Fussball : „Das Halbfinale ist möglich“

Schiedsrichterin Sandra Blumenthal vom Pritzwalker FHV 03, hier mit Assistent Anton Zaak (r.) bei einem Benefizspiel in Wittenberge, leitet seit 2011 Spiele in der Fußball-Bundesliga der Frauen.
Schiedsrichterin Sandra Blumenthal vom Pritzwalker FHV 03, hier mit Assistent Anton Zaak (r.) bei einem Benefizspiel in Wittenberge, leitet seit 2011 Spiele in der Fußball-Bundesliga der Frauen.

Die Pritzwalker Fußballschiedsrichterin Sandra Blumenthal hofft auf ein erfolgreiches Abschneiden des DFB-Teams bei der Frauen-WM

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20. Juni 2015, 05:22 Uhr

Die Pflichtspiele im Fußball sind bis auf wenige Ausnahmen beendet. Zeit für die großen Turniere. In diesem Jahr die Weltmeisterschaft der Frauen in Kanada. Mit einer ambitionierten deutschen Nationalmannschaft. Viele der DFB-Auswahlspielerinnen kennt die Pritzwalker Fußballschiedsrichterin Sandra Blumenthal aus ihren Einsätzen in der Frauen-Bundesliga. „Prignitzer“-Redakteur Oliver Knoll sprach mit ihr über die WM, eine internationale Karriere, Kunstrasen und die Sommerpause.

Sandra, verfolgst du die Weltmeisterschaft?
Sandra Blumenthal: Es ist wieder mal ein fußballerisches Highlight für die deutsche Mannschaft und für unser Schiedsrichterteam um Bibiana Steinhaus. Natürlich hofft man für alle Beteiligten auf ein positives Ereignis. Leider kann ich die WM, durch die sehr späten Anstoßzeiten, nur gering verfolgen. Aber die derzeitige Medienwelt bietet so viele Möglichkeiten, dass wir kaum die Möglichkeit haben nicht nichts zu erfahren.

Wie findest du bislang Stimmung und Niveau dieser Titelkämpfe?

Die Vorrunde hat Deutschland souverän gespielt und geht als Gruppensieger in die nächste Runde der besten Acht. In den anderen Gruppen sieht es sehr eng aus und das spricht doch für bessere Spiele und mehr Niveau. Durch die knappen Ergebnisse wird es spannender und das hebt gleichzeitig die Stimmung bei den Zuschauern an. Die Frauenfußball-Elite ist zu den Jahren davor viel enger zusammengerückt.

Was erwartest du vom DFB-Team?
Die Erwartungen werden immer viel zu hoch gesteckt. Speziell nach der Gruppenphase sollte man von Spiel zu Spiel denken. Für die DFB-Elf ist das Halbfinale möglich, aber es ist ein Turnier auf Augenhöhe und dadurch ein sehr schwer zu realisierendes Ziel.
Pfeift auch eine deutsche Schiedsrichterin?
Ja, es ist unsere Topschiedsrichterin Bibiana Steinhaus und ihre Assistentinnen Kathrin Rafalski und Marina Wozniak. Alle drei sind schon sehr lange dabei und sind bei internationalen Turnieren ein festes Team. Jedes halbe Jahr können wir unsere Erfahrungen auf dem DFB Stützpunkttreffen austauschen.

Hast du selbst noch Ambitionen auf eine internationale Karriere?
In der letzten Saison musste ich einer anderen Schiedsrichterin den Vortritt lassen, was mich aber nicht davon abbringt, weiterhin daran zu arbeiten.
Was hältst du von einer Weltmeisterschaft auf Kunstrasen?
Im Vorfeld gab es um dieses Thema sehr viele Diskussionen. Für die Schiedsrichterinnen sollte es nicht ein allzu großes Problem sein aber für die Spielerin schon. Vor allem verändert sich die Zweikampfführung, die bei den Frauen schon vom Ansatz weniger hart ist als bei den Männern. Für mich ist aber der natürliche Rasen immer noch der geeignetere Untergrund für ein Fußballspiel.
Was ist für dich bei einer Spielleitung auf einen Kunstrasen anders als auf einem normalen Rasen?

Vordergründig ist es die Zweikampfbeurteilung im Fußbereich. Es wird sauberer gespielt und es gibt weniger harte Tacklings. Als Schiedsrichter bist du in diesem Bereich weniger gefordert. Worauf sich ein Schiedsrichter aber noch einstellen sollte, sind Bälle die durch den ebenen Platz sehr schnell werden können.

Wie verbringst du die Sommerpause?
Sommerpause? Kenne ich nicht. Knapp vier Wochen wird es eine spielfreie Phase geben, in der mich mehr oder weniger erholen kann. Neben dem aufwendigen Hobby ist mir meine Familie sehr wichtig, bei der ich dieses Jahr meine Sommerpause verbringen werde.

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