Interview : „Das Einfache genießen“

Ulli Potofski (r.) und Marco Michelis auf dem Kommentatorenplatz vor einem Bundesligaspiel der TSG Hoffenheim.
Ulli Potofski (r.) und Marco Michelis auf dem Kommentatorenplatz vor einem Bundesligaspiel der TSG Hoffenheim.

Sportmoderator Ulli Potofski spricht im Interview über Fußball früher und heute und seinen Lieblingsspieler / Am 27. Dezember in Bad Wilsnack

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13. Dezember 2019, 21:46 Uhr

RTL-Urgestein, Pionier der Sportübertragungen auf den privaten Fernsehsendern und noch heute für SKY als Kommentator von Fußballspielen unterwegs. Darüber hinaus Autor von Büchern für Kinder, Erwachsene oder Fußballfans. Es gibt viele Bezeichnungen für Ulli Potofski. In den Medien ist er präsent. Aber nur wenige erleben ihn live. So wie am 27. Dezember in Bad Wilsnack. Dort hält der Sportmoderator eine Buchlesung und wird anschließend beim Muttis Bester Hallen Soccer Cup 2019 in der Karthanehalle kommentieren. Auch darüber unterhielt sich „Prignitzer“-Redakteur Oliver Knoll mit Ulli Potofski in einem Telefoninterview.

Herr Potofski, wobei störe ich Sie gerade?

Ulli Potofski: Wir sind gerade in einem Studio und singen für eine CD. Aber jetzt ist gerade Pause.

Die Fußballer gehen bald in die Winterpause, haben aber noch ein strammes Programm. Bedeutet also auch für Sie noch viele Einsätze vor dem Mikrofon bis Weihnachten?

Ja, es ist ja auch noch englische Woche. So sechs bis sieben Einsätze pro Wochenende. Vorrangig in der ersten Liga.

Nach Weihnachten geht es dann direkt nach Bad Wilsnack. Bücherlesung und Hallenfußballturnier. Was erwarten Sie?

Das finde ich lustig. Ich hoffe, ich nehme das nicht zu ernst. Aber wenn ich nur den Namen Muttis Bester höre, ne… glaube ich nicht. Ich möchte, dass das Publikum Spaß hat. Dann habe ich nämlich auch Spaß. Wichtig ist auch die Mischung. Schön, wenn Kinder dabei sind. Aber auch schön, wenn ältere Menschen kommen.

Wie sind sie auf die Idee gekommen, die Moderationslaufbahn einzuschlagen?

Ach…ist jetzt bald 50 Jahre her. Ich wollte zum Radio, die erste Station war dann Radio Luxemburg.

Sie gingen 1979 ging als Sportreporter zum WDR-Hörfunk und 1984 zu RTL plus. Von 1988 bis 1992 die moderierten sie die Fernsehsendung Anpfiff. Seit 2006 kommentieren sie für SKY…wie hat sich die Medienlandschaft aus ihrer Sicht verändert?

Allein wie sich die Technik verändert, unfassbar. Es ist alles schneller und komplizierter geworden. Oder die Bildqualität. Die Entwicklung seit 1988 ist gewaltig. Eine Revolution.

Wie ist heute – im Vergleich zu früher – der Umgang mit den Sportlern?

„Der Kontakt ist persönlich. Aber das war vor 40 Jahren nicht groß anders. Allerdings stehen die Spieler heute intensiver unter Beobachtung.

…und halten sich deshalb die Hand vor den Mund wenn sie mit Mit- oder Gegenspielern sprechen…

Daran sind doch auch wir Medien schuld. Ich halte dieses Lippenlesen für keine gute Idee.

Haben Sie einen Lieblingsspieler?

Nicht direkt. In meiner Kindheit war es Stan Libuda (ehemaliger und mittlerweile verstorbener deutscher Nationalspieler vom FC Schalke 04. Anm. d. Red.). Nicht nur wegen des Fußballs.

…und ein Lieblingsstadion?

Auch nicht. Aber ich mag eher die kleinen gemütlichen stimmungsvollen Arenen als die großen Betonschüsseln.

Wie empfinden Sie den Umgang mit den Kollegen?

Als sehr professionell. An manchen Menschen sind sie näher dran, an anderen weniger. So ist das aber überall.

Sie haben noch einen laufenden Vertrag bei SKY?

Ja, für diese und die kommende Saison. Dann ist Schluss und dann reicht es auch. Das sollen auch mal jüngere machen.

Was macht Ulli Potofski, wenn er mal nicht gerade in Sachen Sport, Bücherlesung oder ähnlichem unterwegs ist?

Ganz einfache Dinge. Ich gehe gern mal zum Galopprennen. Dann bin ich glücklich und zufrieden. Das ist ein Manko unserer Gesellschaft. Wir müssen immer nach Sensationen suchen. Dabei sollten wir auch das Einfache genießen.

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