Radball : Als Vizemeister gefeiert

Für die Medaillengewinner ging es nach der Siegerehrung hoch hinaus: Die Silbermedaillengewinner Tim Leonhardt (l.) und Tommy Herrmann wurden von den Lüblower U19-Radballern Lars Richter (l.) und Tony Herrmann huckepack genommen.
Für die Medaillengewinner ging es nach der Siegerehrung hoch hinaus: Die Silbermedaillengewinner Tim Leonhardt (l.) und Tommy Herrmann wurden von den Lüblower U19-Radballern Lars Richter (l.) und Tony Herrmann huckepack genommen.

Die Lüblower Radballer Tommy Herrmann und Tim Leonhardt sind nach ihrem starkem Auftritt das zweitbeste U13-Team in Deutschland

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18. Juni 2019, 00:00 Uhr

Die letzten zehn Sekunden wurden von den mitgereisten Fans des SV Wanderlust Lüblow lautstark heruntergezählt. Mit dem Schlusspfiff gab es dann kein Halten mehr. Das abschließende 2:2 gegen den direkten Konkurrenten SKV Mörfelden (Hessen) reichte Tommy Herrmann und Tim Leonhardt, um sich bei den im bayerischen Frohnlach (bei Coburg) ausgetragenen deutschen Meisterschaften in der Altersklasse Schüler U13 die Silbermedaille zu sichern. Sie schlugen damit ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte auf. Zum ersten Mal in 113 Jahren SV Wanderlust steht ein Lüblower Radballteam auf dem Podest.

„Die letzte Minute war nichts für schwache Nerven. Die Zeiger schienen still zu stehen. Das brauch ich ganz sicher nicht noch mal“, hat Burkhard Protz, der als Trainer und Vereinsvorsitzender gleich doppelt litt, die Szenen noch genau vor Augen. Die Endphase des Finalturniers hatte das Zeug zu allerbester Krimi-Unterhaltung. Auf den Plätzen hinter dem souveränen deutschen Meister RC Worfelden (Hessen) spiegelte sich die Ausgeglichenheit des Achterfeldes wider. Die Ausgangssituation vor dem letzten Spiel: Lüblow durfte nicht verlieren, Mörfelden musste für eine Medaille unbedingt gewinnen. Herrmann/Leonhardt gingen in Führung, kassierten aber postwendend den Ausgleich. Das gleiche Bild nach der Pause. Tim Leonhardt verwandelte einen 4-m-Strafstoß, Mörfelden antwortete schnell mit dem 2:2. Und die jungen Hessen bekamen in der Schlussminute noch eine Riesenchance zum Sieg, scheiterten vom 4-m-Punkt aber am stark parierenden Tommy Herrmann.

Was den Erfolg zusätzlich aufwertet, ist der aus Lüblower Sicht ziemlich verkorkste Turniereinstieg. Die Nervosität war Tommy und Tim bei ihrem ersten DM-Finale deutlich anzumerken. Sie starteten mit einer 2:3-Niederlage gegen den RSV Zscherben (Sachsen-Anhalt) und gerieten auch gegen den späteren Titelträger Worfelden schnell mit 0:3 ins Hintertreffen. Dass sie sich in der zweiten Halbzeit zumindest noch auf 3:4 herankämpfen konnten, stufte Burkhard Protz als enorm wichtig ein. „Das hat ihnen Zuversicht und Selbstvertrauen für die weiteren Spiele gegeben.“ Mit dem 2:1 gegen den SV Erzhausen (Hessen) folgte der erste Dreier, und dank des 4:2 gegen den RSV Wallbach (Baden) ging man mit einem guten Gefühl aus dem ersten Tag.

Mit dem gleichen Ergebnis setzten sich die Mecklenburger am nächsten Morgen gegen den RV Graben (Baden) durch. Um sich die Medaillenchance zu erhalten, musste auch gegen den RV Krofdorf ein Sieg her. „Genau zur richtigen Zeit haben sie ihre beste Leistung gezeigt“, freute sich der Trainer über schön herausgespielte Tore und ein ungefährdetes 2:1. Der Anschlusstreffer für die Hessen fiel in den Schlusssekunden. Da die Konkurrenz mitspielte und sich gegenseitig die Punkte abnahm, sprangen die Lüblower vor der abschließenden Runde auf den zweiten Platz. Und den konnten sie durch das erwähnte, nervenaufreibende 2:2 halten. Ein dickes Lob für die Lüblower Radballer gab es aus berufenem Munde, vom Junioren-Bundestrainer Michael Lomuscio: „Wie ihr das ohne echte Konkurrenz oben im Norden wiederholt schafft, euch für das Finale zu qualifizieren und jetzt sogar eine Medaille zu gewinnen, das bewundere ich.“

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