Fussball-Landesliga : Kopfball-Ungeheuer schlägt zu

Der dritte Streich des Martin Wojatzky (2.v.l.): Nach einer Ecke von Sebastian Pippirs ist der Hagenower Mittelfeldspieler in der 75. Spielminute zum dritten Mal mit dem Kopf zur Stelle und markiert das 3:1. Fotos: Thomas willmann (3)
Der dritte Streich des Martin Wojatzky (2.v.l.): Nach einer Ecke von Sebastian Pippirs ist der Hagenower Mittelfeldspieler in der 75. Spielminute zum dritten Mal mit dem Kopf zur Stelle und markiert das 3:1. Fotos: Thomas willmann (3)

Fußball-Landesliga West: Dreierpack von Martin Wojatzky verhilft Hagenower SV zum 3:1-Derbysieg gegen SG 03 Ludwigslust/Grabow

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02. September 2018, 23:00 Uhr

Dieses Spiel werden Sebatian Pippirs und vor allem Martin Wojatzky in ihren persönlichen Fußballmemoiren sicher weit vorne einordnen. Die Routiniers vom Hagenower SV (beide 34 Jahre) hatten ganz entscheidenden Anteil am 3:1-Derbysieg gegen die SG 03 Ludwigslust/Grabow. Bei allen drei Hagenower Treffern lautete die Abfolge Flanke Pippirs – Kopfball Wojatzky – Tor. „Wir spielen ja jetzt schon 16 Jahre bei den Männern zusammen und davor etliche Jährchen in der Jugend. So etwas ist uns noch nie gelungen“, konnte es das Erfolgsduo selbst kaum glauben. Auch bei der SG 03 stand ein 34-Jähriger in der Startelf, allerdings notgedrungen. Der Einsatz von Stefan Giencke, der schon seit Jahren nicht mehr aktiv Fußball spielt, unterstrich die prekäre Personalsituation bei den Gästen. Obwohl Giencke nur noch schwimmt und läuft, um sich fit zu halten, machte er seine Sache als Innenverteidiger sehr ordentlich.

Überhaupt stellte die SG 03 über weite Strecken der ersten Halbzeit das bessere Team. Das aggressive Pressing, mit dem man den Gegner unter Druck setzte, schmeckte den Hagenowern so gar nicht. Sie produzierten im Spielaufbau viele Fehler. Einen davon hätte Alexander Dahl fast genutzt. Sein satter Warnschuss strich am linken Torpfosten vorbei (11.). Auf der anderen Seite setzte Enrico Grewe ein erstes Zeichen. Nach energischem Antritt aus der eigenen Hälfte und gelungenem Doppelpass mit Marcel Konrad prüfte er Keeper Lars-Ole Patz (14.). Ansonsten agierte der HSV aber ziemlich passiv und unaufmerksam. So kam man beim 0:1 immer einen Schritt zu spät. SG 03-Neuzugang Robert Dietrich schloss den flüssig vorgetragenen Angriff erfolgreich ab – gegen seine alten Mannschaftskameraden (24.). Auch in der Folge besaßen die Gäste optische Vorteile, ohne sich allerdings weitere zwingende Chancen zu erarbeiten. Für Aufregung auf der Hagenower Bank sorgten zwei Pfiffe von Schiedsrichter Tom Schröder, der damit aus ihrer Sicht klare Vorteilssituationen unterband. Der 19-Jährige war ursprünglich als Assistent aufgeboten, musste aber früh die Spielleitung übernehmen, weil sich der angesetzte Unparteiische, Thomas Bergmann, eine Oberschenkelzerrung zugezogen hatte. Bergmann biss tapfer auf die Zähne und machte bis zum Schluss den „Job“ an der Linie. Über den zweiten Pfiff dürfte der HSV letztlich wohl doch nicht so ganz unglücklich gewesen sein. Den daraus resultierenden Pippirs-Freistoß verwertete Martin Wojatzky per Hechtkopfball zum 1:1 (41.). Eigentlich hätte die SG 03 dennoch mit einer Führung in die Pause gehen müssen. Doch Alois Lietz brachte das Kunststück fertig, das Ziel nach perfekter Vorarbeit von Lasse Baerwinkel aus kürzester Distanz zu verfehlen (43.). Stattdessen demonstrierte das Duo Pippirs/Wojatzky, wie effektiv Standards sein können. Diesmal segelte der Freistoß von der anderen Seite in den Strafraum. Das Ergebnis war dann das gleiche – 2:1 (45.).

Felix Greitens hätte gleich nach Wiederanpfiff erhöhen können. Mit einem langen Ball in Szene gesetzt, schloss er zu hoch ab (48.). Die Hagenower wirkten in der zweiten Halbzeit insgesamt wesentlich entschlossener, als noch zuvor. Sie hatten allerdings Glück, dass der kurz zuvor verwarnte Rino Hartwig nach einer Stunde nicht Gelb/Rot sah. Trainer Dirk Kaatz reagierte sofort und nahm seinen jungen Offensivmann vom Feld. Von der SG 03 kam nicht mehr viel. Das sah im Mittelfeld oft recht gefällig aus, doch es fehlte jeglicher Zug zum Tor. Die klareren Chancen lagen eindeutig beim HSV. Patz rettete gegen den frei vor ihm auftauchenden Greitens (53.), Alexander Dahl klärte in höchster Not vor Danilo Grewe (74.). Nur eine Minute später war es erneut soweit. Diesmal fand Pippirs per Ecke den Kopf von Martin Wojatzky – 3:1 (75.). Dass es bei diesem Spielstand blieb, lag vor allem an der Nachlässigkeit von HSV-Außenstürmer Marcel Konrad, der zum eigenen Entsetzen zwei echte „Riesen“ liegen ließ (85. und 87.). In der Nachspielzeit gerieten Christian Tügel und Martin Wilk kurz aneinander und handelten sich den gelben Karton ein. Für Wilk war es die zweite Karte im Spiel, also gleichbedeutend mit Gelb/Rot.

Hagenower SV: Brall – Pippirs, Tügel, Kaatz, Bach, Konrad, E. Grewe, Wojatzky, Hartwig (60. D. Grewe), Kanter (72. Rudolf), Greitens (75.) Soetbeer

SG 03 Ludwigslust/Grabow: Patz – Wilk, Schulz, Giencke (80. Kretschmer), Buske (62. Mi. Tiede), L. Baerwinkel, Schütt, Dahl (75. Meier), Lietz, Stahl, Dietrich

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