zur Navigation springen
Sport in der Prignitz

25. November 2017 | 09:11 Uhr

Triathlon : Aufgeben ist keine Option

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Rene Beau meistert seinen ersten Ironmann auf Hawaii, gleichzeitig Weltmeisterschaft der Triathleten, mit Bravour

von
erstellt am 10.Nov.2017 | 06:56 Uhr

Für den Prignitzer Rene Beau ging ein Traum in Erfüllung: Er startete beim Ironmann in Kailua-Kona auf Hawaii, der Weltmeisterschaft der Triathleten. Nach 11:38:10 Stunden erreichte der Perleberger nach 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 km auf dem Rad und einem Lauf über die Marathondistanz (42,195 km) das Ziel. In seiner Altersklasse (M 50-54) bedeutete das Platz 114, im Gesamtklassement der 2232 Teilnehmer - darunter 200 aus Deutschland - landete er auf Rang 1362. Sieger wurde der Deutsche Patrick Lange.

Es war der zweite Anlauf, den Rene Beau für einen Start auf Hawaii unternahm. Beim ersten Versuch waren die Qualifikationsregeln im Weg. „Mir haben zweimal fünf Minuten gefehlt. Dann hätte es von der Platzierung her gereicht“, erzählt er. Altersklassenathleten können sich mit nur einer entsprechend guten Platzierung bei einem beliebigen Rennen der Ironman Serie oder auch bei einigen privilegierten Rennen der IRONMAN 70.3 Serie direkt für Hawaii qualifizieren. Ein kleiner Teil der Startplätze wird vom Weltverband WTC über andere Verfahren (Sponsorenzuweisungen und Lotterie) vergeben.

In diesem Jahr hatte Beau es geschafft, sich mit guten Platzierungen für Hawaii qualifiziert. Nach Problemen im System stand aber erst im August – rund acht Wochen vor dem Wettkampf - sein Startplatz fest. Da blieb nicht mehr viel Zeit. „Mit der Fitness war das kein Problem. Ich war dank der Trainingspläne, die Sonja Theidig für mich macht, gut vorbereitet und hatte den Triathlon in Hamburg absolviert“, berichtet der 52-Jährige.

Dann ging es auf die Insel im Pazifik. „Das Schwimmen ohne Neoprenanzug lief gut“, sagt Rene Beau über die 3,8 km, die er in 1:10:42 Stunde zurücklegte. Über seine Leistung mit dem Rad (5:38:36 h) war er überhaupt nicht zufrieden. Auch beim Lauf über die 42,195 km klappte es am Anfang nicht so richtig. „Dann bin ich aber gut reingekommen und ab Kilometer 15 lief es immer besser“, schildert der Ausdauersportler die dritte Disziplin (4:40:03 h).

Sein Vorhaben, den Ironman unter elf Stunden zu beenden, schaffte er nicht ganz. „Aber viele erreichen ihr Ziel bei der ersten Teilnahme nicht. Das ist in Hawaii ein ganz anderes Level, hier starten die besten Triathleten der Welt. Und so war ich dann auch zufrieden“, lautet sein Fazit.

Die Idee für den Ironman-Triathlon entstand 1978 auf Oahu, einer der acht Hauptinseln Hawaii's. Während der Siegerehrung des 'Oahu Perimeter Relay Run' (Staffel-Lauf für Teams aus fünf Athleten) debattierten einige Teilnehmer darüber, welche Sportler fitter seien: Schwimmer, Läufer oder andere Sportler. Um das zu ermitteln, wurden drei auf der Insel bereits existierende Rennen kombiniert: Ein Schwimmwettkampf, ein Radrennen und ein Marathonlauf. Am Start waren damals 18 Sportler.

Vom Flair dieser Veranstaltung zeigte sich Rene Beau begeistert. „Es ist eine ganz eigenartige Atmosphäre und hat Stil. Die Strecken sind abwechslungsreich, man fühlt sich nie einsam. Die Mischung macht es. Du bist mal draußen, dann fährst oder läufst du durch eine Stadt“, schildert er seine Eindrücke. Unterwegs ist gute Verpflegung wichtig, denn die Hitze fordert ihren Tribut. „Aber aufgeben tut da keiner. Das ist keine Option“, sagt der Prignitzer.

Und wie ist es im Ziel? „Das ist Gänsehaut pur. Glück und Freude, dass man etwas geschafft hat“, antwortet er. Auch wenn die Sportler nach den Strapazen schon mal etwas durcheinander sind, zum Beispiel die erste Verpflegungsstelle im Zielraum suchen müssen. Am nächsten Tag fühlte sich Beau „ein wenig lahm“.

Für den für das Triathlon Team Erdinger alkoholfrei startenden Sportler war dieser Ironman der mittlerweile 20. Langdistanz-Triathlon. Stationen waren neben Roth auch Veranstaltungen in Mexiko und Südafrika. Begonnen hatte alles 2007 mit dem ersten Triathlon in Rostock. Dort wurde Rene Beau Letzter. Ein paar Jahre zuvor hatte er nach eigener Aussage „zu viel Gewicht“ und begann zu laufen. Das machte ihm Spaß. Bei Klaus Tonagel fing er an zu schwimmen und zu guter letzt kaufte er sich ein Trekkingrad und trainierte damit auf den Straßen.

Heute gehört Beau zu den besten Triathleten der Welt. Eine Sportart, die durchaus ihren Preis hat und auch Eigeninitiative verlangt. „Wir sind privilegiert. Aber es sind viele Sportler, die auch in ihrem Beruf eine gewisse Einstellung haben“, sieht er eine gewisse Portion Ehrgeiz als großen Vorteil. Ansonsten sind die Triathleten selbstständig, kümmern sich um fast alles selbst: „Du musst zum Beispiel bei Wettkämpfen dein Rad bezahlen, dich um das Ein- oder Auschecken kümmern.“

Für das kommende Jahr hat Rene Beau noch keine konkreten Ziele. Er möchte mental eine kleine Pause einlegen, vielleicht ein bisschen mehr Radfahren. Und Hawaii? „Das würde ich ganz gern noch mal machen. Eventuell beim Wechsel in die nächsthöhere Altersklasse. Und wenn ich es schaffe, wäre das schön. Dann wüsste ich auch, was ich anders machen würde“, möchte sich der Prignitzer den Traum vom Ironman Hawaii noch einmal erfüllen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen