aus den Vereinen : Spaß am Sport ist das Wichtigste

Immer mittendrin: Karola Neubauer und ihre jüngsten Sportler Fotos: Thomas Willmann
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Immer mittendrin: Karola Neubauer und ihre jüngsten Sportler Fotos: Thomas Willmann

Karola Neubauer betreut beim SV Traktor Zachun die ganz Lütten / Vom Landesfußballverband mit „Frauen-Ehrenamtspreis“ ausgezeichnet

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29. Januar 2019, 23:00 Uhr

Sie ist eine der guten Seelen des Vereins. Karola Neubauer betreut beim mehr als 200 Mitglieder zählenden SV Traktor Zachun die B-Junioren-Fußballer und die ganz Lütten, die erst am Anfang ihrer sportlichen Laufbahn stehen und sich in dieser Gruppe ganz einfach ausprobieren sollen. Auf das große Engagement der gebürtigen Boizenburgerin, die seit 1985 in Alt Zachun lebt, ist man auch an anderer Stelle aufmerksam geworden. Einem Vorschlag des Vereins folgend, hat der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern die 49-Jährige auf seinem Neujahrsempfang kürzlich mit dem „Frauen-Ehrenamtspreis 2018“ ausgezeichnet. „Ich war echt überrascht. Mit so etwas rechnet man ja nicht.“ Als die Einladung auf den Tisch flatterte, hat sie erst einmal recherchiert, wer wohl dahinterstecken mochte und in Achim Lambrecht den „Schuldigen“ ausgemacht. „Sie engagiert sich da, wo es gebraucht wird und ist auch im Vorstand ziemlich aktiv. Außerdem ist es zum Großteil ihr Verdienst, dass wir im B-Jugend-Bereich in der Spielgemeinschaft mit Warsow und Stralendorf eine eigene Mannschaft haben. Wo findest du das in dieser Altersklasse in einem so kleinen Dorf noch“, steht für den Zachuner Vereinsvorsitzenden außer Frage, dass es bei der Preisvergabe genau die Richtige getroffen hat.

Bei den Neubauers ist der Sport eine Familienangelegenheit. „Mitgehangen, mitgefangen.“ Über ihren Mann und insbesondere den 14-jährigen Sohn ist Karola Neubauer mehr oder weniger in die Vereinsarbeit hineingezogen worden. Daher rührt auch ihr Fußball-Engagement, das sich in letzter Zeit leicht verlagert hat. „Ich kümmere mich als Mannschaftsleiterin jetzt verstärkt um die Organisation. Was das rein Fußballerische angeht, mögen die Jungs in diesem Alter doch lieber von Männern angesprochen werden.“ Generell ist ihr der Teamgedanke sehr wichtig. Und da fühlt sie sich in ihrem Verein bestens aufgehoben. „Wir versuchen hier, Probleme gemeinsam zu lösen. Du findest immer ein offenes Ohr, für neue Ideen und auch über den rein sportlichen Bereich hinaus.“

Der SV Traktor Zachun, der als Sportverein erstmals 1925 Erwähnung findet, ist breit aufgestellt. Neben den Fußballern sind hier Tischtennisspieler von der Jugend bis zu den Männern zu Hause. Es gibt die Abteilung Frauensport, drei Tanzgruppen und den Kindersport. Der liegt Karola Neubauer besonders am Herzen. Jeden Dienstagabend übernehmen die 3- bis 6-Jährigen für eine Stunde das Kommando. Jetzt im Winter im Multifunktionsraum des 2003 erbauten, direkt neben dem Sportplatz gelegenen Gemeindezentrums. Im Schnitt sind es zehn bis zwölf Mädchen und Jungen, die sich unter Anleitung ordentlich austoben.

An diesem Dienstag füllt sich der Raum ein bisschen zögerlich. Den Anfang machen Inga (3 Jahre), Marc (4), Chloé (2) und Lina (4), die dann unter großem Hallo aber doch noch Verstärkung von Matteo (4) und den Brüdern Alois (4) und Joris (3) bekommen. Bei den Aufwärmübungen macht auch Jens Kröpke mit: „Ich halte mich so weit wie möglich zurück. Aber sie ist ja die Jüngste und braucht noch ihre Anlaufzeit“, erklärt der Vater von Chloé seinen läuferischen Einsatz. „Ich finde es toll, dass sie hier so aktiv sind und schon für die Kleinsten etwas anbieten.“ Nur ein paar Minuten später ist die Zweijährige völlig in das sportliche Spiel vertieft. Es reicht, dass Papa vom Rand aus zuschaut.

Alle sind mit Feuereifer bei der Sache. Laufen, springen, Purzelbaum schlagen. Besonders gut kommen die verschiedenen Spielformen an. Da drückt sich die Begeisterung schon einmal in einem nicht unerheblichen Geräuschpegel aus. Wird es allzu bunt, greift Achim Lambrecht kurz zur Trillerpfeife. Die kommt auch zum Einsatz, wenn der Vereinsvorsitzende, der Karola Neubauer gemeinsam mit Ehefrau Marianne unterstützt, zur regelmäßigen Trinkpause unterbricht.

Dann ist die Stunde schon wieder um. Bayern-Fan Matteo stellt in einem Einzelschusstraining Torfrau Marianne Lambrecht noch vor die ein oder andere unlösbare Aufgabe. An der Tür verabschiedet Karola Neubauer ihre Schützlinge, mit einem Stoffbeutel mit Naschereien: „Nur einmal reingreifen.“ Die Entscheidung fällt schwer. Und dann ist der gewählte Lutscher auch noch kaputt. Was zwingend einen Austausch erfordert. „Das sind die echten Herausforderungen“, schmunzelt Neubauer.

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