Schweriner Schlosstriathlon : Ganz einfach eine tolle Location

Der „brodelnde“ Burgsee als unverkennbares Indiz: Die Triathleten sind wieder los. Fotos: thomas Willmann
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Der „brodelnde“ Burgsee als unverkennbares Indiz: Die Triathleten sind wieder los. Fotos: thomas Willmann

Der 28. Schweriner Schlosstriathlon begeisterte Aktive und Zuschauer gleichermaßen. Regionalliga eine sportliche Bereicherung

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26. Juni 2016, 23:00 Uhr

„Organisatorisch und sportlich  super professionell. Und doch geht es familiär zu – eine geile Veranstaltung.“ Ähnlich euphorische Kommentare gab es gestern reichlich zu hören, rund um das Schweriner Schloss. Dass sich der gleichnamige Triathlon mehr und mehr zu einem echten „Renner“ entwickelt, zeigte alleine schon die Resonanz auf die 28. Auflage. Sowohl der Elbe-Haus-Sprint (750 m Schwimmen/20 km Radfahren/5 km Laufen), als auch der Nordpokal über die olympische Distanz (1,5 km/40 km/10 km) waren seit Wochen restlos ausgebucht – erstmals in der Geschichte dieser Traditionsveranstaltung. „Ihr könnt es leicht bekleidet angehen lassen. Die Wassertemperatur liegt bei 24 Grad“, stimmte David Sator von Tri Sport Schwerin die „Sprinter“ bei der Schwimmeinweisung ein. „Leicht bekleidet“, das bedeutete: Neoprenanzug verboten.

An der Strecke wurde mit dem ersten Startschuss kräftig mitgefiebert. Edda Kerlin-Bengsch aus Rostock feuerte gemeinsam mit Schwiegertochter und Enkel ihre drei Söhne Robert (35 Jahre), Frank (29) und Christian Kerlin (29) an, die in dieser Reihenfolge die  Sprintstaffel in Angriff nahmen. „Im letzten Jahr haben die Jungs noch gekniffen. Doch diesmal habe ich sie dran gekriegt“, flachste Robert, der aktive Triathlet im Familien-Trio. Das Resümee fiel einmütig aus: „Großartig“. Julia Meinke konnte sogar auf ihr eigenes „Meinke Fan-Team“ bauen. Die 27-jährige Alt Krenzlinerin (Kreis Ludwigslust-Parchim), die in Göttingen studiert und für die  TWG 1861 Göttingen startete, fiel nach ihrem Sprint-Sieg erst einmal Mutter Kerstin und Vater Veit in die Arme. Zum Team gehörten außerdem Oma Margret und Opa Siegfried Leverkus sowie der extra aus Hamburg angereiste Onkel Steffen Leverkus. „Die Kette ist abgesprungen, der Lenker verbogen und ich habe in der Wechselzone meine Laufschuhe nicht gefunden“, ließ die Siegerin ihren Emotionen im Ziel nach einem nicht ganz reibungslos verlaufenen Wettkampf freien Lauf. „Nach meinem zweiten Platz im vergangenen Jahr wollte ich unbedingt angreifen.“ Apropos zweiter Platz: Den hat offensichtlich Lokalmatador Robert Prahl fest gebucht. Im  Vorjahr musste er Dennis Kruse den Vortritt lassen. Diesmal wurde er auf den abschließenden fünf Laufkilometern noch vom 16-jährigen Jan-Ole Schwarz (Fiko Rostock) abgefangen, war aber angesichts seines „dosierten“ Trainings doch hoch zufrieden. „Robert hat gesagt, er möchte gerne in der nächsten Woche noch seinen Titel beim Alu-Man in Grevesmühlen verteidigen, und dann kann’s losgehen“, erklärte Freundin Susanne Dillmann lachend mit Blick auf den unmittelbar bevorstehenden Geburtstermin des gemeinsamen Sohnes.

Es ging gestern Schlag auf Schlag. Die „Sprinter“ waren noch nicht alle im Ziel, da fegten schon die Regionalliga-Starter auf ihrer 40-km-Radrunde an ihnen vorbei. Die 28 Frauen und 87 Männer machten deutlich, warum Cheforganisator Volkmar Müller die Regionalliga im Vorfeld als „absolute sportliche Bereicherung“ eingestuft hatte. Im Nordpokal hatten die Gastgeber Grund zum Feiern. „Ihre“ Anja Wittwer siegte mit deutlichem Vorsprung von mehr als acht Minuten. Und auch bei den Männern mischten die Schweriner Tri-Sportler kräftig mit. Hinter dem Greifswalder Streckensieger Daniel Hingst, der als einziger unter der Zwei-Stunden-Marke blieb, wurde Felix Dittberner Zweiter, Frank Baalcke landete auf Platz vier.

Die Staffel-Konkurrenzen (Sprint und olympisch) und die Swim & Run-Wettkämpfe des Triathlon-Nachwuchses komplettierten ein Programm, das keine Langeweile aufkommen ließ. Dem zehnköpfigen harten Kern des Organisationsteams standen rund 150 Helfer zur Seite, die für einen reibungslosen Ablauf sorgten und denen Volkmar Müller noch einmal ein ganz dickes Dankeschön sagen möchte. „In unserem Resümee sind wir uns einig: Wir freuen uns auf das nächste Jahr und den 29. Schlosstriathlon.“

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