fussball : Den Untergang selbst eingeleitet

Die Pampower Offensivqualitäten stellte neben Johannes Ernst auch Rafael da Silva eindrucksvoll unter Beweis.
Die Pampower Offensivqualitäten stellte neben Johannes Ernst auch Rafael da Silva eindrucksvoll unter Beweis.

Fußball-Verbandsliga: SG Aufbau Boizenburg muss sich nach guter erster Halbzeit Spitzenreiter MSV Pampow mit 2:7 geschlagen geben

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28. Oktober 2018, 23:00 Uhr

Auch die SG Aufbau Boizenburg konnte den Lauf von Verbandsliga-Spitzenreiter MSV Pampow nicht stoppen, kassierte auf heimischem Platz eine empfindliche 2:7-Niederlage. Dabei hatte es zunächst aus Boizenburger Sicht gar nicht einmal so schlecht ausgesehen. „Das war die beste Leistung, die ich von ihnen bisher gesehen habe“, meinte ein Zuschauer nach den ersten 45 Minuten anerkennend. Und brachte es damit auf den Punkt. Die Heimelf war bis dahin ein ebenbürtiger Gegner, lag etwas unglücklich mit 1:2 hinten. Was allerdings nach der Pause passierte, hinterließ einen fassungslosen Aufbau-Trainer Alexander Lamer: „Das war lächerlich. Wir lassen uns so auseinander spielen und bringen uns um den Lohn einer starken ersten Halbzeit. Und dass jetzt einige hier lachen und scherzen, wo wir gerade sieben Dinger gekriegt haben, dafür fehlt mir jedes Verständnis.“ Sprach’s im abschließenden Mannschaftskreis, drehte sich auf dem Absatz um und musste den Frust erst einmal verarbeiten.

In der Anfangsphase schienen die Pampower durchaus beeindruckt von der aggressiven, laufintensiven Spielweise des Gegners, leisteten sich eine ganze Reihe von Fehlpässen. Aber schon der erste konstruktive MSV-Angriff hätte fast gesessen. Einen artistischen Kopfball von Johannes Ernst lenkte Jens van Severen mit bärenstarker Parade über die Latte (12.). Im Gegenzug musste Denys Odzhukvu, der den Gästen mit seiner Schnelligkeit in der ersten Halbzeit gehörig zusetzte, eigentlich das 1:0 erzielen. Er brachte den Ball aber nicht an Ronny Losereit vorbei.

Der MSV-Keeper machte mit einer Geste deutlich, wie fair es insgesamt in dieser Partie zuging. Als die Boizenburger einen vielversprechenden Angriff abbrachen, weil ein gegnerischer Spieler verletzt liegen geblieben war, lief er weit aus seinem Tor, um dankend abzuklatschen (25.). Und als auf der anderen Seite seine Vorderleute kurz vor der Pause (42.) in einer ähnlichen Situation nicht adäquat reagierten, nahm er sie sich lautstark zur Brust: „Leute, das gehört sich nicht. Der Ball muss ins Aus.“

Zwischen diesen beiden Szenen lagen die drei Tore der ersten Halbzeit. Beim 0:1 ging es blitzschnell. Nach einer Kopfballverlängerung von Ernst legte Sturmpartner Rafael da Silva Cruz den Ball gegen eine ziemlich offene Aufbau-Deckung auf Erik Zschaubitz ab, der platziert ins lange Eck traf (30.). Wenig später gab Aleksander Majerz seine erste Visitenkarte im Aufbau-Trikot ab. Der 23-jährige Pole, der zuvor in Spanien und Zypern gekickt hat und dessen Spielfreigabe erst am Vortag eingetroffen war, ließ zwei Verteidiger schlecht aussehen und kam dann im Strafraum zu Fall. Für den Schiedsrichter eine klare Sache. Den fälligen Elfmeter verwandelte Patrick Bahl sicher (34.). Dass der Tabellenführer sofort die passende Antwort auf den Ausgleich hatte, war für MSV-Trainer Ronny Stamer „ganz wichtig für den weiteren Spielverlauf“. Auf Vorarbeit von da Silva Cruz ließ sich Johannes Ernst selbst von drei Abwehrspielern nicht vom Ball trennen und traf hoch ins kurze Eck zur erneuten Pampower Führung (37.).

Die zweite Halbzeit ist schnell erzählt. Mit haarsträubenden Fehlern leiteten die Boizenburger ihren „Untergang“ selbst ein. Dem 3:1 durch da Silva Cruz (54.) ging eine völlig missglückte Freistoß-Variante des Gegners in der MSV-Hälfte voraus. Beim 4:1 nutzte Arsen Tsagaraev sträflich freistehend die gute Vorarbeit von Erik Zschaubitz (57.), und nur eine Minute später stellte Torjäger Ernst nach einem katastrophalen Boizenburger Fehlpass noch einmal seine Extraklasse unter Beweis. Mit dem 5:1 im Rücken ließen es die Gäste verständlicherweise etwas ruhiger angehen. Sie beherrschten trotzdem klar das Geschehen und erhöhten durch den eingewechselten Dominik Nawrot (79.) und den zweiten Treffer von da Silva Cruz (82.) auf 7:1. Dass auf der anderen Seite Marcus Harder zumindest den Schlusspunkt setzen konnte (86.), war aus Boizenburger Sicht wenig tröstlich.

Die Aufbau-Kicker bekommen schnell die Gelegenheit, diese Pleite vergessen zu machen. Am Mittwoch steht bereits das nächste Heimspiel an. Allerdings stellt sich mit dem drittplatzierten FC Neubrandenburg ein weiteres Spitzenteam an der Elbe vor.

SG Aufbau Boizenburg: van Severen – Lüders, Klose (84. Marcus Harder), Alisch (65. Luck), Schien, Odzhukvu, Majerz, Owe, Bahl (65. Malte Harder), Lamer, Schnabl

MSV Pampow: Losereit – Reis, Looks, Drews, Zschaubitz (75. Nawrot), Finkenstein (60. Schlatow), Hasselmann, Finke (67. Höhn), Tsagaraev, da Silva Cruz, Ernst

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