leichtathletik : Der schönste Zieleinlauf der Welt

 Sie meisterten die letzten Kilometer des Supermarathons als Lauf-Trio (v.l.): Bärbel Lemme, Martin Prösch und Konrad-Wilhelm Schultz. Fotos: kurt Tschiltschke
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Sie meisterten die letzten Kilometer des Supermarathons als Lauf-Trio (v.l.): Bärbel Lemme, Martin Prösch und Konrad-Wilhelm Schultz. Fotos: kurt Tschiltschke

Der Rennsteiglauf löste auch bei seiner 47. Auflage allgemeine Begeisterung aus / Rund 16 000 Teilnehmer am Start

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23. Mai 2019, 00:00 Uhr

Dass der Rennsteiglauf in Thüringen oft mit dem Prädikat „schönster Zieleinlauf der Welt“ bedacht wird, kommt nicht von ungefähr. Bei der 47. Auflage präsentierte sich die Traditionsveranstaltung von ihrer Schokoladenseite. Bei optimalen äußeren Bedingungen gingen rund 16 000 Läufer und Walker auf den verschiedenen Strecken an den Start. Auch für die Laufsportler des Kreises zählt „Europas größter Crosslauf“ seit mehr als 30 Jahren zu den Pflichtterminen. Während zu Beginn der 90er-Jahre ein Startplatz nur ganz schwer zu ergattern war, ist er inzwischen via Internet nur noch einen Mausklick entfernt.

Die Wittenburger Rennsteigtradition setzten in diesem Jahr Bärbel Lemme, Diana und Nico Wilde, Kurt Tschiltschke, Konrad-Wilhelm Schultz, Danny Thewes (alle TSG) und Lutz Richter fort. Verstärkung erhielten sie von den in Hamburg lebenden ehemaligen Wittenburgern Martin Prösch (Hamburger Laufladen) und Sebastian Siggemann (Run Pack Berlin). Die Gruppe machte sich schon am Vortag auf den Weg.

Vor den Teilnehmern des sogenannten Supermarathons lagen 72,7 Kilometer von Eisenach nach Schmiedefeld auf einer teilweise extrem bergigen (bis zu 900 Höhenmeter), aber landschaftlich auch außerordentlich reizvollen Strecke. Von Anfang an machten Bärbel Lemme und Konrad-Wilhelm Schultz sowie Danny Thewes und Rennsteig-Debütant Martin Prösch gemeinsame Sache. Letzterer musste zum Ende hin etwas abreißen lassen, was aber den positiven Nebeneffekt hatte, dass er den einmaligen Zieleinlauf gemeinsam mit Lemme und Schultz genießen konnte. Thewes war in 7:32:11 Stunden schnellster Kreisstarter. Bärbel Lemme landete mit ihrer starken Zeit von 7:38:17 Std. auf dem 20. Platz in der Gesamtwertung und sicherte sich zugleich den Sieg in ihrer Altersklasse. Sebastian Siggemann durfte sich über eine erfolgreich gemeisterte Rennsteig-Premiere freuen.

Diana Wilde, Nico Wilde und Kurt Tschiltschke nahmen mit mehr als 3200 Gleichgesinnten den Halbmarathon in Angriff, der von Oberhof nach Schmiedefeld führte. Die Walking-Strecke (17 km), für die sich Lutz Richter entschieden hatte, nahm den gleichen Verlauf. Die zahlreichen Zuschauer überall am Streckenrand sorgten für eine tolle Stimmung und trieben so alle Teilnehmer an.

Die Wittenburger möchten keinensfalls das Dankeschön an den ehemaligen TSG-Chef Wolfgang Greiser vergessen, der sie Jahr für Jahr in seiner Oberhofer Ferienwohnung übernachten lässt.

Die besondere Rennsteig-Atmosphäre genoss Hans-Werner Suse bereits zum 39. Mal. Der Zarrentiner einigte sich spontan mit seinen Rostocker Lauffreunden Fred und Roland Kiesendahl darauf, den Halbmarathon erst einmal gemeinsam anzugehen. Nach verhaltenem Beginn merkte Suse schon bei den ersten Anstiegen: „Das wird heute nicht leicht.“ Die fast auf Sommerniveau kletternden Temperaturen taten ein Übriges. Das Trio motivierte sich aber immer wieder gegenseitig. Der Zarrentiner setzte sich dann leicht ab, um noch etwas Zeit herauszuholen. Das hätte sich fast gerächt. Und so ließ er es auf den verbleibenden Kilometern doch wieder ruhiger angehen und erreichte das Ziel nach 2:22:18 Std. Wenige Minuten später hatten es auch die beiden Rostocker geschafft. Zeit und Platzierung waren ohnehin absolute Nebensache.

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