handball : Einen echten Coup gelandet

Auch von derart „liebevoller“ Betreuung ließ sich Philipp Kögler (in Schwarz) nicht beeindrucken. Mit neun Toren war der Wittenburger treffsicherster Spieler der Partie. Fotos: thomas willmann
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Auch von derart „liebevoller“ Betreuung ließ sich Philipp Kögler (in Schwarz) nicht beeindrucken. Mit neun Toren war der Wittenburger treffsicherster Spieler der Partie. Fotos: thomas willmann

Verbandsliga-Männer der TSG Wittenburg bringen Tabellenführer VfL Neukloster die erste Saisonniederlage bei

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18. Februar 2019, 23:00 Uhr

„Hab ich ein Grinsen im Gesicht?“ Diese Frage von Bernd Greskamp ließ sich leicht mit einem uneingeschränkten „Ja“ beantworten. Der Handball-Abteilungsleiter der TSG Wittenburg war noch Minuten nach dem Schlusspfiff ganz schön aus dem Häuschen – verständlicherweise. Sein Team hatte mit dem 22:21-Sieg gegen den VfL Neukloster gerade einen echten Coup gelandet (SVZ berichtete). Immerhin reisten die Gäste als ungeschlagener Tabellenführer und bereits feststehender Staffelsieger der Verbandsliga West an (19:1-Punkte).

Entsprechend zurückhaltend fiel die Erwartung der meisten TSG-Fans aus: „Hoffentlich verlieren wir nicht zu hoch“, hatten etwa Jürgen Adam und Kurt Tschiltschke gedacht. Die leidenschaftlichen Handballer waren selbst von 1957 bis 1992 für Wittenburg aktiv. Nach dem spannenden Spielverlauf räumte Tschiltschke lachend ein: „Mensch, ich stand kurz vorm Herzinfarkt.“

Der Wittenburger Überraschungserfolg war in erster Linie Verdienst eines mannschaftlich starken Auftritts. Dabei schienen die Ausgangsvoraussetzungen nicht eben rosig. Verletzungsbedingte Ausfälle sorgten für einen relativ schmalen Kader. So vertrat Lars Romberg Stammtorhüter Berno Pätzmann und lief mit zahlreichen Paraden zu großer Form auf. Allerdings konnte er sich nur eine Halbzeit lang beweisen. Schon knapp eine Minute nach dem Seitenwechsel sah Romberg für den Zusammenprall mit einem VfL-Spieler die Rote Karte. Der 18-jährige Lasse Dreblow (Wismar), der mit Florian Hartwig das junge Schiedsrichterduo bildete, lieferte die Erklärung: „Wenn der Torwart bei einem langen gegnerischen Pass aus seinem Torraum kommt, ist er für die Gesundheit des Angreifers, der ihn in dieser Situation ja nicht sehen kann, verantwortlich.“ Auch für Bernd Greskamp war die Herausstellung „eine klare Sache“. Mangels Alternative streifte sich Abwehrchef Tilo Techam das Torwart-Trikot über und wehrte gleich mal einen Siebenmeter ab. Mit weiteren starken Aktionen gerade in der entscheidenden Phase zählte er zu den Matchwinnern.

Zum Spielverlauf: In der Anfangsphase gerieten die Wittenburger mehrfach ins Hintertreffen, ließen den Rückstand aber nie auf mehr als zwei Tore anwachsen. Es wurde um jeden Ball gekämpft. Der Tabellenführer wirkte beeindruckt und ließ im Abschluss mehrfach die nötige Konzentration vermissen. Die TSGler glichen aus und zogen in der Folge unter dem Jubel der Fans auf 12:7 davon (26.). Dass es zur Pause dann doch „nur“ 12:10 hieß, lag an einigen all zu hektischen Wittenburger Aktionen und Ballverlusten.

Als die bereits erwähnte Szene zu Beginn der zweiten Halbzeit zum außerplanmäßigen Torwartwechsel zwang, sprach wieder vieles für den Favoriten. Doch von einem Wittenburger Schock konnte keine Rede sein, wie das zwischenzeitliche 15:10 (36.) unterstreicht. Entschieden war allerdings noch nichts, zumal sich die Fehler im TSG-Angriff jetzt häuften. Neukloster verkürzte Tor um Tor und war spätestens beim 18:18 wieder voll im Spiel (52.). Das Pendel schien endgültig in Richtung der routinierten Gäste auszuschlagen, als sie mit 21:19 in Front gingen (57.). Sie versäumten es aber, den berühmten Sack zuzumachen, scheiterten an Tilo Techam beziehungsweise an der Torlatte und leisteten sich beim Stand von 21:21 (60.) im vermeintlich letzten Angriff einen technischen Fehler. So bekamen die Wittenburger tatsächlich noch ihre Siegchance, die sie durch Tobias Trester sieben Sekunden vor Schluss zu nutzen wussten. Viele Zuschauer hielt es da schon längst nicht mehr auf ihren Sitzen.

Der Tabellenführer erwies sich nach der fair geführten Partie als ebensolcher Verlierer: „Sicher, uns haben einige Leute gefehlt, und das ungewohnte Spiel ohne Kleber hat es auch nicht gerade leichter gemacht. Aber das soll keine Entschuldigung sein. Wittenburg hat richtig gut gekämpft und verdient gewonnen“, erkannte VfL-Trainer Sebastian Banse an.


TSG Wittenburg:
Romberg, Techam (1) – Koch, Langhans (2), Trester (4), Koberstein (1), Kögler (9/3), Greskamp (3), Heckmann (2), Jaklin

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