Fussball : „Dann lernst du mich kennen!“

Ein nicht ganz ernst gemeinter Blick auf verschiedene Typen von Fußballfans am Spielfeldrand.

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19. November 2017, 09:05 Uhr

Die Fußballer gehen in ihren Spielklassen mit großen Schritten auf die Winterpause zu. Zeit der Bilanzen und Rückblicke auf besonders auffällige Ereignisse. Das wollen auch wir mit einem Blick auf ein oft buntes Publikum am Spielfeldrand machen.

Bei dienstlichen und privaten Besuchen auf den Fußballplätzen im Kreis sind uns Typen begegnet, die wir nicht vergessen können und wollen. Hier eine kleine, unvollständige Auswahl.
 

Der Spielervater

Scheinbar überall rund um den Platz zu finden und schärfster Kritiker des Filius: „Konzentrier’ dich! Spiel den Ball vernünftig!“ Oder sein Beschützer: „Foulst du meinen Jungen noch einmal, komme ich auf den Platz und dann lernst du mich kennen.“ Im Falle einer Auswechselung seines Sohnes folgt prompte Kritik am Trainer: „Coach, du hast ja keine Ahnung. Jetzt kommt ein Bruch im Spiel und die anderen sind eh nicht besser!“


Der selbsternannte Experte

Er weiß alles. Ersatztorwart der Saison 2011/12? Kann er sofort nennen. „Und beim aufgrund eines Gewitters abgebrochenen Spiels in der Aufstiegssaison fehlte der Co-Trainer wegen eines Feuerwehreinsatzes.“ Hat auch sämtliche Informationen über alle Gegner in der Liga parat. Ob es jemanden interessiert oder nicht: „Deren Mittelstürmer ist gefährlich, schießt immer so um die 15 Tore in der Serie.“ Und er begrüßt den vor der Saison vom Kreisrivalen zurückgekehrten Innenverteidiger mit den Worten: „Hab‘ dir doch schon beim Wechsel gesagt – in drei Jahren bist du wieder hier.“

Der Trainer hinter der Trainerbank

Es gibt ihn auf jedem Sportplatz in mehrfacher Ausfertigung. Bei einem Tor für die eigene Elf ist er der erste, der zur Bank rennt und den eigentlichen Coach abklatscht: „Das haben wir gut gemacht“.

Während der Partie gibt er lautstark mindestens zwei Dutzend Tipps an seinen Kollegen weiter. „Nimm den Blinden raus, bring den Flotten.“ „Stell endlich auf Dreierkette um.“ Oder auch „Habt ihr keine Flanken im Training geübt?“ Bei einer Niederlage bringt er sich selbst ins Gespräch: „Die Jungs würde ich so richtig auf Vordermann bringen. Die lernen laufen und grätschen bei mir. Das kann ich auch noch.“

Das Trio

Es steht im Winter beziehungsweise sitzt im Sommer immer stets auf denselben Plätzen. Vor dem Spiel noch sehr optimistisch: „Das könnte ja heute was werden“, wandelt sich die Stimmung im Verlauf der Partie. „Die stehen gut und uns fällt nichts ein“ und endet auch bei einem Sieg der eigenen Mannschaft schon mal mit totaler Enttäuschung: „Das war heute gar nichts. Hören die nicht auf den Trainer oder was?“

Der Lokalsport- Berichterstatter

Wer darf in unserer Aufzählung nicht fehlen? Klar, der Sportreporter. Er hetzt kurz vor Spielbeginn auf den Platz, sammelt fix die letzten Informationen über beide Mannschaften. Nach dieser Pflicht folgt die Begrüßungskür mit den Vereinsverantwortlichen. „Kannst du mal unsere Mitgliederversammlung ankündigen?“ Dann mit den Trainern. „Bei welchem Spiel warst du denn letzte Woche? Schreib ja nicht noch einmal so einen Mist!“.

Es folgen Spieler: „Kannste meinen Namen heute mal weglassen, bin krankgeschrieben“ und endet mit den Zuschauern: „Hey, Pressefuzzi, hast ja neulich ’nen vollen Einkaufswagen im Supermarkt gehabt. Wohl ’ne große Party gefeiert?“.

In der Halbzeitpause und nach dem Spiel verweigert er trotz vieler Angebote jegliche Nahrungs- und Getränkeaufnahme. Denn: „Kuck mal, die Presse. Nur hier, um kostenlos Bier und Würstchen zu bekommen.“

Das ist eine Auswahl von Typen am Spielfeldrand. Gewiss werden wir weiteren begegnen, sie uns näher anschauen. Ohne dabei das Geschehen auf dem Rasen zu vernachlässigen. Versprochen.

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