fussball-Vorschau : Rollt der Ball am Wochenende?

Das Hinspiel in Carlow konnten die Polzer (in Weiß) mit 2:1 für sich entscheiden.
Das Hinspiel in Carlow konnten die Polzer (in Weiß) mit 2:1 für sich entscheiden.

Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern hat noch keine generelle Absage des Spielbetriebes ausgesprochen.

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12. März 2020, 00:00 Uhr

Ob international oder national: Die Sportveranstaltungen, die wegen des Corona-Virus abgesagt werden, häufen sich. Das betrifft auch den Amateurbereich. So hat der Landesfußballverband Schleswig-Holstein den Amateurspielbetrieb in allen Altersklassen bis einschließlich 22. März eingestellt. In Mecklenburg-Vorpommern war dagegen, Stand gestern, keine Generalabsage geplant. Das Thema soll aber laut Aussage des Pressesprechers des Landesfußballverbandes, Robert French, ein zentraler Punkt der heutigen Präsidiumssitzung sein. Bei den Vereinen herrscht in jedem Fall große Verunsicherung.

„Das ist bei uns schon am Mittwoch Gesprächsthema gewesen. Es gibt noch keine abschließende Entscheidung. Ob wir morgen spielen, ist völlig offen“, sagte der Fußball-Abteilungsleiter der SG Aufbau Boizenburg, Jens Anderson, auf SVZ-Nachfrage. Von der Elbestadt sind es nur 15 Kilometer bis zur Landesgrenze Schleswig-Holsteins. Laut Ansetzung haben die Boizenburger (13./18 Punkte) am 20. Verbandsliga-Spieltag den Malchower SV (5./31) zu Gast. Die fehlende Kaltschnäuzigkeit seiner Spieler war aus Sicht von Alexander Lamer ein Faktor, der beim 1:1 gegen den SV Warnemünde einem Sieg im Wege stand. Diese „Abgezocktheit“ im Abschluss fordert der Aufbau-Trainer für die morgige Partie ebenso ein, wie unbedingten Willen und Überzeugung. Als schwer, aber nicht unmöglich stuft er die Aufgabe ein. Der Oberliga-Absteiger hat zuletzt nicht eben Bäume ausgerissen (ein Sieg aus fünf Spielen), verfügt aber unbestritten über eine echte „Waffe“. Nur wenn es gelingt, Tobias Täge aus dem Spiel zu nehmen, besteht Aussicht auf Erfolg. Für den Top-Torjäger der Liga stehen 26 Treffer zu Buche. Zum Vergleich: Die gesamte Aufbau-Mannschaft bringt es auf 21 Tore.


Landesliga West

Beim Hagenower SV (6./34) geht man aktuell davon aus, dass die Partie gegen den FSV Bentwisch (3./37) auf heimischem Kunstrasen über die Bühne gehen wird. In Anlehnung an die Empfehlung, die der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, ausgesprochen hat, „bitten wir aber jeden gesundheitlich angeschlagenen und älteren Zuschauer, sich zu überlegen, ob er tatsächlich zum Spiel kommen will“, sagt Co-Trainer Christian Tügel. Die in diesem Jahr noch verlustpunktfreien Hagenower wollen den Schwung der vergangenen Wochen mitnehmen, sind sich aber bewusst, dass da ein harter Brocken auf sie zukommt. „Das wird eine echte Standortbestimmung. Die spielen einen richtig guten Ball, da muss schon alles passen.“ Anders als im Hinspiel, das glatt mit 0:4 verloren ging. Nicht zuletzt, weil Bentwisch bei Eckbällen gnadenlos effektiv war. Aber das weiß man ja jetzt beim HSV.

„Wir bereiten uns darauf vor, morgen im Waldstadion aufzulaufen“, war man auch im Lager des SV Blau-Weiß Polz (11./20) gestern vorsichtig optimistisch, dass es tatsächlich zum vorgesehenen Vergleich mit der SG Carlow (10./23) kommen wird. Den Freiraum durch den Spielausfall der Vorwoche – der SV Plate hatte sich in ein einwöchiges Auslands-Trainingslager nach Spanien verabschiedet – haben die Blau-Weißen zu intensivem Training genutzt. „Es geht gegen einen direkten Konkurrenten, eine Mannschaft auf Augenhöhe. Da muss es natürlich unser Ziel sein, die Punkte zu Hause zu behalten.“


Landesklasse IV

In der Landesklasse IV ist für morgen unter anderen das Derby zwischen Tabellenführer SG 03 Ludwigslust/ Grabow und Eintracht Ludwigslust angesetzt. Man geht von 300 bis 400 Zuschauern aus. „Stand jetzt werden wir spielen“, sagt der 1. Hauptvorsitzende der SG 03, Björn Kasch, hebt aber zugleich seine ziemliche Ratlosigkeit hervor. „Es gibt die Empfehlung vom Landrat und von unserer Bürgermeisterin, Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern bis auf Weiteres abzusagen, aber keine Anweisung. Wer kann denn überhaupt ein Spiel absagen? – der gastgebende Verein, der Landesfußballverband, das Gesundheitsamt?“ Kasch sieht die Vereine als letzte Instanz da in einer schwierigen Situation.

Vor einer schweren Aufgabe steht, wenn es denn dazu kommt, der TSV Empor Zarrentin beim Tabellendritten in Crivitz. Der SVF Neustadt-Glewe ist in Rehna gefordert, Empor Grabow hat am Sonntag den Schweriner SC zu Gast. Wegen Unbespielbarkeit des Platzes fällt das Heimspiel des Wittenburger SV gegen den MSV Pampow II definitiv ins Wasser.

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