Volleyball : Sie haben es wieder getan

Wiederholungstäter: Die Ü31-Volleyballerinnen feierten ihren zweiten DM-Titel in Folge.
Wiederholungstäter: Die Ü31-Volleyballerinnen feierten ihren zweiten DM-Titel in Folge.

Ü31-Volleyballerinnen des SVF Neustadt-Glewe verteidigen bei den deutschen Seniorenmeisterschaften in Minden ihren Titel

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11. Juni 2019, 00:00 Uhr

Sie haben es wieder getan: Nachdem sich die Volleyballerinnen des SVF Neustadt-Glewe im vergangenen Jahr bei den deutschen Seniorenmeisterschaften in Berlin den Titel in der Altersklasse Ü31 gesichert hatten, konnten sie das Kunststück in Minden wiederholen. Erneut setzten sie sich im Finale gegen den USC Münster durch. Die Entscheidung fiel erst im Tiebreak. Nach dem Matchball zum 15:13 gab es kein Halten mehr. „Ich bin jetzt noch ziemlich platt, musste erst einmal ne Nacht darüber schlafen“, sprach Teamchef Jörg Stoltenberg von einer neuerlichen Überraschung. „Man konnte ja wirklich nicht davon ausgehen, dass sich Münster noch einmal von so einem ,Dorfclub’ überrumpeln lässt“, lachte der Vereinsvorsitzende des SV Fortschritt, bei dem die organisatorischen Fäden zusammenliefen.

Die Mannschaft hatte sich wieder weitgehend selbst zusammentelefoniert. Viele Spielerinnen kennen sich schon aus gemeinsamen Jugendtagen beim Schweriner SC. Im Kern war es das Erfolgsteam von 2018. Was bedeutete, dass da schon eine Menge volleyballerische Qualität auf dem Feld stand. So führte die langjährige Nationalspielerin Kathleen Weiß, die aus Bulgarien (Maritza Plovdiv) zur neuen Saison zum deutschen Meister und schärfsten SSC-Konkurrenten MTV Stuttgart wechselt, wieder als Zuspielerin Regie. Im Angriff konnte man zum Beispiel auf die Power von Anika Schulz, die gerade mit dem BTV Aarau in die zweite Schweizer Liga aufgestiegen ist, Anne Schmidt (Elmshorn), Jana Schumann (SC Alstertal-Langenhorn), Melanie Höppner (Hauptstadt-Beacher) oder auch Wencke Plate (SV Warnemünde) bauen. Als Libera überzeugte Andrea Bock. Was die Mannschaft vor allem auszeichnete, war eine „gigantische“ Stimmung. „Das ging schon bei der Anreise los und zog sich wie ein roter Faden durch das ganze Turnier“, freute sich Stoltenberg. Die Bankbesetzung, mit der früheren Neustädter Zuspielerin Kathleen Jeske als Trainerin, Mittelblockerin Annika Munsch als Physio und Dr. Sibylle Schlüter (SV Warnemünde) als Teamärztin, trug ihren Teil dazu bei.

Schon traditionell ermitteln die besten deutschen Volleyball-Senioren zu Pfingsten ihre Titelträger. Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr versammelten sich auch im nordrhein-westfälischen Minden alle Altersklassen. Damit ging es insgesamt um zwölf Titel (fünf bei den Frauen, sieben bei den Männern).

Da die Auslosung bereits Ende Mai vorgenommen worden war, wussten die Neustädterinnen, was in der Vorrunde auf sie zukommen würde, nämlich unter anderem ein erstes Aufeinandertreffen mit dem USC Münster. Beide lösten souverän die Aufgabe gegen das dritte Team der Staffel A1, den SV Saar Saarbrücken. Im direkten Duell ging es um den Staffelsieg. Obwohl Münster ja gewarnt war, änderte das nichts an der Tatsache, dass der SV Fortschritt wie im Vorjahresfinale in zwei Sätzen die Oberhand behielt (25:20, 25:20). Im anschließenden Überkreuzvergleich ließ man dem VV Meiningen keine Chance (25:13, 25:8). Das Halbfinale war somit gebucht. Münster traf gegen den BBSC Berlin erwartungsgemäß auf wesentlich mehr Widerstand, setzte sich gegen den Bronzemedaillengewinner des Vorjahres aber ebenfalls relativ deutlich durch. Dabei zog sich USC-Spielerin Julia Retzlaff ohne Fremdeinwirkung eine schwere Verletzung zu (Achillessehnenriss). Das passierte direkt vor den Augen von Dr. Sibylle Schlüter, die sofort die Erstversorgung der ehemaligen Mannschaftsführerin des Schweriner SC übernahm (gute Besserung).

Dass die Stimmung im Neustädter Lager am Ende des ersten Turniertages weiter angefeuert wurde, dafür sorgten das gemeinsame Abendessen und erst recht die Players-Partie. Am nächsten Morgen bestätigten sich die Eindrücke der Vorrundenspiele. Die Mannschaften aus dem anderen Pool (Staffeln B1 und B2) erreichten leistungsmäßig nicht das Niveau des A-Pools. Und so hatten weder die Neustädterinnen noch die USC-Damen bei ihren glatten 2:0-Halbfinalsiegen gegen SV Schwaig beziehungsweise SF Brandenburg größere Probleme, sich erneut für das Endspiel zu qualifizieren.

Nach ausgeglichenem Beginn schien sich Münster im ersten Satz vorentscheidend auf 17:10 absetzen zu können. Doch die Neustädterinnen verkürzten Punkt um Punkt und gingen durch ein umkämpftes 26:24 mit 1:0 in Führung. Der USC schlug zurück, profitierte beim 25:15 auch vom verletzungsbedingten Ausfall von Anika Schulz. Der entscheidende Tiebreak entwickelte sich zur bereits erwähnten engen Kiste, mit dem besseren Ende für das Team aus MV. „Die Freude war riesig, alle lagen sich in den Armen. Wir haben ordentlich abgefeiert.“ Und nach der stimmungsvollen Siegerehrung formulierte der alte und neue deutsche Meister schon einmal eine Kampfansage für das nächste Jahr: „Wiederholungstäter sind wir ja jetzt schon. Was spricht eigentlich gegen Serientäter?“


Für den SVF Neustadt-Glewe spielten:
Kathleen Weiß, Christiane Witschen, Anika Schulz, Anne Schmidt, Jana Schumann, Wencke Plate, Melanie Höppner, Katrin Plöhn, Anja Kempe, Anja Füth, Henrike Thiessenhusen, Andrea Bock (L), Eve Schmidt-Ott (L)


Coach:
Kathleen Jeske; Mannschaftsärztin: Dr. Sibylle Schlüter; Physio: Annika Munsch; Teamchef: Jörg Stoltenberg

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