Ostdeutsche Meisterschaft im Powerlifting : Es wird tonnenweise Eisen gedrückt

Organisator Hartmut Ewert kurz nach dem Bankdrücken bei der Vorjahres-Meisterschaft in Parchim
Organisator Hartmut Ewert kurz nach dem Bankdrücken bei der Vorjahres-Meisterschaft in Parchim

Parchimer Fischerdammhalle ist am 4. Mai Schauplatz für die Ostdeutsche Meisterschaft im Powerlifting

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24. April 2019, 23:27 Uhr

Parchim | Am Sonnabend in einer Woche (4. Mai) ist die Sporthalle Am Fischerdamm für die starken Frauen und Männer reserviert. Voraussichtlich von 10 bis 22 Uhr werden dort die Offenen Ostdeutschen Meisterschaften im Powerlifting, einem Kraftdreikampf, ausgetragen. Veranstalter ist der UPC Germany (United Powerlifting Congress Germany) und der Sportclub Parchim. Organisiert wird das ganze von Hartmut Ewert. Im vergangenen Jahr gab der Parchimer an gleicher Stelle als Organisator der Ostdeutschen Meisterschaft sein Debüt. „Es lief alles gut ab. Die Teilnehmer waren zufrieden“, erinnert er sich. Und so kommt die Meisterschaft auch in diesem Jahr in die Kreisstadt. „Mein großes Ziel ist, in zwei Jahren eine Deutsche Meisterschaft und später einmal eine Weltmeisterschaft hier her zu holen“, hat Hartmut Ewert noch Großes vor.

Mit Unterstützung von Reno Karkuschke (Präsident UPC-Germany), seiner Familie, Freunden, Sportverein und vielen Förderern der Region steht aber jetzt das aktuelle Event im Fokus. „Am 4. Mai haben wir 127 Starts in den einzelnen Disziplinen“, ist der Parchimer stolz auf die große Resonanz. Das sind doppelt so viele als im Vorjahr. „Ich musste sogar Absagen schreiben, weil wir den Zeitplan schon völlig ausgereizt hatten“. Erwartet werden sogar Teilnehmer aus Bayern und aus England. „Ich glaube an dem Wochenende sind die Übernachtungsplätze in Parchim ausgebucht“, sagt der leidenschaftliche Kraftsportler. Außerdem freut er sich riesig, dass auch zehn Teilnehmer aus der Kreisstadt dabei sind. Drei Parchimer Gymnasiasten werden sich dem Kraftdreikampf stellen, die anderen sieben, darunter drei Frauen, gehen beim Bankdrücken an die Hantel.

Bis die Sportstätte wettkampfbereit ist, gibt es noch jede Menge zu tun. Der Hallenboden muss extra abgesichert werden, damit das schwere Eisen keine Schäden anrichten kann. Ein spezieller Unterbau für die Wettkampf-Tribüne wurde angefertigt und kam schon im Vorjahr zum Einsatz. „Das hält sogar einem Panzer stand“, sagt Hartmut Ewert mit einem Augenzwinkern. Und die Sportgeräte kommen auch nicht „von der Stange“. Der SC Parchim hat jetzt Profi-Geräte angeschafft, unter anderem ein Monolift (Hantelablage beim Kniebeugen) und eine Hantelbank. Bereit stehen auch viele Pokale. „Jeder Teilnehmer erhält bei uns einen Pokal zur Erinnerung“, sagt Hartmut Ewert, das käme bei den Sportlern immer gut an. Der Parchimer will nicht nur einen guten Wettkampf organisieren. „Auch das Umfeld muss stimmen“, und da gehöre eine sportlich faire Versorgung und eben eine kleine Erinnerung dazu.

Der Parchimer Athlet startete im Oktober 2016 als Kraftsport-Neuling zu seinem ersten Wettkampf, einem Benefiz-Bankdrücken um den „Stark fürs Leben“-Pokal. Damals drückte der 84-Kilo-Mann 120 kg und wurde Neunter. Danach stellten sich die Erfolge ein. Bis heute hat er mehrere Titel in Deutschland und international gewonnen, darunter dreimal Gold bei Weltmeisterschaften in der Altersklasse 55 bis 59 Jahre. Dabei drückte er Gewichte von 140 bis 150 kg. Seit Gestern, seinem 60. Geburtstag, gehört Hartmut Ewert zur nächsthöheren Altersklasse. Allerdings wird der Parchimer bei der Ostdeutschen Meisterschaft selbst nicht antreten. „Mitte März wurde bei mir Leberkrebs diagnostiziert“, spricht er offen über den Rückschlag. „Ich bin ein Kämpfer und werde die Krankheit gemeinsam mit meiner Familie und dem Drang zum Kraftsport besiegen“, hat Hartmut Ewert ein klares Ziel vor Augen. Am 4. Mai wird er wohl den ganzen Tag in der Halle zu finden sein und hofft, das sich auch ein paar Parchimer für den Sport interessieren und mal als Zuschauer reinschauen.

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