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70.3-Weltmeisterschaft : Mit Freudensprung über Ziellinie

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Parchimer Triathlet Chris Martin startete zum Saisonhöhepunkt bei der 70.3-Weltmeisterschaft in Chattanooga

von
erstellt am 11.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Den bisher anspruchsvollsten Triathlon auf der Mitteldistanz absolvierte Chris Martin in den Vereinigten Staaten, genau in Chattanooga (Tennessee) bei der 70.3-Weltmeisterschaft. Nach 5:14,10 Stunden überquerte der Ausdauersportler mit einem Freudensprung die Ziellinie. Die Zeit bedeutete Platz 169 vom 340 Startern in seiner Altersklasse. Die Qualifikation für diesen Saisonhöhepunkt sicherte sich der Parchimer schon im April dieses Jahres im chinesischen Liuzhou.

„Meine gesamte Saisonplanung war in diesem Jahr auf dieses Ereignis zugeschnitten“, berichtet Martin. Im Vorfeld nahm er einige Wettkämpfe wahr, um seine Formkurve zu überprüfen. Unter anderem holte er dabei den Vizelandesmeister im Duathlon sowie den Triathlon-Landestitel auf der Mitteldistanz in seiner Altersklasse. Ursprünglich war auch der Ironman in Hamburg in der Saisonplanung. „Aber aufgrund der Qualifikation zur WM und dem geringen zeitlichen Abstand beider Events, bin ich nur geschwommen und Rad gefahren“, erklärt der Parchimer. Danach war Regeneration für Chattanooga angesagt.

Der Flug in Die USA startete eine Woche vor dem Wettkampf. „Ich wollte mich in Ruhe an die klimatischen Verhältnisse und die Zeitumstellung anpassen“, so der Triathlet, der vor Ort angekommen täglich zwei Trainingseinheiten absolvierte. Dabei nahm er auch die Strecken in Augenschein. Am Wettkampfort herrschte Hochsommer mit über 30 Grad Celsius Lufttemperatur. Im Tennessee River, in dem die Schwimmdistanz stattfand, war die Wassertemperatur auch schon auf 25 Grad gestiegen. Da die beiden Nächte vor dem Start etwas kühler waren, durfte doch mit Neoprenanzug geschwommen werden.

Am Wettkampftag ging es also früh morgens in die Fluten des Tennessee River, der an dieser Stelle rund 400 Meter breit ist. Von der einen Seite des Flusses führte der Kurs fast auf die andere, danach 900 Meter stromaufwärts und mit der Strömung zurück zum Ausstieg in die Wechselzone. Dort bekam man tatsächlich Unterstützung von drei Helfern, um aus dem Neoprenanzug heraus zu kommen. „Das war mir völlig neu und ging auch richtig schnell“, freut sich Chris Martin über diese Regelung bei der WM.

Die ersten fünf Kilometer auf dem Rad führten aus der Stadt hinaus. Dann ging es richtig zur Sache. Bei einem ersten kurzen Anstieg (23 Prozent Steigung) schoben die ersten Teilnehmer ihr Rad. Danach führte der Kurs weiter bergauf bis zum Kilometer 40. Bis dahin hatten die Triathleten schon etwa 1000 Höhenmeter absolviert. Dann ging es wieder runter und über einige wellige Passagen. Aufgrund der anspruchsvollen Radstrecke erreichte der Parchim „nur“ einen Schnitt von 33 km/h. Im Vergleich dazu: Martin fuhr in Hamburg in der Vorbereitung einen 36er-Schnitt über 182 Kilometer. Der WM-Kurs war also keiner für Bestzeiten.

Zurück in der Wechselzone schlüpfte der Parchimer in die Laufschuhe und nahm den abschließenden Halbmarathon in Angriff. Auch der Laufkurs war mit fast 300 Höhenmetern sehr wellig und kraftraubend. Immer wieder ging es bergauf, bergab über die zwei Runden und das bei Temperaturen von knapp 30 Grad. „Ich hatte ein paar muskuläre Probleme, konnte aber die Strecke fast konstant durchlaufen“, erinnert sich der WM-Teilnehmer. Da es ja nun einmal eine Weltmeisterschaft war, versuchte Chris Martin auf den letzten zwei Lauf-Kilometern noch etwas die Atmosphäre zu genießen, ohne dabei langsamer zu werden. Mit einem Lächeln bog er in die Schlussgerade ein und hatte sein Ziel erreicht.

Trotz der Anstrengungen hat der Parchimer immer noch Lust auf mehr. „Vielleicht nehme ich noch einen Wettkampf in diesem Jahr wahr“, schaut er voraus. Für das Erlebte hatte der Athlet viele Unterstützer an seiner Seite. „Ich danke meiner Frau Andrea, die mir im Vorfeld den Rücken frei gehalten hat und auch an der Strecke eine große Hilfe war“, sagt Chris Martin. Außerdem konnte er auf die Unterstützung seiner Eltern, seines Trainers Peter Holy und zahlreicher Sponsoren bauen sowie auf die beiden Vereine, denen er angehört, die Radgiganten Groß Laasch und Tri Sport Schwerin.

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