fussball : Noch viel mehr Potenzial im Team

Kicken auf Schnee: Meikel Soetbeer steuerte ein Tor zum Hagenower 4:1-Sieg gegen den Schweriner SC bei.
Kicken auf Schnee: Meikel Soetbeer steuerte ein Tor zum Hagenower 4:1-Sieg gegen den Schweriner SC bei.

Fußball-Landesliga West: Hagenower SV will als Tabellenachter in Sachen Klassenerhalt frühzeitig alles klar machen

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03. Februar 2019, 23:00 Uhr

Die Landesliga-Fußballer des Hagenower SV haben ihr zweites Vorbereitungsspiel gewonnen. Beim klassentieferen Schweriner SC setzten sie sich gestern nach Toren von Felix Greitens (2), Meikel Soetbeer und Danilo Grewe mit 4:1 durch (Halbzeitstand 1:0). Die Bedingungen auf dem nicht geräumten Kunstrasenplatz im Sportpark Lankow waren nicht gerade fußballfreundlich. Eine dünne Schneedecke erschwerte sowohl das Laufspiel, als auch die Ballkontrolle.

Die Hagenower werden als Meisterschaftsachter in den zweiten Saisonabschnitt einsteigen, mit einer Bilanz von sieben Siegen und sieben Niederlagen sowie zwei Unentschieden. Die 23 Punkte wurden mit einem positiven Torverhältnis von 32:29 erreicht. Die Mannschaft sah sich einer außergewöhnlichen Situation ausgesetzt. Nach dem vierten Spieltag kündigte der vom Verein angestellte Trainer Dirk Kaatz an, dass er sich auf Grund der vielfältigen anderen Aufgaben nicht mehr in der Lage sehe, die für die Betreuung eines Männerteams auf diesem Niveau nötige Intensität aufzubringen. Ein neuer „Chef“ auf der Bank musste her, und der wurde in Dirk Hoffmann auch zeitnah präsentiert. „Es ist immer schwierig, eine Mannschaft in einer laufenden Saison zu übernehmen. Du hattest weder Einfluss auf die Kaderplanung, noch warst du in der Vorbereitung dabei.“

Der gemeinsame Start verlief mit 0:2-Niederlagen in Warnemünde und beim FC Mecklenburg Schwerin II etwas holprig. Man habe sich danach aber doch ganz schnell gefunden. „Ich bin total angetan vom Engagement und vom Miteinander beim Hagenower SV“, hebt Hoffmann hervor. Und das Feedback aus der Truppe sei gut. Er habe ein intaktes Mannschaftsgefüge vorgefunden, eine gute Mischung aus alt und jung. Die Spieler seien gewillt, eine andere Herangehensweise und Spielphilosophie, die nun einmal mit einem neuen Trainer einher gingen, anzunehmen. Obwohl die Hagenower sowohl was die geschossenen Tore, als auch was die Gegentreffer betrifft, im Ligavergleich ordentlich dastehen, sieht Dirk Hoffmann noch eine Menge Potenzial.

„Wir müssen unser Defensivverhalten weiter verbessern. Das muss unsere Stärke für die Rückrunde werden. Noch mehr Luft nach oben gibt’s im Spiel nach vorne. Das gilt insbesondere für die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. Daran müssen wir zwingend arbeiten.“ Insgesamt betrachtet überwiegt aber der Optimismus, sieht er die Mannschaft auf einem guten Weg.

Ein weiterer Blick in die Statistik macht eine Diskrepanz deutlich. Während die HSV-Kicker zu Hause stark auftrumpften und sechs ihrer sieben Auftritte gewannen – nur das 1:4 gegen den Doberaner FC fiel aus der Rolle –, lief es auswärts nicht annähernd so rund. In neun Anläufen gelang nur ein Sieg. Sechs Spiele gingen verloren, zwei endeten unentschieden. Einzig der SC Parchim schnitt mit erst vier Punkten auf gegnerischen Plätzen noch schlechter ab. „Ein Grund ist sicher, dass wir bis auf Dynamo Schwerin alle Top-Mannschaften auswärts hatten. Außerdem waren wir nicht immer optimal aufgestellt.“ Unabhängig davon sei das aber natürlich viel zu wenig gewesen. Die Mannschaft wisse, dass man da in der Rückrunde ganz anders auftreten müsse. Zum Jahresende hin hätten sich auch schon erste Ergebnisse eingestellt, die auf Besserung hoffen ließen. Was die Heimauftritte betrifft. Da kitzelten die Spieler einfach immer noch einen Tick mehr an Motivation heraus. Und für Gäste seien Auftritte in der Parkstraße nicht so einfach. Sich in einen Container zwängen zu müssen, sei schon etwas Spezielles und gewöhnungsbedürftig, glaubt Hoffmann. Die Platzsituation stuft er auch für die eigene Mannschaft als Herausforderung ein. Mit der Fertigstellung des Kunstrasenprojektes in den nächsten Monaten sollte allerdings Licht am Ende des Tunnels zu erkennen sein.

Personell hat sich beim Hagenower SV in der Winterpause wenig getan. Es gilt, den Abgang von Philipp Cordt zu verkraften. Der Abwehrspieler, der sich trotz seiner 18 Jahre schon zu einer festen Größe im Defensivverbund entwickelt hatte, wechselt aus Studiengründen schweren Herzens in die Landesliga Ost zum SV Hafen Rostock. Einziger Neuzugang ist Chris Hamann vom TSV Empor Zarrentin. Jonas Brüch wurde aus der zweiten Mannschaft hochgezogen und erhält die Chance, sich in der Landesliga zu beweisen. Außerdem steigt Philipp Seemann, der mit Kreuzbandriss früh in der Saison ausgefallen war, wieder ins Training ein.

Über die Zielstellung haben sich Mannschaft und Trainer intensiv ausgetauscht: „Ich habe gewarnt. Aus meiner Sicht ist da nichts gegessen. Es geht darum, so schnell wie möglich ganz sicheres Fahrwasser zu erreichen, damit wir den Blick nicht noch nach ganz unten richten müssen.“ Dirk Hoffmann denkt da bewusst über diese Spielzeit hinaus. Muss man sich keine Gedanken mehr um den Klassenerhalt machen, kann frühzeitig mit der Kader-Planung begonnen werden. Eine schlagkräftige Mannschaft tut Not, wenn es den Ankündigungen des Landesfußballverbandes entsprechend in der Saison 2019/2020 darum geht, vier Absteiger auszuspielen. Das ist aber dann doch noch Zukunftsmusik. Beginnend mit dem Heimspiel gegen den SC Parchim am 23. Februar wollen die Hagenower erst einmal im laufenden „Geschäft“ ihre fußballerischen Duftmarken setzen.

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