fussball : Mit starker Leistung verabschiedet

Eine von mehreren starken Paraden: Hier scheitert FCM-Kapitän Tino Witkowski (r.) am Boizenburger Keeper. Fotos: thomas Willmann
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Eine von mehreren starken Paraden: Hier scheitert FCM-Kapitän Tino Witkowski (r.) am Boizenburger Keeper. Fotos: thomas Willmann

Bei der 1:2-Niederlage gegen den FC Mecklenburg Schwerin machte Jens van Severen sein letztes Spiel im Tor der SG Aufbau Boizenburg

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05. Mai 2019, 00:00 Uhr

Boizenburg | Seinen stimmungsvollsten Moment erlebte das Verbandsliga-Spiel zwischen der SG Aufbau Boizenburg und dem FC Mecklenburg Schwerin kurz vor Ablauf der fünfminütigen Nachspielzeit. Mit großem Beifall, auch einige FCM-Spieler kamen zum Abklatschen, wurde Jens van Severen verabschiedet. In den vergangenen zehn Jahren hat er rund 250 Mal das Tor der ersten Boizenburger Männermannschaft gehütet. Der 33-Jährige schämte sich seiner Tränen nicht: „Eine schöne Überraschung, ein toller Abschied.“ Trotz einiger starker Paraden konnte „Vanse“, wie er von seinen Mitspielern nur gerufen wird, die Boizenburger 1:2-Niederlage aber nicht verhindern. „Das ist schon ein bisschen bitter. Natürlich waren wir spielerisch nicht auf einem Niveau mit Schwerin. Aber vielleicht hätten wir für die gerade in der zweiten Halbzeit gezeigte Leidenschaft doch einen Punkt verdient gehabt“, sprach Aufbau-Trainer Alexander Lamer seiner Mannschaft bei aller Enttäuschung ein dickes Lob aus.

Die Gäste betrieben einen hohen läuferischen Aufwand, waren von Beginn an bemüht, den Ball schnell zu bewegen und das Spiel auseinanderzuziehen. Dass die tief stehenden Boizenburger kaum einmal zum Kontern kamen, lag daran, dass nach einer Balleroberung spätestens der zweite Pass beim Gegner landete. Genau so ein Fehler im eigenen Aufbau leitete das 0:1 ein. Der FCM schaltete sofort um, und Thorben Wurr verwertete die flache Eingabe von der linken Seite (21.). In der Folge machte der Tabellenfünfte zu wenig aus seiner Überlegenheit. Ein Raunen ging durch die 220 Zuschauer, als sich FCM-Keeper Till Meyer bei einem eigentlich harmlosen Boizenburger Freistoß total verschätzte. Der 18-Jährige, der keinerlei Reaktion zeigte, konnte von Glück sagen, dass der aufspringende Ball am Pfosten landete (32.). Kurz vor der Pause fiel der überraschende Ausgleich. Nach einer zu kurz abgewehrten Ecke scheiterte auch Patrick Bahl zunächst am Pfosten. Der Abpraller landete bei Dominik Nawrot, der den Ball zwar nicht richtig traf und doch mit der daraus resultierenden Bogenlampe das 1:1 markierte (44.).

Nach dem Seitenwechsel hätten die Boizenburger sogar in Führung gehen können. Bei einem Distanzschuss von Dominic Schnabl war wieder Aluminium im Spiel, diesmal die Latte (52.). Praktisch im Gegenzug reagierte Jens van Severen glänzend gegen FCM-Kapitän Tino Witkowski (53.). Die Heimelf ging jetzt insgesamt aggressiver zu Werke, was sich am Ende auch in fünf gelben Karten ausdrückte. Der Platzverweis von Frank Owe war in jedem Fall vermeidbar. Erst kurz zuvor wegen Meckerns verwarnt, sah er für ein taktisches Foul zu Recht die Ampelkarte (56.). Der nächste Nackenschlag ließ nicht lange auf sich warten. Thorben Wurrs zweiter Treffer war ein echter Hingucker (59.). Der Ball schlug passgenau im rechten oberen Torwinkel ein.

Wie sich die Heimelf in Unterzahl gegen die drohende Niederlage stemmte, das war schon aller Ehren wert. Weil die Schweriner die sich bietenden Räume ungenügend nutzten und zudem durch Lucas Hube (74.) und Thorben Wurr (78.) zwei Hochkaräter ausließen, blieb der Spielausgang offen. Die beste Boizenburger Ausgleichschance hatte Patrick Bahl mit einem etwas zu hoch angesetzten Schlenzer (82.).

„In erster Linie bin ich mal zufrieden mit den neun Punkten, die wir aus den drei Spielen der vergangenen sieben Tage geholt haben“, hob FCM-Trainer Stefan Lau hervor. „Ansonsten fand ich bemerkenswert, was die Boizenburger mit zehn Mann im kämpferischen Bereich abgerufen haben. Wir wussten, was uns hier erwartet. Ich halte nichts von diesem Gejammere. Klar war das eine harte Gangart, aber doch nicht überhart. Da haben gerade meine jungen Spieler gemerkt, dass sie im Männer-Fußball angekommen sind.“

SG Aufbau Boizenburg: van Severen (90.+2 Matthies) – Haupt, Alisch, Klose, Lüders, Nawrot, Schnabl, Owe, Bahl, Lamer, Schwabe (57. Malte Harder/71. Swistak)

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