fussball : Aus Polzer Sicht war das zu wenig

Die Polzer (in Weiß) versuchten das Spiel breit zu machen, trafen aber auf gut organisierte Hagenower.
Die Polzer (in Weiß) versuchten das Spiel breit zu machen, trafen aber auf gut organisierte Hagenower.

Fußball-Landesliga West: Trotz Chancenvorteilen reicht es für den SV Blau-Weiß gegen den Hagenower SV nur zu einem 2:2

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17. März 2019, 23:00 Uhr

Der Schiedsrichter schien nach 90 Minuten genug zu haben vom Dauerregen im Polzer Waldstadion. Überpünktlich pfiff er die Landesliga-Partie zwischen den gastgebenden Blau-Weißen und dem Hagenower SV ab. Über das erreichte 2:2 war man im Polzer Lager nicht sonderlich glücklich. „Das ist in unserer Situation eigentlich zu wenig. Und ich denke, wenn man sich die Summe der Chancen anschaut, hätten wir heute einen Sieg verdient gehabt“, fasste Alf Bußacker seine Eindrücke zusammen. Der Polzer Mannschaftsbetreuer vertrat seinen „Chef“ Steffen Willuweit, der zur gleichen Zeit bei einem Trainerlehrgang die Schulbank drückte.

Die Heimelf begann druckvoll und erarbeitete sich früh eine Großchance. Nach einem schnell über die rechte Seite vorgetragenen Angriff wurde Yannick Albs im gegnerischen Strafraum gefoult. Den fälligen Elfmeter jagte Philipp Kies weit über die Latte (10.). In der Folge fanden die Hagenower, die auf vier Spieler aus ihrer zweiten Mannschaft (Kreisliga) zurückgreifen mussten, defensiv immer besser ihre Positionen. Sie griffen erst in der eigenen Hälfte an und machten die Räume so sehr eng. Eigene Offensivbemühungen blieben eher sporadisch. Dennoch hätte Martin Wojatzky den HSV in Führung bringen können. Er traf den per Kopf verlängerten Ball aber nicht richtig (28.). Den bis dahin schönsten Spielzug leitete Philipp Kies mit mustergültigem Pass in die Tiefe ein. Yannick Albs ließ einen Gegenspieler ins Leere rutschen und legte für den mit aufgerückten Ronny Schult zurück. Dessen Schuss war etwas zu hoch angesetzt (36.). Die Schlussphase der ersten Halbzeit verlief aus Polzer Sicht ausgesprochen bitter. Zunächst wurde das vermeintliche 1:0 zurückgepfiffen, weil der Schiedsrichter ein Stürmerfoul von Thilo Wilkens gesehen hatte (40.). Auf der anderen Seite blieb ein Freistoß von der Strafraumgrenze in der Abwehrmauer hängen. Auch der zweite Versuch wurde geblockt. Dieser Abpraller landete aber genau vor den Füßen von Marcel Konrad, der den Ball hoch im Polzer Netz versenkte (44.).

Der Ausgleich wurde von einem schönen Seitenwechsel eingeleitet, den Fabian Weidmann technisch sauber per Direktabnahme abschloss (52.). In der 63. Minute zeigte der Schiedsrichter Hagenows Christian Tügel nach einem intensiv geführten Zweikampf mit Thilo Wilkens die Gelbe Karte. Wäre ihm in dem Moment bewusst gewesen, dass er Tügel bereits in der ersten Halbzeit verwarnt hatte, hätte er es voraussichtlich bei einer Ermahnung belassen. So aber blieb als Konsequenz nur Gelb/Rot. Die Unterzahl schien die Gäste wenig zu beeindrucken. Ihrer erneuten Führung ging wieder ein Freistoß voraus. Philipp Kies wurde in der Abwehrmauer voll am Kopf getroffen. Die daraus resultierende Bogenlampe schaufelte der Polzer Keeper Steffen Gebert unglücklich vor das eigene Tor. Felix Greitens drückte den Ball über die Linie (66.). Mit sattem Distanzschuss erzielte Philipp Kies das 2:2 (76.). Die Blau-Weißen wollten mehr. Fabian Weidmann scheiterte am gut den Winkel verkürzenden Luca Fischer (80.), der wenig später einen platzierten Schuss von Paul Radtke in glänzender Manier an die Latte lenkte (82.). Die letzte Chance gehörte allerdings dem HSV. Mit einer wahren Energieleistung marschierte Enrico Grewe vom eigenen Strafraum bis an die gegnerische Grundlinie und legte mustergültig ab. Der gerade erst eingewechselte Leon Ahrens hätte aus kurzer Distanz zum Matchwinner werden können. Doch Steffen Gebert warf sich in den Ball und blockte ihn ab (90.).

HSV-Trainer Dirk Hoffmann war nach dem Schlusspfiff froh, dieses Spiel so gut über die Bühne gebracht zu haben: „Ein bisschen ärgerlich ist das schon, wenn du zweimal führst und doch nur unentschieden spielst. Andererseits bin ich mit dem Punkt absolut zufrieden. Riesenkompliment an meine Jungs. Was sie mit dieser Rumpftruppe kämpferisch abgerufen haben.“

SV Blau-Weiß Polz: Gebert – Jesse, Schult, Krogmann, Kies (87. Sawatzki), Uller (75. Bunge), Ranft, Radtke, Albs (75. Köster), Weidmann, Wilkens


Hagenower SV:
Fischer – Brüch, Brockmöller, Homberger, Lüth, Tügel, Greitens (Rudolf), Wojatzky, E. Grewe, Jessel, Konrad (89.)

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