Ostdeutsche Meisterschaft im Powerlifting : Ganze Halle knisterte vor Spannung

Auf Wunsch des schwer erkrankten Organisators Hartmut Ewert versammelten sich die Teilnehmer zum Erinnerungsfoto an der Wettkampf-Bühne. Fotos: Thomas Zenker
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Auf Wunsch des schwer erkrankten Organisators Hartmut Ewert versammelten sich die Teilnehmer zum Erinnerungsfoto an der Wettkampf-Bühne. Fotos: Thomas Zenker

Deutsche Rekorde und persönliche Bestleistungen purzelten am laufenden Band

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05. Mai 2019, 23:46 Uhr

Parchim | Gute Stimmung bei Aktiven und Zuschauern in der Fischerdammhalle, die mehrere Deutsche Rekordversuche, Rekorde und persönliche Bestleistungen sehen konnten sowie Organisatoren, die bei dem Mammutprogramm von zwölf Stunden Wettkampf an ihre Grenzen gingen. Das sind nur einige Punkte der Ostdeutschen Meisterschaft im Powerlifting (Kraftdreikampf: Bankdrücken, Kniebeuge, Kreuzheben) die beeindruckten. „Ich bin mit dem Tag voll zufrieden“, sagt Hartmut Ewert, der einen erheblichen Anteil an der Organisation des Events hatte und trotz seiner Krebserkrankung den ganzen Tag in der Halle unterwegs war. Das sahen auch die Teilnehmer so, auch wenn sich zum Abend hin der Ablauf etwas verzögerte. „Wir haben ja von vornherein geplant, dass es spät wird, weil wir auf einen zweiten Wettkampftag verzichtet haben“, erklärt er.

Ein erster Höhepunkt für die Zuschauer startete schon kurz nach der Eröffnung. Beim Auftritt der „schweren Jungs“, die in der Wettkampfklasse mit Equipment (EQ) antraten wurden unglaubliche Gewichte an Eisen gestemmt. Bei den Versuchen im Bankdrücken mit knapp unter bzw. über 300 Kilogramm bog sich die Hantelstange und den Athleten schoss vor Anstrengung sichtbar das Blut ins Gesicht.

Drei Parchimer Schüler des Friedrich-Franz-Gymnasiums wagten sich beim Dreikampf an die Hanteln. Yannik Käckenmeister, Christoph Klaus und Max Seiffarth hatten klare Vorstellungen, was sie hier leisten wollten. „Wir wurden durch ein Plakat in der Schule auf die Meisterschaft aufmerksam und haben uns angemeldet“, so der schwerste des Trios Yannik Käckenmeister. Alle drei stehen schon eine Weile im Training und visierten ihre persönlichen Bestwerte an. Yannik (ges. 510 kg) und Christoph (405 kg) erreichten ihr Ziel. Max hatte sich beim zweiten Versuch im Bankdrücken etwas zu viel zugemutet, kam daher nur auf 75 kg statt der angestrebten 85 und erreichte im Dreikampf 295 kg.

Dass Kraftsport auch jung hält, bewiesen Ingrid (Ak 70-74) und Gerd Cedel (75-79) aus Stendal. Beide waren schon im Vorjahr in Parchim dabei und diesmal erreichten beide im Kreuzheben je einen Deutschen Rekord, Ingrid mit 98 kg und Gerd mit 136,5 kg.

Nach der großen Siegerehrung der Powerlifter und Einzelstarter sowie dem Gruppenfoto für Hartmut Ewert, gingen zu fortgeschrittener Stunde die Einzel-Bankdrücker ans Werk. Auch hierbei war eine Parchimer Abordnung mit vier Frauen und vier Herren vertreten. „Ich habe einfach Spaß an dem Sport und will es versuchen“, sagt Liane Pribbernow. In ihrem ersten Wettkampf erreichte sie auch ihr Ziel von 37,5 kg. Pia Schulz, mit 17 Jahren die jüngste Starterin an diesem Tag, drückte die angestrebten 55 kg und hüpfte danach freudig durch die Halle.

Am Ende des Tages hatten aber ganz andere „Aktive“ das meiste Eisen bewegt, nämlich die Scheiben-Stecker. Bei jedem Starter musste das Hantelgewicht angepasst werden und das hieß für die Helfer „schuften, fast ohne Pause“. Ihnen gilt genauso ein Dank wie den Versorgerinnen in der Mensa und den vielen Sponsoren der Meisterschaft.

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