Boxen : Brähmer schuftet vor eigener Tür

Profiboxer bereitet sich in Schwerin auf WM-Duell am 21. März vor / Kontrahent Krasniqi verschanzt sich im Bayerischen Wald

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04. März 2015, 18:19 Uhr

Der eine schuftet vor der eigenen Haustür, der andere verschanzt sich in fremden Gefilden. Profiboxer Jürgen Brähmer und sein Herausforderer Robin Krasniqi gehen in Vorbereitung auf ihren WM-Kampf am 21. März in der Rostocker Stadthalle völlig unterschiedliche Wege. Während der Münchner aus dem SES-Boxstall die Ruhe und Abgeschiedenheit im Bayrischen Wald suchte, holt sich der WBA-Weltmeister aus dem Sauerland-Stall am heimischen Olympia-Stützpunkt in Schwerin den letzten Schliff.


Brähmer schätzt Nähe
zu Frau und Kindern


„Das hat sich schon im letzten Kampf bewährt“, sagte sein Trainer Karsten Röwer. Vor seinem WM-Kampf im Dezember brachte sich Brähmer ebenfalls in seiner Heimatstadt in Form, da seine Lebensgefährtin das zweite gemeinsame Kind erwartete. Das Ergebnis war beeindruckend: Der 36-Jährige schlug den Polen Pawel Glazewski nach nur 43 Sekunden der ersten Runde zu Boden und errang damit den schnellsten K.o.-Sieg eines deutschen Weltmeisters aller Zeiten.

Röwer weiß, dass die Familie im Leben seines Schützlings eine wichtige Rolle einnimmt. „Jürgen versucht, so oft wie möglich bei seiner Frau und den beiden Kindern zu sein. Das setzt bei ihm ungeahnte Kräfte frei. Wenn er sich wohlfühlt, sehe ich kaum jemanden, der ihn schlagen kann“, ist der 52-Jährige sicher.

Diese Pläne will Kontrahent Krasniqi beim mit Spannung erwarteten deutsch-deutschen WM-Duell im Halbschwergewicht durchkreuzen. Der gebürtige Kosovo-Albaner zog sich für sein Trainings-Camp nach Neukirchen im Bayrischen Wald zurück. Ganz im Stile vom Film-Helden „Rocky Balboa“ sprintete der 27-Jährige im Schnee steile Hänge hinauf und stemmte im Kraftraum Gewichte. Krasniqi will die Chance seines Lebens nutzen.


Erfolgsrezept:
Tempo und Technik


Folglich sieht man im Lager von Jürgen Brähmer keinen Grund, in der Vorbereitung die Zügel schleifen zu lassen, geschweige denn den Gegner zu unterschätzen. Entsprechend steht für den Weltmeister ein straffes Programm an. „Bereits Mitte Januar durchlief Jürgen Leistungstests in Hamburg, nach denen er ein für ihn konzipiertes Grundlagentraining selbständig absolvierte. Anfang letzter Woche haben wir dann mit den boxspezifischen Einheiten begonnen“, erklärt Röwer. Dabei legt der Trainer besonderen Wert auf die Tempohärte. „So wollen wir auf den Druck, den Krasniqi mit Sicherheit machen wird, reagieren. Doch am wichtigsten ist der Einsatz boxerischer Mittel“, glaubt Röwer und erläutert seine Philosophie: „Es siegt immer derjenige, der seine Stärken besser zum Tragen bringt. Unbestritten ist Jürgen der wohl technisch beste deutsche Boxer und genau mit diesem Vorteil wird er Krasniqi in die Knie zwingen.“

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