Fussball : Bis zuletzt eine Zittersaison

Der große Aufreger der Saison aus Polzer Sicht: Die Blau-Weißen setzten sich gegen den Lübzer SV mit 4:1 durch. Das Sportgericht wertete mit 0:3, das Verbandsgericht hob das Urteil auf – die Punkte blieben in Polz.
Der große Aufreger der Saison aus Polzer Sicht: Die Blau-Weißen setzten sich gegen den Lübzer SV mit 4:1 durch. Das Sportgericht wertete mit 0:3, das Verbandsgericht hob das Urteil auf – die Punkte blieben in Polz.

Fußball-Landesliga: Nur der erfolgreiche Widerspruch gegen ein Sportgerichtsurteil bewahrte den SV Blau-Weiß Polz vor dem Abstieg

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21. Juli 2019, 00:00 Uhr

„Drei Wochen müssen reichen, die ersten Punktspiele noch als Verlängerung der Vorbereitung herhalten – wie immer in Polz“, kommentiert Trainer Steffen Willuweit nüchtern die Ausgangssituation beim Fußball-Landesligisten SV Blau-Weiß für die Spielzeit 2019/20. „Ich will in die Verbandsliga aufsteigen und Torschützenkönig werden“, umschreibt Thilo Wilkens seine persönliche Zielstellung. Wie der 41-jährige Routinier, der entgegen seiner ursprünglichen Absicht doch noch ein Jahr dranhängt, einen „Abschied auf Raten“ plant, diese Worte verstanden wissen will, macht er im nächsten Satz deutlich: „Nein, im Ernst. Es wird definitiv ein hartes Jahr. Nur wenn alle Mann fit bleiben, können wir es schaffen, ist der Klassenerhalt drin.“ Immerhin müssen am Ende der Saison auf Grund der neuerlichen Umstrukturierung im Landesfußball vier Mannschaften absteigen.

Und um nicht eine davon zu sein, müssen die Polzer definitiv eine Schippe drauflegen. Es ist noch untertrieben, die zurückliegende Landesliga-Saison als „holprig“ einzustufen. Es fehlte nicht viel und die Mannschaft hätte sich in der Landesklasse wiedergefunden. Letztlich rettete nur ein erfolgreicher Widerspruch vor dem Abstieg. Hätten die Polzer die drei Punkte vom 4:1-Sieg gegen den Lübzer SV eingebüßt, wie ein Urteil des Sportgerichts vorsah, weil die Blau-Weißen einen nicht im Mannschaftsbogen verzeichneten Spieler eingesetzt hatten, wäre es das gewesen. Doch das Verbandsgericht hob das Urteil auf. Das 4:1 blieb in der Wertung, und nur dadurch hatten die Polzer im Vergleich mit dem Meisterschaftsvierzehnten der Landesliga Ost, dem PSV Rostock, knapp die Nase vorn – die Rostocker mussten absteigen.

Allein diese Rechenspielerei zeigt schon, dass beim SV Blau-Weiß vieles nicht rund lief. Zwar schnitt die Mannschaft in der Rückrunde mit der im Ligavergleich neunten Bilanz etwas besser ab, als noch im ersten Saisonabschnitt (14.). Doch da auch die Konkurrenz zulegte, konnte man sich nie aus der abstiegsgefährdeten Zone lösen. „Die Hinserie war schon sehr problematisch. Vor allem ausgelöst durch die personelle Besetzung“, lag die Hauptursache für Steffen Willuweit auf der Hand. Neben einigen Abgängen und der Auflösung der zweiten Mannschaft musste man eine ganze Reihe von Langzeitausfällen verkraften – verletzungs- und berufsbedingt. Für die Rückrunde sei man als Mannschaft noch enger zusammengerückt, im Bewusstsein, dass der Klassenerhalt nur so zu schaffen sei. „Wir haben dann wirklich gute Spiele gemacht. Nur, dass allzu oft das Ergebnis nicht stimmte.“

Über lange Jahre zeichnete die Polzer aus, dass sie relativ viele Tore schossen und sich so sicher in der Liga behaupteten. Dieser Pluspunkt fehlte im zurückliegenden Spieljahr. „Ich habe selten eine Saison mit so vielen ausgelassenen Chancen erlebt“, konstatierte der frühere Torjäger Willuweit. Den als Stürmern aufgebotenen Spielern habe es durch die ständig notwendigen Positionswechsel am Selbstverständnis und der nötigen Ruhe im Abschluss gefehlt. Gleiches galt für die Defensive. Auch dort konnten sich keine Blöcke herausbilden, war die jeweilige Zusammensetzung oft aus der Not geboren.

Und, ist für die neue Saison Besserung in Sicht? Auf personeller Ebene passiert wenig Entlastendes. Festzuhalten bleibt, dass mit Mannschaftskapitän Fabian Weidmann, der zum Verbandsligisten Güstrower SC wechselt, und Julian Jesse, der für den VfL Neukloster (Landesklasse III) aufläuft, zwei Leistungsträger den Verein verlassen haben. Auf der Haben-Seite soll Rückkehrer Robert Wallbaum dem Mittelfeldspiel mehr Struktur geben und Svjatoslav Lissovskij (MSV Pampow II, zuvor Hagenower SV) die Defensive verstärken. Als ausgesprochen positiv und wichtig wertet der Trainer die Tatsache, dass der ansonsten sehr jungen Truppe neben Thilo Wilkens mit Ronny Schult (40 Jahre) ein weiterer „Leitwolf“ erhalten bleibt.

In der generellen Einschätzung sind sich Willuweit und Wilkens einig: „Viel wird davon abhängen, ob wir einen vernünftigen Einstieg erwischen und ob wir ohne größere Verletzungsausfälle durch die Saison kommen.“ Zum Punktspielauftakt am 3. August wartet auswärts mit dem letztjährigen Meisterschaftsdritten, dem Doberaner FC, gleich eine ganz harte Nuss.

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