Boxen in Neustadt-Glewe : Gefeiert wie Rockstars

In einem sehenswerten Kampf besiegte Daniel Ahlers (in Rot) Jamshid Nezami deutlich nach Punkten. Der Boizenburger wurde als bester Amateur des Abends ausgezeichnet. Fotos: Günther Schulz
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In einem sehenswerten Kampf besiegte Daniel Ahlers (in Rot) Jamshid Nezami deutlich nach Punkten. Der Boizenburger wurde als bester Amateur des Abends ausgezeichnet. Fotos: Günther Schulz

Fans in der restlos ausverkauften Sporthalle „Zur Kuhdrift“ machen Box-Gala in Neustadt-Glewe zu einer riesigen Party.

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27. November 2019, 00:00 Uhr

Es war eine feine Box-Gala, die der SVF Neustadt-Glewe mit Sektionsleiter Gerrit Elfert an der Spitze da wieder auf die Beine gestellt hatte. Zuerst traten seine vier Amateure in einer Kampfgemeinschaft mit Eintracht Berlin gegen eine durch Berliner, Boizenburger und einen Paderborner verstärkte Staffel des polnischen Spitzenclubs Wisla Tczew an, danach folgten vier Profikämpfe. Der geplante fünfte Profi-Fight zwischen Ronny Mittag und dem Ungarn Krisztian Santa musste kurzfristig abgesagt werden, da sich der Ungar verletzt hatte und auf die schnelle kein Ersatz gefunden werden konnte.

Unterstützung erhielt Elfert zum wiederholten Mal von Harald Lange, dem Präsidenten der Eintracht Berlin, der auch den „VIP-Teil“ der Box-Gala organisierte und Schweriner Boxprominenz in die erste Reihe holte. Dazu gehörten Olympiasieger Jochen Bachfeld sowie der zweifache Europameister Richard Nowakowski. Wie in den Vorjahren organisierte der Berliner Box-Manager Winfried Spiering den Profi-Teil des Events und bewies dabei wieder ein gutes Händchen. Elferts Dank galt nicht nur Lange und Spiering, sondern allen, die dieses Event ermöglichten: Seinem Sektionsteam, den vielen Sponsoren sowie der Stadt Neustadt-Glewe.

Das Publikum feierte in der restlos ausverkauften Sporthalle „Zur Kuhdrift“ jeden Boxer wie einen Rockstar. Die Fans staunten über die vielen talentierten Kämpfer, die Elfert für seine Staffel aufstellte. „Gott sei dank gibt es bei Fortschritt keine Nachwuchskrise, und die Gewichtsklassen, in die unsere Athleten erst noch hineinwachsen müssen, die füllt mein Freund Harald Lange mit seinen Eintrachtlern.“

Die Boxer der Kampfgemeinschaft konnten sich gegen Wisla Tczew knapp durchsetzen, wobei die Fights von Djamill Schröder und Ari Mousa, beide Berlin, sowie dem Polen Patryk Walczak nicht über die Zeit gingen. Die drei waren ihren Gegnern derart überlegen, dass der Referee vorzeitig abbrach. Im letzten Amateurgefecht wurde es noch einmal richtig spannend. Fortschritts Superschwergewichtler Konrad Wiesniewski boxte in einem harten Gefecht gegen den Boizenburger Michael Pieper. Keiner der Kontrahenten konnte einen Punktevorsprung aufbauen. Entsprechend salomonisch war das Urteil der Jury – unentschieden. Genauso war auch der erste Vergleich vor wenigen Wochen bewertet worden – es war damals für beide das Ringdebüt. Der Pokal für den besten Amateur des Abends ging an den 27-jährigen Boizenburger Daniel Ahlers.

Der Profiteil bestand aus vier Kämpfen mit insgesamt 24 Runden. Doch die reizten die Profis bei weitem nicht aus. Zuerst dominierte Mateusz Denis Okbi den Ungarn Norbert Magyar. Mit guter Übersicht hielt er seinen Gegner an den Seilen und stellte ihn schließlich in der Ringecke. In der zweiten Runde beendete Okbi den Fight mit einem linken Haken aus dem Lehrbuch und einem klassischen K.o. Für seine Leistung bekam er die Auszeichnung für den besten Profi-Boxer.

Wikings IBO Continental Meister Sven Elbir schlug den brasilianischen Meister Morrama Dheisw nach nur 48 Sekunden schwer k.o. Erst nach einigen Minuten intensiver Betreuung durch Ringärztin Dr. Beatrix Raudszus kam Dheisw wieder auf die Beine. Für Elbir war es der 13. K.o.-Sieg in seinem 17. Kampf. Im dritten Fight des Abends kam es zu einer interessanten Begegnung zwischen Maksim Bogancov aus Berlin und dem sehr erfahrenen Ungarn Pal Olah. Bogancov boxte den „alten Hasen“ klassisch aus und wurde nach sechs Runden einstimmiger Punktsieger.

Im letzten Vergleich hatte der Hamburger Alexander Pavlov keine Probleme mit dem mit 20 Profikämpfen angereisten Ungarn Istvan Szucs. Pavlov setzte klare Treffer, die auch psychologische Wirkung zeigten. Nach weiteren Treffern ging Szucs zu Boden und zeigte eine Fußverletzung an. Sieger durch technischen K.o. in der zweiten Runde: Alexander Pavlov. Der hätte sicherlich gerne mehr seines Könnens gezeigt.

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