zur Navigation springen

Der Weltmeister bändigt die Bestie

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Konzentrierter Jürgen Brähmer hat in Schwerin mit Herausforderer Roberto Bolonti keine Probleme / Kommt Kampf gegen Hopkins?

Am Ende war die argentinische Bestie ganz zahm. Keine Spur mehr von: „Ich werde Brähmer nicht als Champion respektieren und ihm den Titel entreißen“, womit Roberto Bolonti im Vorfeld den Schweriner WM-Kampf vor rund 3800 Zuschauern in der Sport- und Kongresshalle am Samstag gegen Titelträger Jürgen Brähmer angeheizt hatte. Auch von seiner Vorhersage: „Ich bin einfach frischer und nicht so verbraucht wie er. Wenn sich zwischen uns eine wahre Schlacht entwickelt, werden meine Vorteile von Runde zu Runde größer“, blieb im Ring nichts übrig. Wie denn auch? Schlacht ist schließlich, wenn beide schlagen.

Bolonti (bis dato 37 Kämpfe/35 Siege, davon 24 durch K.o.) allerdings brauchte seine eigentliche rechte Schlaghand im Wesentlichen, um seinen Körper zu schützen. Längst nicht immer erfolgreich, denn, „ich habe ihm gezeigt, dass Schläge auf die Leber wehtun, auch wenn man noch so gut vorbereitet ist“, wie Lokalmatador Brähmer nach seinem 44. Sieg (32 K.o.) im 46. Kampf die einseitige Auseinandersetzung zusammenfasste, die die drei Punktrichter mit 118:109 und zweimal 119:108 werteten. Selbst Brähmers stets sehr kritischer Trainer Karsten Röwer hatte nur kurz zu bekritteln: „Jürgen hat sich manchmal zu sehr auf die Halbdistanz eingelassen. Das war nicht nötig.“

Promoter Kalle Sauerland hingegen war hin und weg von seinem Weltmeister, den er überdies noch mit der Ehrenplakette des Europäischen Verbandes EBU als Europas Boxer des Jahres 2013 auszeichnen durfte. „Jürgen wird besser und besser“, schwärmte der Sohn des Profistall-Begründers Wilfried Sauerland. Und der Junior hofft nach dem Kampf gegen den überforderten Bolonti nun auf einen Kampf auf Augenhöhe für Brähmer. Einen gegen Bernard Hopkins, sogenannter Superweltmeister der WBA – dem Verband, in dem Brähmer regulärer Weltmeister ist – und IBF-Champion, beispielsweise. Die Verhandlungen seien angelaufen „und sein Golden-Boy-Stall hat Interesse gezeigt, den Kampf zu machen – in den Staaten. Wir wollen ihn natürlich hier“, so Sauerland. Allerdings habe bei Golden Boy gerade erst Box-Legende Oscar de la Hoya das Ruder übernommen und für die Zeit des Führungswechsels hätten die Gespräche auf Eis gelegen. „Aber wir glauben nach wie vor, dass der Kampf möglich ist und selbst ein Stadion füllen könnte“, sagt Kalle Sauerland.

Sollte Hopkins indes eine Titelvereinigung gegen WBC-Champion Adonis Stevenson (Kan) oder WBO-Weltmeister Sergej Kowaljow (Rus) einem Kampf gegen Brähmer, seinen „Stellvertreter“ in der WBA, vorziehen, hat Sauerland schon Plan B parat: „Das Halbschwergewicht ist ja eine der spannendsten Gewichtsklassen überhaupt. Stevenson ist auch für uns ein interessanter Name. Auch Karo Murat aus unserem eigenen Stall hat Ambitionen angemeldet…“

Hoffen wir auf Hopkins!

zur Startseite

von
erstellt am 09.Jun.2014 | 18:49 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen