fussball-verbandsliga : Lucky Punch auf der falschen Seite

Aufgeladene Atmosphäre: Nach einem harten Einsteigen gegen FCM-Kapitän Tino Wittkowski (am Boden liegend) kam es zu einer „Rudelbildung“ an der Außenlinie. Fotos: dietmar Albrecht
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Aufgeladene Atmosphäre: Nach einem harten Einsteigen gegen FCM-Kapitän Tino Wittkowski (am Boden liegend) kam es zu einer „Rudelbildung“ an der Außenlinie. Fotos: dietmar Albrecht

Boizenburger Verbandsliga-Fußballer verlieren Flutlichtspiel beim FC Mecklenburg Schwerin durch Tor in der 88. Minute

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04. November 2018, 23:00 Uhr

„Das war nach den Enttäuschungen zuvor genau das Signal, das wir senden wollten – Leidenschaft pur über 90 Minuten“, freute sich Trainer Alexander Lamer über einen couragierten Flutlicht-Auftritt seiner SG Aufbau Boizenburg im Verbandsliga-Auswärtsspiel beim FC Mecklenburg Schwerin. Der entscheidende Schönheitsfehler: In der 88. Minute erzielte FCM-Kapitän Tino Wittkowski das goldene Tor zum 1:0-Sieg für den Oberliga-Absteiger. „Es hat eben doch nicht gereicht“, relativierte Boizenburgs linker Mittelfeldmann Dominic Schnabl die Trainer-Aussage und drückte damit den ganzen Frust aus, den wohl alle Aufbau-Spieler nach dem Abpfiff teilten.

Die etwas mehr als 400 Zuschauer sorgten für ordentlich Stimmung. Die Boizenburger wurden stimmgewaltig angefeuert. Fakt bleibt allerdings, dass aus dem Block, der sich aus Aufbau- und befreundeten Schweriner Dynamo-Fans zusammensetzte, der Gegner permanent beleidigt und über die gesamte Spielzeit mit Pyro gezündelt wurde.

Auf dem Platz gehörte die erste klare Chance den Gästen. Patrick Bahl kam frei zum Abschluss, brachte den Ball aber nicht am Schweriner Keeper Max Böttcher vorbei (7.). Die Boizenburger Nadelstiche wurden im weiteren Verlauf immer seltener. Die Spieler machten reichlich Meter und nahmen mit ihrer zweikampfintensiven Spielweise früh erste Karten in Kauf. Ein hartes Einsteigen an der Seitenlinie führte zu einer „Rudelbildung“, die der Schiedsrichter mit je einer Verwarnung für beide Seiten auflöste. Trotz der am Ende neun gelben Karten (sechs für Aufbau) war es keine unfaire Partie.

Die spielerisch deutlich überlegene Heimelf kam zunächst kaum zu echten Torchancen. Gefahr ging dann zunehmend von der linken Seite aus, wo Jakob Ewert für reichlich Wirbel sorgte. Einen Kopfball parierte Jens van Severen mit starkem Reflex. Der alleine hätte allerdings nicht gereicht. Es bedurfte schon der artistischen Nacharbeit von Florian Lüders, der den halbhohen Ball noch auf der Torlinie erwischte (27.). Wenig später klärte van Severen gegen Wittkowski in erneut glänzender Manier (29.). Kurz vor der Pause war der Aufbau-Keeper auch mit Fortuna im Bunde, als er die Füße bei einem flach durchrutschenden Freistoß gerade noch rechtzeitig zusammen bekam (40.).

In der zweiten Halbzeit wurde die optische Überlegenheit der Schweriner noch größer. Allerdings fiel ihnen gegen einen konzentriert und diszipliniert verteidigenden Gegner immer weniger ein. Es kamen kaum noch Abschlüsse auf das Boizenburger Tor. Bis zu besagter 88. Minute. Paul Henschke brachte den Ball trotz zweier Gegenspieler irgendwie von der Grundlinie zurück und fand seinen gut antizipierenden Kapitän. Wittkowski ließ Jens van Severen mit sehenswertem Schuss keine Abwehrchance und fand sich Sekunden später unter einer wahren Jubeltraube von Spielern, Auswechslern und Betreuern begraben. Henschke verletzte sich bei seiner Vorarbeit und wurde nach dem Schlusspfiff per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Die Untersuchung ergab mehrere geprellte Rippen (gute Besserung).

Die Boizenburger spielten in der verbleibenden Zeit alles oder nichts. Aber selbst die Tatsache, dass ihr Torwart bei einer Ecke (90.+3) und einem Freistoß (90.+5) mit im gegnerischen Strafraum auftauchte, konnte die bittere Niederlage nicht mehr abwenden.

SG Aufbau Boizenburg: van Severen – Lüders, Harder, Alisch, Klose, Schnabl, Lamer, Owe, Majerz (81. Wanzenberg), Bahl (53. Schien), Schwabe (56. Gellert)

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