Fussball-Verbandsliga : Zu wenig Biss in den Zweikämpfen

Aufbaus Patrick Bahl (r.) hatte die Riesenchance zum 2:0 auf dem Fuß, konnte sie aber nicht nutzen. Stattdessen glichen die Penzliner im Gegenzug aus.
Aufbaus Patrick Bahl (r.) hatte die Riesenchance zum 2:0 auf dem Fuß, konnte sie aber nicht nutzen. Stattdessen glichen die Penzliner im Gegenzug aus.

SG Aufbau Boizenburg muss sich dem starken Aufsteiger Penzliner SV mit 2:4 geschlagen geben.

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03. Oktober 2019, 00:00 Uhr

Das hatten sich die Verbandsliga-Fußballer der SG Aufbau Boizenburg anders vorgestellt. Im vorgezogenen Punktspiel gegen den Penzliner SV kassierte die Mannschaft gestern mit einem 2:4 die erste Heimpleite der Saison. Trainer Alexander Lamer war nach dem Schlusspfiff ziemlich bedient. „Weil meine Mannschaft mir offensichtlich nicht zuhört. Wir verlieren genau die Zweikämpfe und Situationen, die wir vorher angesprochen haben. Da fehlten Leidenschaft und der letzte Wille. Penzlin hat verdient gewonnen.“

Die Gäste agierten genauso, wie man das angesichts ihrer bisherigen Bilanz erwarten konnte. Der Aufsteiger suchte sein Heil von Beginn an in der Offensive und zog schon in der Anfangsphase einige blitzschnelle Konter auf. Andererseits wurde allerdings auch deutlich, warum die Mannschaft mit bereits 20 Gegentreffern in diese Partie gegangen ist. Den Boizenburgern wurde gerade über die Flügel viel Raum geboten, den sie nicht entsprechend zu nutzen wussten. Und doch reichte es zur Führung. Christian Okafor zog einen Freistoß flach aufs Tor. Der Penzliner Keeper ließ den Ball durchrutschen und Mario Schilling war per Abstauber zur Stelle (28.). Patrick Bahl hätte wenig später erhöhen können. Nach perfekter Ballmitnahme verlor er ein wenig die Balance und brachte frei vor dem Tor in zwei Versuchen keinen Abschluss zu Stande (32.). Das rächte sich prompt. Im direkten Gegenzug fiel das 1:1. Der oberliga-erfahrene Normen Richter (37 Jahre) traf mit präzisem Flachschuss. Aufbau-Keeper Kevin Zlotkowski war noch mit den Fingerspitzen am Ball, konnte den Ausgleich aber nicht verhindern. Um ein Haar wäre praktisch mit dem Pausenpfiff noch das 1:2 gefallen. Ein schön gezirkelter Freistoß landete am Lattenkreuz und von da aus zum Boizenburger Glück vor der Torlinie (45.).

Die zweite Halbzeit begann dagegen denkbar unglücklich für die Heimelf. Eine Eingabe von Alexander Lukesch beförderte Mario Schilling ins eigene Netz (47.). Lukesch, der aus Neustrelitz Regionalliga-Erfahrung mitbringt, entwickelte sich mehr und mehr zum Schlüsselspieler. Das 3:1 wurde ihm allerdings viel zu leicht gemacht. Er nahm einen langen Ball auf und traf satt ins lange Eck (56.). Satt war auch die Direktabnahme von Patrick Gellert, die für neue Hoffnung im Aufbau-Lager sorgte (68.). Als glänzender Vorbereiter zeichnete sich Christian Okafor aus. Die Freude war kaum verklungen, da klingelte es schon wieder auf der anderen Seite. Erneut wurde Alexander Lukesch nicht entschlossen genug gestört und fand in seinem freistehenden Bruder Christoph einen dankbaren Abnehmer – 2:4 (70.).

Dieser neuerliche Rückschlag zeigte Wirkung. Bis zum Schlusspfiff brachten die Boizenburger nicht mehr viel Konstruktives zu Stande, sieht man einmal von einem Okafor-Kopfball ab, dem es am nötigen Druck fehlte (80.).

Aufmerksamer Beobachter unter den 230 Zuschauern war Torsten Koop. Der frühere Bundesliga-Referee und jetzige Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses im Landesfußballverband nahm das Unparteiischen-Trio unter die Lupe und attestierte diesem „eine einwandfreie Leistung“.

SG Aufbau Boizenburg: Zlotkowski – Voß, Schilling, Klose, Lüders (78. Swistak), Keck (65. Schwabe), Lamer, Anders, Bahl (46. Hasselmann), Okafor, Gellert

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