kreissportbund : Ein reger Austausch von Ideen

Auf dem „Marktplatz der Ideen“  wurde in kleinen Runden eifrig diskutiert. Fotos: thomas willmann
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Auf dem „Marktplatz der Ideen“ wurde in kleinen Runden eifrig diskutiert. Fotos: thomas willmann

„Forum Sport“ feiert gelungene Premiere

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08. April 2019, 23:00 Uhr

„Das ist ja schön voll hier – da kann ich ja gleich wieder gehen“, scherzte Stefan Sternberg mit einem Blick durch den Kreistagssaal in Ludwigslust. Der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim blieb dann aber doch und mischte sich gleich unters „Volk“. Das waren in diesem Fall die gut 100 Teilnehmer des „Forums Sport“, das der Kreissportbund (KSB) Ludwigslust-Parchim gemeinsam mit der Schule der Landentwicklung MV und der lokalen Aktionsgruppe Leader SüdWestMecklenburg organisiert hatte. „Wir haben dieses Format, Ideen und Ergebnisse öffentlich zu präsentieren und zu diskutieren, zum ersten Mal gewählt. Ich hoffe, dass das ein Beginn ist. Dass erkannt wird, dass man mit Beteiligung der Basis im Ehrenamt viel erreichen kann“, verbindet KSB-Geschäftsführerin Kriemhild Kant schon die ein odere andere Erwartung mit dieser Premiere.

Ausgehend von einem 2016 ins Leben gerufenen Leitprojekt erfüllten Sportvereine, die sich in der Folge für eine aktive Beteiligung entschieden hatten, das Motto: „Versuchs doch mal...“ mit Leben. Die Einzelprojekte wurden individuell auf die Bedürfnisse und Wünsche des jeweiligen Vereins zugeschnitten. Über allem stand das zentrale Anliegen: „Wie kann ich meinen Verein zukunftsfähig gestalten?“ Mitgliedergewinnung, Marketing und Sponsoring, Jugendbeteiligung, digitale Kommunikation, Kooperationen mit anderen Vereinen… – das Spektrum war breit gefächert.

Insbesondere der „Markplatz der Ideen“, der sich der Kurzvorstellung der Vereinsprojekte anschloss, löste den erhofften regen Gedankenaustausch aus. An den großformatigen Aufstellern setzten eifrige Diskussionen ein. „Das ist eine gute Sache. Jeder kann sich hier etwas herauspicken. Etwa wenn es um die große Problematik geht, neben neuen Mitgliedern auch ehrenamtliche Trainer und Übungsleiter zu gewinnen“, sagte Juliane Lüpken, Vorstandsmitglied vom Wittenburger SV. Benjamin Lau, Trainer des FSV Schwerin, interessierte sich vor allem für das Thema Sponsoring: „Ich finde das richtig gut, wie der Hagenower SV das angepackt hat.“ Für Andreas Nath, Vereinssportlehrer beim SC Parchim, ist „die Netzwerkarbeit, das Miteinander der Vereine, das A und O. Du hast hier die Ansprechpartner für ganz verschiedene Projekte vor Ort.“

Die vielen Fragen rund um das Ehrenamt, die in den verschiedenen Runden aufkamen, versuchte Ute Fischer-Gäde als Moderatorin der abschließenden Podiumsdiskussion zu bündeln. Einig waren sich Torsten Haverland, Geschäftsführer des Landessportbundes, und Thomas Wien, KSB-Vorstandsmitglied und Vereinsvorsitzender des SC Parchim, in einem Punkt: „Entbürokratisierung darf nicht nur ein Schlagwort bleiben, sondern muss gelebt werden. Was das teilweise für Blüten treibt, was Vereine da nachweisen müssen…“ Thomas Reimann, Referatsleiter aus dem Landwirtschaftsministerium MV, äußerte sein volles Verständnis, machte aber zumindest in puncto Förderprogramme wenig Hoffnungen: „Die Mittel kommen aus verschiedenen Quellen – Kreis, Land oder EU. Und jeder hat eigene Vorgaben, wie das zu laufen hat. Da gibt es keine großen Spielräume zur Vereinfachung.“

Lautstarken Beifall erntete Stefan Sternberg, der zwar als Landrat eingeladen war, aber auch als Vorsitzender der Landessportjugend voll im Stoff steckte. Keine Institution sei so stark wie das Ehrenamt als eine der ganz wichtigen Säulen unserer Gesellschaft. „Bei meinen Reisen durch den Landkreis habe ich viele, tolle kleine Vereine entdeckt, die wir noch sichtbarer machen müssen. Jeder Sportverein ist doch eine schlafende Schönheit.“

Die Organisatoren fühlten sich durch Resonanz und Verlauf dieses ersten „Forums Sport“ bestätigt. „Wenn die Vereine heute für sich etwas mitnehmen, ist der Zweck voll erfüllt“, resümierte Kriemhild Kant. Und Henning Bombeck von der Schule der Landentwicklung MV begeisterte sich für die Idee, „mit den Ergebnissen dieser Projekte als Wanderausstellung durch die Rathäuser zu ziehen, als Hilfestellung für die Vereine, die sich bewegen wollen“.

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