Kampfsport : Disziplin, Wille und Vertrauen

„Dynamo Fighting Club“-Trainer Gordon Janz (l.) und sein Schützling Ali Reza Mohammadi, der in Berlin den deutschen Meistertitel bei den Junioren bis 60 kg holte.
„Dynamo Fighting Club“-Trainer Gordon Janz (l.) und sein Schützling Ali Reza Mohammadi, der in Berlin den deutschen Meistertitel bei den Junioren bis 60 kg holte.

Wittenberger „Dynamo Fighting Club“ stellt deutschen Kampfsportmeister

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01. September 2017, 21:59 Uhr

Vor einem Jahr öffnete der „Dynamo Fighting Club“ in der Wittenberger Rathausstraße seine Türen. Die Bilanz des Kampfsportclubs nach zwölf Monaten kann sich sehen lassen: Er stellt mit dem 15-jährigen Ali Reza Mohammadi einen Deutschen Meister in der C-Klasse und hat mit Davood Beheshti und Gastkämpfer Sayed Mustafa Hosseini aus Görlitz zwei Athleten, die den nationalen Vize-Titel holten.

Mixed Martial Arts (MMA) – Das ist eine Zusammenführung sämtlicher Kampfsportarten aus dem Stand und geht über in Duelle am Boden, die vom Ringen oder Judo bekannt sind. Das alles nach strikten Regeln. Die werden von Verbänden herausgegeben. Zum Beispiel von der GAMMAF, der German Amateur MMA Federation. So wird vorgeschrieben, dass ein Athlet, der durch einen Schlag auf den Kopf (ohne Verlust des Bewusstseins) K.o. gegangen ist, eine 30-tägige Wettkampfsperre bekommt. Verbotene Bereiche für Schläge, Kicks und Treffer sind Hinterkopf, kompletter Rückenbereich, Genitalien, Nieren, Füße, Hals sowie Nacken. Dass alle Kämpfer sich sportärztlichen Untersuchungen unterziehen, ist selbstverständlich. Sowohl Profi als auch Amateur brauchen einen Bluttest (HIV, Hepatitis B und C). Dieser darf nicht älter als ein Jahr sein.

Gegründet hat den „Dynamo Fighting Club“ vor einem Jahr Gordon Janz. Mittlerweile trainieren 37 Erwachsene und sechs Kinder im „Gym“, in der kleinen Halle. Von Montag bis Freitag und teilweise auch am Samstag. Der Club finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Geldern von Sponsoren.

„Wir nehmen noch Mitglieder auf. Der Club ist für rund 60 Leute ausgelegt“, sagt Gordon Janz. Der gebürtige Wittenberger, den es nach ein paar Jahren in der Fremde wieder in seine Geburtsstadt zurück zog, schaut aber genau hin, wer beitreten möchte: „Ich erkenne, ob jemand ein Hitzkopf ist. Ich musste auch schon Leute abweisen.“

Denn wie in allen Kampfsportarten ist Disziplin das oberste Gebot. Den Beweis dafür lieferten die von ihm betreuten Athleten. Die ließen sich von unserem Gespräch nicht ablenken, absolvierten ein schweißtreibendes Programm. Immer beobachtet von Gordon Janz. „Neben der Disziplin sind auch Wille, Teamgeist und das Vertrauen zum Trainer sehr wichtig“, erklärt der 37-Jährige. Das Resultat sind sportliche Erfolge, so wie der nationale Titel von Ali Reza Mohammadi.

Wer das Training beobachtet hat das Gefühl, die Aktiven quälen sich gern, präsentieren sich als Team. Das sieht Gordon Janz gern. „Der Club hat mir eine Aufgabe gegeben. Ich war früher auch kein Kind von Traurigkeit. Und es ist wichtig, die jungen Leute von der Straße zu holen“, meint der Coach, der seinen Schützlingen eine kurze Trinkpause gönnt.

Dann geht das Training weiter. Die nächsten Wettkämpfe stehen an. Rathenow, Magdeburg, Luckenwalde und Berlin waren zuvor die Stationen für die Sportler aus dem Gym des „Dynamo Fighting Clubs“. Und geht es nach Gordon Janz, dann wird irgendwann auch eine Kampf-Veranstaltung in Wittenberge stattfinden.

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