Fußball-Landesliga : Es fehlt weiter an Durchschlagskraft

Eine der größten SG 03-Chancen in diesem Spiel: Ole Baerwinkel (in Blau) scheiterte am Doberaner Keeper Sven Scheibner.
Eine der größten SG 03-Chancen in diesem Spiel: Ole Baerwinkel (in Blau) scheiterte am Doberaner Keeper Sven Scheibner.

Fußball-Landesliga: SG 03 Ludwigslust/Grabow kommt gegen Doberaner FC nicht über ein 0:0 hinaus / leistungsgerechte Punkteteilung

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07. Oktober 2018, 23:00 Uhr

Eigentlich baut der Verfasser dieser Zeilen nach Möglichkeit immer einen zeitlichen Puffer ein, um schon vor dem Anpfiff eines Fußballspiels, dem Startschuss einer Laufveranstaltung etc. das ein oder andere Gespräch führen zu können. Entsprechend groß war die Verwunderung, als er am Sonnabend gegen 13.40 Uhr auf das Grabower Waldstadion zufuhr und dort schon 22 Mann in Aktion sah. Die Landesliga-Partie der SG 03 Ludwigslust/Grabow gegen den Doberaner FC war doch für 14 Uhr angesetzt? Die Erklärung lieferte der Fußball-Abteilungsleiter der SG 03, Björn Kasch: „Wir haben das Spiel um eine Stunde vorverlegt und vergessen, Dich zu informieren. Sorry.“ Der Grund für das kurzfristige Handeln: So konnte Marc Thore Schulz, der um 18 Uhr in Torgelow sein musste, vor seinem Bundeswehreinsatz zumindest noch eine Halbzeit mitwirken. Die Mannschaft wird jetzt zwei Monate ohne ihn auskommen müssen. Ein Dankeschön der SG 03 galt dem Doberaner FC, der der erst am Freitagmorgen geäußerten Bitte zeitnah zustimmte.

Verpasst hatte der Reporter in den schon abgelaufenen 40 Minuten wenig. Das Geschehen spielte sich bei optischen Vorteilen für die Heimelf zumeist im Mittelfeld ab. Die beste Chance war für die Gäste zu notieren. Einen gut getretenen Freistoß parierte Dennis Gronwald in starker Manier (28.). Mit Gronwald fand das muntere „Bäumchen wechsel dich“ im SG 03-Tor seine Fortsetzung. Der 37-Jährige, der ab und zu bei den Alten Herren zwischen den Pfosten steht, ist im jetzt achten Punktspiel bereits der fünfte Keeper, der zum Einsatz kommt – notgedrungen . Die Verletzung, die sich sein unmittelbarer „Vorgänger“, Frank Engel (48 Jahre), im Schönberg-Spiel zuzog, stellte sich nach Untersuchung im Schweriner Klinikum als Bruch der Augenhöhle heraus (gute Besserung). Aus Kaschs Sicht kann man der aktuellen Situation eigentlich nur noch mit Galgenhumor begegnen. „Wir starten jetzt einfach mal ne Ausschreibung: Torwart gesucht – Bewerbungen wohlwollend angenommen.“ Er wolle das aber keinesfalls falsch bewertet wissen. „Ich habe die höchste Achtung vor denen, die sich zur Verfügung gestellt haben.“

Immerhin hielt Dennis Gronwald seinen Kasten gegen Doberan auch in einer über weite Strecken hektischen und von vielen Ungenauigkeiten geprägten zweiten Halbzeit sauber. Es gab für ihn einige knifflige Situationen zu lösen, speziell in der Schlussphase. So entschied der SG 03-Keeper eine Einz-gegen-Eins-Situation für sich und war auch bei der anschließenden Ecke zur Stelle (76.). In der 85. Minute parierte Gronwald eine Volleyabnahme sicher.

Die Heimelf hatte ebenfalls ihre Möglichkeiten zur Spielentscheidung. Es fehlte in der Summe aber erneut an der nötigen Durchschlagskraft. Robert Dietrich brachte eine scharfe Hereingabe von Martin Wilk nicht aufs Ziel (52.), Ole Baerwinkel zog zweimal gegen den Doberaner Torwart den Kürzeren (74. und 81.). Als der Ball gefühlvoll auf den zweiten Pfosten gezogen wurde, fehlte zudem das nötige Quäntchen Glück (72.). Letztlich endete die faire Partie torlos. Es war eine leistungsgerechte Punkteteilung. Das sah Co-Trainer Enrico Kirstein, der seinen erkrankten „Chef“ Rene Schwarz auf der SG 03-Bank vertrat, ähnlich: „Wir hatten zwar viel Ballbesitz, haben unsere Angriffe oft aber nicht richtig zu Ende gespielt. Wir nehmen den Punkt mit und sind damit nicht ganz unzufrieden.“


SG 03 Ludwigslust/Grabow: Gronwald – O. Baerwinkel (88. Vogt), Schulz (46. Ma. Tiede), Thießen, Wilk, Grünwald, Gätcke, L. Baerwinkel, Dahl, Kretschmer (65. Stahl), Dietrich

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