Ehrenamt im Sport : Keinen Tag mit Fußball missen

Smalltalk unter Ausgezeichneten: Walter Paul (2.v.r.) im Gespräch mit Eckhard Stender (l.) und dem Neustädter Wolfgang Schramm (r. Moderator Clemens Paulsen).
Smalltalk unter Ausgezeichneten: Walter Paul (2.v.r.) im Gespräch mit Eckhard Stender (l.) und dem Neustädter Wolfgang Schramm (r. Moderator Clemens Paulsen).

Walter Paul vom Rodenwalder SV mit der Verdienstnadel des DFB ausgezeichnet. Ehrung auch für den Neustädter Wolfgang Schramm.

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22. Januar 2020, 00:00 Uhr

Hinter Walter Paul liegen ein paar „richtig stressige Tage“. Zunächst feierte er vom Sonnabend auf Sonntag in Wittenburg ordentlich in seinen 70. Geburtstag rein. Zu den 75 Gästen zählten neben Verwandten und Freunden auch viele Fußballer. Schließlich ist Paul seit 1989 Vereinsvorsitzender des Rodenwalder SV. Und in dieser Funktion ging es für ihn am Dienstagabend nach Göhren-Lebbin. In der dortigen „Tenne“ feierte der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern seinen Neujahrsempfang und nutzte diese Veranstaltung traditionell zu zahlreichen Ehrungen. Einer der Ausgezeichneten war Walter Paul, der die Verdienstnadel des Deutschen Fußballbundes (DFB) überreicht bekam. „Das war eine Top-Veranstaltung. Da war alles da, was im Landesfußball Rang und Namen hat. Und wann schüttelt Dir schon mal der DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch die Hand.“

Völlig überraschend traf die Auszeichnung Walter Paul nicht. Ungewollt war auf einer anderen Geburtstagsveranstaltung Ende vergangenen Jahres ein bisschen was durchgesickert. Die offizielle Einladung blieb dann aber wohl irgendwo hängen. Erst sein Sohn wurde darauf aufmerksam (Wie, Du weißt noch nichts davon?“) und leitete drei Tage vorher die entsprechende Mail an ihn weiter.

Der Rodenwalder SV ohne Walter Paul – das wäre kaum vorstellbar. Mit zehn Jahren fing er in Vellahn mit dem Kicken an, spielte in der Jugend außerdem für Rodenwalde und die SG Aufbau Boizenburg. Nach der Armee ging’s bei Traktor Bennin weiter, bis der Verein 1976 aufgelöst wurde. Am 1. April 1976 schlug die Geburtsstunde des Rodenwalder SV, mit Paul als Gründungsmitglied und stellvertretendem Vorsitzenden. Für die Männer des RSV lief er noch mit 38 Jahren auf, seine aktive Karriere beendete er als 53-Jähriger bei den Alten Herren. „Die Knochen taten weh, es ging einfach nicht mehr.“

Dem Fußball blieb er weiter verbunden, als Staffelleiter und in „seinem“ Verein. Den Tag, an dem er zum Vorsitzenden gewählt wurde, wird Walter Paul nie vergessen. „Wir saßen bei der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte, als die Kneiperin kam und sagte: ,Die Grenzen sind auf.’ Unsere erste Reaktion: Wir haben sie ausgelacht.“ Es war der 9. November 1989.

Seit dem Tag lenkt Walter Paul, der Schiffbau gelernt hat, den es aber in die Landwirtschaft zurückzog und der als selbständiger Landwirt in Rente ging, die Geschicke des Rodenwalder SV. Er spricht nicht ohne Stolz von einem sehr gut aufgestellten Verein, mit aktuell rund 120 Mitgliedern. Es waren auch schon einmal 150. Das steht und fällt mit der Anzahl der Jugendmannschaften. Im unteren Altersbereich sehe es richtig gut aus. Für die kommende Saison will man versuchen, bei den C-Junioren auch mal wieder ein Großfeldteam auf die Beine zu stellen. Eigene A- und B-Junioren, das gebe der Einzugsbereich nicht her. „Bei den Männern haben wir einen super Trainer. Es macht Spaß, den Jungs zuzuschauen.“ Er finde in der Vereinsarbeit viel Unterstützung. Eine kurze Absprache, und schon laufe es. „Ich möchte keinen Tag mit dem Fußball missen, ob als Aktiver oder im Ehrenamt.“

Wenn die Gesundheit weiter mitspielt, will Walter Paul beim Rodenwalder SV noch ein paar Jahre in verantwortlicher Position am Ball bleiben. Es werde aber langsam Zeit, mit der Suche nach einem geeigneten Nachfolger zu beginnen. „Es muss schon jemand sein, der ähnlich tickt, der die Arbeit im Vereinssinne fortsetzt.“

Noch ist das Zukunftsmusik. Jetzt geht’s erst einmal auf große Fahrt. Gemeinsam mit Jürgen Redmann von der SG Aufbau Boizenburg, mit dem er seit vielen Jahren befreundet ist. Am Montag startet in Hamburg der Flieger nach Dubai. Das ist nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zu den Seychellen. Die weiteren Zielorte, wie Mauritius und Madagaskar, werden auf der zweiwöchigen Reise per Schiff angesteuert.

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