RSV Vorwärts Parchim : Eine tolle Abschiedsvorstellung

Die Sieger und Platzierten im Elite- und Masters-Rennen genießen die letzte Siegerehrung. Fotos: Thomas Zenker
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Die Sieger und Platzierten im Elite- und Masters-Rennen genießen die letzte Siegerehrung. Fotos: Thomas Zenker

Nieselregen begleitete 60. Querfeldein-Veranstaltung des RSV Vorwärts Parchim / Sportler und Zuschauer bei bester Stimmung

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22. Oktober 2019, 00:00 Uhr

Als der Führende der Elite/Masters-Klasse auf dem matschigen Kurs in den Sonnenbergen auf die zehnte und letzte Runde ging, stand Rolf Gramm an der Glocke unter dem Start- und Zielbanner, das zwischen zwei Buchen gespannt war, und läutete diese ein. Jeden der jetzt folgenden Fahrer schickte der Vorsitzende des RSV Vorwärts Parchim mit dem hellen Klang auf die letzten 1,3 Kilometer. Der Bad Doberaner Stefan Lange holte sich etwa dreieinhalb Minuten später den Beifall der Zuschauer als letzter Sieger Parchimer Querfeldeinrennens ab. „Ich denke, wir haben eine gute Veranstaltung zum Abschluss der langen Rennserie über die Bühne gebracht“, überwiegt die Freude beim Chef-Organisator des 60. und letzten Rennens.

„Wir haben uns ja nicht von heute auf morgen dazu entschlossen, dass die 60. Ausgabe die letzte ist“, so Rolf Gramm. Die Auflagen der Behörden für solch eine Sportveranstaltung wurden mit den Jahren immer umfangreicher. Und die Organisatoren des Vereins hätten ein Alter erreicht, wo man langsam ans Aufhören denkt. Dass das 60. Rennen fast genau mit dem 80. Geburtstag von Parchims Radsport-Urgestein Horst Serwitzki zusammen fiel, passte genau in diesen Plan. „Horst ist vom ersten Rennen an dabei, hat nur einmal während seiner Armeezeit gefehlt“, erinnert sich der RSV-Vorsitzende. Für und mit dem „Radsport-Verrückten“ haben die Vereinsmitglieder noch einmal die Kräfte gebündelt und die sechs Jahrzehnte voll gemacht.

Mit Stoppuhr, Starterlisten, Runden-Protokoll und Stift bewaffnet, sorgte der 80-Jährige bis zum letzten Zieleinlauf für einen ordnungsgemäßen Rennverlauf. „Wir sind wohl die einzigen Veranstalter, die die Ergebnisse noch analog erfassen“, sagt Rolf Gramm lachend. Sogar die Starterlisten, die ausgegeben wurden, versprühten einen „antiken Charme“. Man sah deutlich, sie wurden mit Schreibmaschine geschrieben und kopiert. Über moderne Zeitmessung habe der Vereinsvorstand schon mehrfach nachgedacht. Für den kleinen Club wäre das zu aufwendig gewesen „und zu teuer“.

Der Renntag begann mit dem Crosslauf der 11- bis 13-jährigen Mädchen und Jungen. Hier gingen 30 Teilnehmer aus Greifswald, Neubrandenburg, Rostock, Dassow, Siggelkow und Parchim an den Start und gaben alles. Immerhin fließen die Ergebnisse auch in die Landespokalwertung ein. Die Siegerehrung der Jüngsten übernahm Thomas Stein vom Parchimer Fahrradgeschäft Fricke. Er kam natürlich mit dem Rad in den Wald und hatte für jeden Platzierten ein kleines Präsent im Rucksack.

Die Teilnehmer der Altersklasse U15 absolvierten ihre Tour im Sattel und bekamen schon den einsetzenden Nieselregen zu spüren. Die Strecke weichte etwas auf und die zwölf Männer des Hobbyrennens hatten ordentlich Schlamm an Rad und Körper. Beim abschließende Rennen der Männer und Senioren machten einige Fahrer schon kurz nach dem Start an der ersten Abfahrt Bekanntschaft mit dem Waldboden. Blessuren hielten sich in Grenzen. „Das war eigentlich immer so“, sagt Rolf Gramm. Er erinnert sich nur an einen Sturz vor Jahren, als sich ein Fahrer an der Schulter verletzte und ins Krankenhaus musste.

Die Siegerehrung der Männer zur Mittagszeit war noch nicht der der letzte Akt der Veranstaltung. Horst Serwitzki hatte einige Weggefährten der 60-jährigen Geschichte des Querfeldeinrennens und ehemalige Sieger eingeladen, um sie noch einmal zu Ehren. Darunter Thorsten Klassen (Sieger 1990), der diesmal Zweiter bei den Masters III wurde. „Schade. Vielleicht findet sich ja doch jemand, der die Rennserie irgendwie weiterführt...“, hörte man von einigen Teilnehmern. „Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben“, sagt der Parchimer Matthias Sellnow (Sieger 2006). Er hatte diesmal Pech, musste im Hobbyrennen nach technischem Defekt am Rad aufgeben.

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