 2020 weite Würfe an

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11. Dezember 2019, 23:28 Uhr

„Es beginnt alles mit einer ordentlichen Sichtung der Potentiale“, sagt Wurftrainer Toralf Jastram. „Einer der Wege zum Erfolg ist überhaupt zu erfassen, welche talentierten Jugendlichen in unserer Region leben. Von daher ist es umso erstaunlicher, wie viele sehr gute Leichtathleten in der Prignitz aufwachsen. Wir müssen diese Talente nur finden und sind als Trainer hier auf die gute Zusammenarbeit mit den Sportlehrern der Prignitzer Schulen angewiesen“, beschreibt der Coach eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit. Und er fügt hinzu: „Aber ich gestehe, hier gab es schon mal bessere Zeiten. Hinzu kommt, dass den Jugendlichen ein sehr umfangreiches Angebot an Freizeitaktivitäten geboten wird und das World Wide Web und die heutige Technik tun ihr Übriges. So kommen einige mögliche Talente nie zum Sport und genau hier sind wir alle gefordert.“

Eine zutreffende Analyse des Trainers, der momentan die besten Speerwerfer im Kreis unter seinen Fittichen hat. Mit Samuel Wolter stellt der SSV Einheit Perleberg den erfolgreichsten Speerwerfer in der Altersklasse M14 in Deutschland. Mit neuer persönlicher Bestleistung von 54,74m – geworfen im Rahmen der Deutschen Meisterschaften im Block Mehrkampf. Aber es ist nicht nur dieses Resultat, sondern es ist die Beständigkeit der Würfe jenseits der 50 Meter, die den Perleberger auszeichnen.

So bei den Baltic Youth Games in Karlstad in Schweden, wo Samuel Wolter als jüngster Teilnehmer mit 52, 99 m einen sehr guten dritten Platz belegte. Auch der Sieg bei den Berlin-Brandenburger Landesmeisterschaften, Platz drei bei den Norddeutschen Meisterschaften der U16 und die Siege bei den Internationalen Löwenspielen sowie bei weiteren Wettkämpfen gehören dazu.

Das sehr gute Grundlagentraining von Samuel Wolter mit Patrizia Lange und Axel Richert, das spezielle Wurftraining mit Toralf Jastram zahlen sich aus. „Es ist einfach eine geniale Teamarbeit und durch das Engagement aller und den Einsatz von Samuel unterstützt von seinem Bruder Vulkan kommt es zu dieser Entwicklung“, erzählt Jastram. Und Teamarbeit ist sehr wichtig. Insbesondere der „Große“ im Team, gemeint ist Wilhelm Paproth, ist „sehr wichtig für diese Leistungsentwicklung. Samuel schaut sich schon sehr viel bei Wilhelm ab, vor allem wie zielbewusst Wilhelm trainiert“, so der Trainer.

Für Wilhelm Paproth – „Prignitzer Sportler des Jahres 2018“ – lief das Wettkampfjahr alles andere als wie geplant. Bereits kurz nach dem Saisonbeginn – nach sehr intensiver und guter Vorbereitung – gestattete eine hartnäckige Verletzung am rechten Wurfarm fast acht Wochen lang keinerlei Würfe mit dem Speer. Das sehr hoch gesteckte Ziel, die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Berlin, konnte so nicht erreicht werden. Aber Wilhelm Paproth kämpfte weiter und überraschte bei den Norddeutschen Meisterschaften in Hannover als No-Name die Konkurrenz und gewann bei sehr schwierigen Bedingungen den Titel bei den Männern.

Das versöhnliche Saisonende gab es für Paproth bei den Löwenspielen mit neuer persönlicher Bestleistung von 65,02 Metern. Die im Rahmen der Wettkämpfe mehr als 6 000 gefahrenen Kilometer sowie unzählige Stunden aller Beteiligten sind richtig investiert.

Der Blick richtet sich auf die neue Saison. „Wann hat man schon mal zwei Athleten von dieser Klasse, zum selben Zeitpunkt, in einem Verein, und das bei uns in der Prignitz? Ich denke wir haben eine absolute Ausnahmesituation und dieser wollen wir uns stellen. Wir sind bereit. Samuel und Wilhelm wollen 2020 zu den Deutschen Meisterschaften. Nicht nur einfach so teilnehmen, wir wollen etwas ganz Großes leisten. Es wäre fahrlässig im Falle von Samuel, sich nicht bewusst zu machen wo wir stehen und was möglich ist. Wenn es mit Metall um den Hals bei den Deutschen Meisterschaften für Samuel endet, wäre ich nicht überrascht.“

In Zahlen ausgedrückt: Bei Wilhelm Paproth kann der Speer mehr als 73 Meter fliegen, bei Samuel Wolter sind 61 bis 64 Meter durchaus drin. „Dafür trainieren wir schon jetzt sehr, sehr hart“, fügt Jastram hinzu. Und: „Wir möchten uns an dieser Stelle auch bei den Verantwortlichen und dem SSV Einheit Perleberg bedanken, vor allem auch bei allen Sponsoren die uns helfen und Unterstützen. Speerwerfen ist sicher auch nicht die günstigste Disziplin in der Leichtathletik, so ein Speer für Samuel kostet über 500 Euro, bei Wilhelm sind wir dann schon vierstellig. Sollten sich also Unternehmen angesprochen fühlen uns intensiv zu unterstützen, … gerne doch, für Partner im Sport ist immer Platz“ , sagt der Trainer zum Abschluss.

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