fussball : Reduzierung findet Anklang

Die 14er-Staffel hat künftig wieder das Sagen in den Fußball-Landesligen und -Landesklassen. Collage: Denny Schröter
Die 14er-Staffel hat künftig wieder das Sagen in den Fußball-Landesligen und -Landesklassen. Collage: Denny Schröter

Der Fußball-Landesverband MV verkleinert die Staffeln der Landesligen und Landesklassen zur Saison 2020/21 von 16 auf 14 Teams

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08. Januar 2019, 23:00 Uhr

Eine Reform jagt die nächste. Der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern (LFV MV) wird zur Saison 2020/21 die Landesligen und die Landesklassen von jeweils 16 auf 14 Teams verkleinern. In der Verbandsliga wird weiterhin mit 16 Mannschaften gespielt. Das hat der Vorstand des LFV MV auf seiner letzten Sitzung im Jahr 2018 beschlossen und gestern bekannt gegeben. Erst zur Saison 2017/18 hatte es eine Reform gegeben, bei der die Landesligen (von drei auf zwei Staffeln) und Landesklassen (von sechs auf vier Staffeln) reduziert und 16-er Staffeln gebildet wurden. „Der Verband sollte sich jetzt mal auf eine Regelung einigen. Am meisten nervt das ganze Hin und Her“, sagt Reinhard Kempert, Abteilungsleiter Fußball des TSV Graal-Müritz (Landesliga West). Der 60-Jährige begrüßt aber die Verkleinerung der Liga, „weil es dadurch vier Spiele weniger sind und sich der Aufwand schon verringert. Ich hoffe aber, dass es jetzt dabei bleibt. Denn wir brauchen auch mal eine gewisse Kontinuität. Es kann sich nicht immer alle zwei, drei Jahre etwas verändern.“

Auch Rene Schwarz, Trainer des Landesligisten SG 03 Ludwigslust/Grabow, befürwortet den Schritt: „Es hat sich doch gezeigt, dass der Terminplan mit 16 Teams für den Breitensportbereich, in dem wir uns nun einmal bewegen, einfach zu voll gepackt ist.“ Er nennt einen weiteren Aspekt: „Durch die Reduzierung wird ja noch einmal ein bisschen gesiebt. Das kann der Qualität in den Ligen nur gut tun.“ In das gleiche Horn stößt sein Staffel-Kollege Remo Sahm vom Lübzer SV. „Ich freue mich schon auf eine spannende nächste Saison. Außerdem kriegen wir dann ja vielleicht auch wieder eine ordentliche Sommerpause. Wir hatten im letzten Jahr von Juli bis Dezember über 20 Spiele, das ist einfach zu viel für Freizeitfußballer, die zum Teil von auswärts zum Training und zu den Spielen kommen. Man hat im Dezember gemerkt, dass einige Spieler schon auf dem Zahnfleisch krochen.“ Das deckt sich weitgehend mit der Meinung von Andreas Nath (SC Parchim): „Den Jungs fehlte einfach Freizeit. Es wurde immer schwerer, ein gutes Team aufzustellen, zumal der Kader bei vielen Mannschaften eh nicht so dicke besetzt ist. Durch die hohe Belastung erhöht sich auch die Verletzungsgefahr.“
Bei der TSG Gadebusch (Landesklasse IV) begrüßt man den Schritt den Landesfußballverbandes ebenfalls. „Wir haben uns schon bei der Spieljahreseröffnung dafür ausgesprochen – wie eigentlich alle Teams der Landesklasse drei und vier. Wenn man bedenkt, dass wir diese Saison schon an Feiertagen gespielt haben und trotzdem am 9. Dezember noch auf dem Platz standen, dann ist die Belastung einfach zu groß. Das ist für Amateurmannschaften, die aufgrund des fehlenden Nachwuchses immer älter werden nicht zu realisieren“, befindet TSG-Coach Maik Kurow, der auch schon an die nächste Saison denkt: „Dann wird es viele Absteiger geben. Jedes Spiel ist dann wie ein Pokalspiel – es geht um alles. Da wäre es fast schon einfacher, diese Saison abzusteigen, um dann in der nächsten Spielzeit aus der Kreisoberliga wieder aufzusteigen.“ Für die TSG ist das aber keine Option, man will sich in Gadebusch der Herausforderung stellen.

Die SG Dynamo Schwerin steht der Reform neutral gegenüber. „Die Reduzierung hat Vor- und Nachteile. Wir haben dadurch dann natürlich zwei Heimspiele weniger, die uns Einnahmen beschert hätten. Allerdings fallen ja auch zwei Auswärtsfahrten weg. Die Belastung für die Sportler wird reduziert, immerhin ist man mit Freundschaftsspielen und Hallenturnieren ja fast an 50 Wochenenden nur mit Fußball beschäftigt. Wir können die Entscheidung also schon nachvollziehen“, kommentiert Schwerins Vereinsvorsitzender Christopher Liebs.

Eckerhard Pasch vom SV Warnemünde (Landesliga West) regt sogar an, auch die Verbandsliga auf 14 Teams zu reduzieren. „Das wäre in jedem Fall ein Gedankenansatz, den man verfolgen sollte. Es sind schon eine Menge Spiele dabei. Der Pokal kommt ja auch noch dazu. Und auch wenn es vielleicht ein bisschen hart klingt, so sind es jetzt mehr Reisen und wenig Qualität.“

Das Zurück zur 14er-Staffel ist für Andreas Lutz in jedem Fall zu begrüßen. Der Entscheidungsfindung kann der Geschäftsführer des TSV Empor Zarrentin (Landesklasse V) allerdings wenig abgewinnen. „Wir werden vom Landesfußballverband wieder einmal vor vollendete Tatsachen gestellt, wie schon bei der letzten Reform. Aus meiner Sicht wäre der richtige Weg gewesen, die Vereine über das E-Mail-Postfach anzuschreiben und die verschiedenen Varianten, die unter anderem bei der Saisoneröffnung der Landesklassen in Banzkow angesprochen wurden, zur Abstimmung zu stellen.“



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