Sportpolitik : Behörde genehmigt Aufschlag

Ein Tennisplatz ist aufgrund der Ausgangsbeschränkungen menschenleer. Mit einer Genehmigung des Gesundheitsamts darf wieder zu zweit trainiert werden.
Ein Tennisplatz ist aufgrund der Ausgangsbeschränkungen menschenleer. Mit einer Genehmigung des Gesundheitsamts darf wieder zu zweit trainiert werden.

Verwirrung um Wiederaufnahme von Tennistraining und Golf

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21. April 2020, 21:03 Uhr

Die Tennissportler im Kreis standen schon gestern in den Startlöchern. Die ersten Plätze sollen am Samstag freigegeben werden. Das Ministerium für Soziales, Gesuundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg hatte am vergangenen Wochenende den „individuellen Sport allein oder zu zweit“ unter Auflagen für zulässig erklärt. Am Montag erteilte der Bürgermeister von Brandenburg an der Havel den Sportlern der Stadt eine Ausnahmegenehmigung.

Und gerade dieses Wort Ausnahmegenehmigung sorgt jetzt für Verwirrung. Es stand auch in der Mitteilung des Ministeriums vom Wochenende. Allerdings ohne genauere Erklärung. Die lieferte am Montagabend der Landessportbund Brandenburg (LSB) nach und stellte klar: „Demnach bleiben die bisherigen Verbote bestehen. Der Sportbetrieb ist auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimmbädern, Fitnessstudios und Tanzstudios untersagt. Ausnahmen von der Untersagung können in begründeten Einzelfällen durch schriftliche Genehmigung des zuständigen Gesundheitsamts zugelassen werden. Diese Genehmigungen sind auch für das Sporttreiben allein oder zu zweit auf einem Vereinsgelände notwendig. Wer über eine entsprechende Ausnahmegenehmigung verfügt, muss selbstverständlich die bekannten Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen einhalten. Sport und Bewegung an der frischen Luft bleibt dagegen weiterhin erlaubt, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern zu allen Menschen, die nicht in einem Hausstand leben, eingehalten wird“, heißt es in dem Schreiben des LSB.

Das bedeutet: Auch wenn die Sportanlagen wie im Fall der Prignitzer Tennisclubs in Bad Wilsnack und Wittenberge im Vereinsbesitz sind, ist eine zusätzlich Ausnahmegenehmigung durch das Gesundheitsamt erforderlich, um zu trainieren. Andererseits: Sportanlagen, die der Gemeinde, einer Stadt oder dem Kreis gehören bzw. von denen betrieben werden, haben die Entscheidungsgewalt. Ist eine Sportanlage gesperrt, hilft auch keine Genehmigung durch das Gesundheitsamt. Demnach ist einer Zweiergrupe, die sich auf einer gesperrten Sportanlage den Fußball über 15 Meter Entfernung zuspielen will, dieses dann nicht gestattet.

Birka Eschrich, Geschäftsführerin des Kreissportbundes (KSB) Prignitz, hatte gestern bereits eine Vereins-Anfrage. „Ich gehe mit der Mitteilung des Landessportbundes. Wir sind diesem Verband angeschlossen“, erklärte sie. Im Klartext: Eine Aufforderung an die Vereine, die eigene Sportanlagen betreiben, sich mit einer Genehmigung ihres jeweiligen Gesundheitsamtes abzusichern. Und die anderen? „Bei den anderen Sportstätten müsste sich meiner Meinung nach der Besitzer um solch eine Ausnahmegenehmigung kümmern“, sagte Birka Eschrich weiter.

Nach unseren Informationen hat der TC Bad Wilsnack gestern beim Gesundheitsamt des Landkreises einen Antrag gestellt. Die Behörde wollte diesen nach Angaben des Vereins genehmigen. Dann stünde dem Saisonauftakt am Samstag nicht mehr im Wege.

Wie mit den nicht in Vereinsbesitz befindlichen Sportanlagen umgegangen werden soll, darüber haben die Städte Perleberg und Wittenberge gestern beraten. Die Sportstätten in der Rolandstadt bleiben zu: „Die Eindämmungsordnung gibt nichts anderes vor. Sie bleiben bis auf Weiteres geschlossen“, teilte die Pressestelle der Stadt Perleberg auf Anfrage gestern Nachmittag mit.

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