Pokal-Halbfinale : Showdown in der Verlängerung

Auf zum Jubelkreisel: Mit Trainer Frank Ullmann als „Vortänzer“ in der Mitte feierten die Groß Laascher nach dem Schlußpfiff ausgelassen den Einzug ins Pokalhalbfinale.
1 von 3
Auf zum Jubelkreisel: Mit Trainer Frank Ullmann als „Vortänzer“ in der Mitte feierten die Groß Laascher nach dem Schlußpfiff ausgelassen den Einzug ins Pokalhalbfinale.

Landesklassenfußballer des SV Groß Laasch ziehen durch einen 2:0-Sieg gegen PSV Wismar zum zweiten Mal ins Pokal-Halbfinale ein.

svz.de von
10. Dezember 2013, 15:08 Uhr

„Groß Laasch mit dem Hammer war da“, tönte es nach dem Schlusspfiff über den Platz. Dass die Landesklassenfußballer des SV Groß Laasch noch zu einem Tänzchen aufgelegt waren, obwohl sie gerade 120 kraftraubende Minuten hinter sich gebracht hatten, lag ganz sicher an der allgemeinen Euphorie. Der Tabellenfünfte der Staffel V steht nach dem hart erkämpften 2:0-Sieg gegen den PSV Wismar (Landesklasse VI) wie schon in der Saison 2011/2012 im Halbfinale des Landesklassenpokals. Die Entscheidung fiel erst in der Verlängerung. In der regulären Spielzeit hatte kein Team getroffen. So richtige Pokalatmosphäre kam auch erst in der „Zugabe“ auf.

Das Spiel begann für die Gäste denkbar unglücklich. Es waren gerade einmal drei Minuten gespielt, da verdrehte sich Hannes Lück ohne gegnerische Einwirkung so böse das Knie, dass er mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. „Zumindest ist nichts gebrochen“, versuchte der Wismeraner, der zur Verlängerung mit dick bandagiertem Knie wieder auf die Bank gehumpelt kam, diesem bitteren Moment noch etwas Positives abzugewinnen. Eine genaue Diagnose muss erst folgen, doch dass die Verletzung schwerwiegend ist, steht wohl außer Frage (gute Besserung).

Seine Mitspieler schienen den Schock schnell verdaut zu haben. Die Gäste zeigten zu Beginn die deutlich bessere Spielanlage und vergaben in der 10. Minute aus kurzer Distanz einen echten Hochkaräter. Groß Laasch agierte sehr zurückhaltend und machte sich durch Fehler im Spielaufbau das Leben selbst schwer. Der Versuch, Danny Soltwedel durch lange Bälle in Szene zu setzen, scheiterte zumeist an der mangelnden Präzision. Immerhin verstand man es, durch große Laufbereitschaft den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten. Im PSV-Strafraum wurde es nur einmal brenzlig. Als der mehrfach gut mitspielende Torwart Marcel Lewerenz nach einer Ecke patzte, stocherte Soltwedel nach. Es reichte aber nicht, um den Ball über die Linie zu befördern (35.).

Die zweite Halbzeit begann wie die erste, mit einer klaren Chance für Wismar. Nach guter Vorarbeit scheiterte der Stürmer am gut reagierenden Ole Mock (50.). Es ging relativ ereignislos weiter. Wirklich zu Ende gespielte Angriffe blieben die Ausnahme. Auffällig waren die zumeist schlecht ausgeführten Standards auf beiden Seiten. Die Schlussphase gehörte den Gästen, die mehr Luft zu haben schienen. PSV-Kapitän Jan Pittelkow, über den fast alle Offensivaktionen liefen, traf aus 20 Metern die Latte (73.) und verzog bei einem weiteren platzierten Distanzschuss nur knapp (81.). Kurz zuvor hatte Ole Mock den Ball nach einer Direktabnahme in erstklassiger Torwartmanier über die Latte gelenkt (80.).

Nach der bis dahin ziemlich sachlich verlaufenen Partie kochten die Emotionen in der Verlängerung hoch, ausgelöst durch eine Elfmeterentscheidung, die bei den Gästen auf wenig Gegenliebe stieß: „Das ist doch wohl ein Witz“, reagierten Spieler und Betreuer gleichermaßen entsetzt. Schiedsrichter Dennis Bossow, der auf ein entsprechendes Signal hin seinen Assistenten an der Linie kontaktierte („es gab ein eindeutiges Halten im Strafraum“), zeigte nach Rücksprache auf den Punkt. Der Groß Laascher Mannschaftsführer Florian Wagner lief an, doch Marcel Lewerenz parierte den relativ zentral platzierten Schuss (93.) – es hieß weiter 0:0. Allerdings nur noch für kurze Zeit. Bei einem von Martin Baran in den gegnerischen Strafraum gezogenen Freistoß sprang sein Cousin Stefan Baran am höchsten und ließ dem PSV-Keeper mit platziertem Kopfball-Aufsetzer keine Abwehrchance (98.). Die Wismaraner, die jetzt praktisch jeden Pfiff monierten und beim letzten Seitenwechsel den Schiedsrichter förmlich belagerten, rückten in der zweiten Hälfte der Verlängerung zwangsläufig mehr und mehr auf und öffneten so Konterräume. Jagte Danny Soltwedel einen Fallrückzieher noch über die Latte (109.), so war der Torjäger nach Kopfballverlängerung von Stefan Baran mit dem umjubelten und vorentscheidenden 2:0 zur Stelle (114.). Die Gäste erwiesen sich beim Schlusspfiff als faire Verlierer.

An der Seitenlinie dürfte der immer wieder lautstark antreibende Groß Laascher Trainer Frank Ullmann ebenfalls einiges an Kalorien verbrannt haben: „Ich bin superstolz auf die Jungs. Wismar war in der zweiten Halbzeit überlegen, aber mit der Verlängerung waren wir richtig drin im Pokal. Und ich hab vorher gesagt, ab dem Halbfinale ist alles möglich…“ Der Einzug in die Runde der letzten Vier (angesetzt für den 1. Mai 2014) dürfte am Abend gebührend gefeiert worden sein. Im Mannschaftsumfeld standen gleich vier Kicker-Geburtstage auf dem Programm.

Ein dickes Dankeschön der Groß Laascher Vereinsführung gilt Platzwart Peter Zwergk, der sich extra zwei Tage Urlaub genommen hatte, um sein „Wohnzimmer“, das er schon seit vielen Jahren ehrenamtlich hegt und pflegt, in bestmöglicher Verfassung präsentieren zu können.

SV Groß Laasch: Mock – M. Baran, Gaberle, R. Wilk (75. Henning), Fonfara, M. Wilk Wagner, Kruse, Baran, Post, Soltwedel (119. Mohr).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen