Fussball : Das Team noch hungriger machen

Ganz dicht dran: Die Boizenburger (in Rot) zeigten bei der 1:2-Niederlage in Pampow auch spielerisch eine starke Leistung.
Ganz dicht dran: Die Boizenburger (in Rot) zeigten bei der 1:2-Niederlage in Pampow auch spielerisch eine starke Leistung.

Klassenerhalt bleibt das primäre Ziel von Fußball-Verbandsligist SG Aufbau Boizenburg / Trainer hält einstelligen Tabellenplatz für realistisch

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14. Juli 2019, 00:00 Uhr

Die Boizenburger Verbandsliga-Fußballer sind wieder am Rollen. „Wir hatten den Jungs bewusst vier Wochen Pause gegeben. Das war nach einer anstrengenden Saison aus unserer Sicht sinnvoll“, erklärte Aufbau-Trainer Alexander Lamer. Das bedeutet aber auch, dass für die Vorbereitung insgesamt nur ein Monat bleibt. Der Auftakt hat es in sich. Die Elbestädter starten am 3. August mit einem Heimspiel in die Punktspielserie 2019/20. Zu Gast in der Arena am Fliesenwerk ist um 14 Uhr Oberliga-Absteiger FC Anker Wismar. Bis dahin heißt es „Gas geben“. Dreimal die Woche wird trainiert. In den ersten Testspielen waren ein 3:3 beim SV Grün-Weiß Siebeneichen (nach 3:0-Führung) und zuletzt eine 0:4-Niederlage beim SV Scharnebeck zu notieren. Die Zielstellung für die neue Saison ist klar formuliert und verwundert wenig: „Wir wollen den Klassenerhalt frühzeitig sicher stellen, grundsätzlich nichts mit dem Abstieg zu tun haben.“ Das ist für Lamer aber wirklich nur das Minimalziel. Er möchte mehr erreichen, hält einen einstelligen Tabellenplatz für nicht unrealistisch.

Daran durften die Boizenburger schon in der zurückliegenden Spielzeit zumindest zeitweise schnuppern. Dass man statt des sportlich erreichten elften Platzes auf dem zwölften abschloss, war auf das „Bützow-Urteil“ zurückzuführen. Da der TSV nach Einschätzung von Sport- und Verbandsgericht in drei Spielen mehr als die drei erlaubten Nicht-EU-Ausländer eingesetzt hatte, wurden diese Partien aus Bützower Sicht jeweils mit 0:3 gewertet. Zu den Profiteuren zählte unter anderem der Grimmener SV, der dank der „geschenkten“ drei Punkte im Nachhinein noch an Aufbau vorbeizog. Dass die Boizenburger Differenz zum neuntplatzierten FSV Kühlungsborn mit zwölf Zählern doch sehr deutlich ausfiel, war vor allem dem Saisonfinale geschuldet. „Natürlich sind wir glücklich und zufrieden, weiter in der höchsten Landesspielklasse dabei zu sein. Es hat uns aber nicht gut getan, dass wir in puncto Klassenerhalt so früh durch waren. Da fehlte die Spannung, die auf diesem Niveau einfach Voraussetzung ist, wenn du erfolgreich sein willst“, ärgert sich Lamer noch immer über die abschließende Serie von sechs Niederlagen in Folge. Zugegeben, die Gegner hatten es in sich. „Und trotzdem war da mehr drin.“ Generell ist der Aufbau-Trainer der Meinung, dass das Potenzial noch längst nicht ausgereizt ist. „Wir müssen die Mannschaft auf jeden Fall hungriger machen.“ Er habe das Gefühl, dass die Verbandsliga für den ein oder anderen schon zur Selbstverständlichkeit geworden sei. Dabei gelte es, diese Tatsache immer wieder wertzuschätzen. „Hey, wir reisen als kleine Boizenburger durchs ganze Land, spielen gegen große Vereine und auf so guten Plätzen. Das ist eine Ehre.“ Die müsse man sich aber auch durch Wille, Ehrgeiz und Trainingsfleiß verdienen.

Die Saison hat für Lamer deutlich gemacht, dass sich das Team leistungsmäßig weiter entwickelt hat. Der nächste logische Schritt sei jetzt, die Favoriten nicht mehr nur zu ärgern, sondern in diesen Vergleichen auch endlich einmal etwas zu holen. Sein persönliches Highlight war die knappe 1:2-Niederlage beim späteren Meister und Oberliga-Aufsteiger in Pampow. „Da waren wir ganz dicht dran und haben uns auch spielerisch Respekt verdient.“

Er möchte von seinen Spielern künftig noch mehr Zutrauen in das eigene Vermögen sehen, statt safety first den entschlossenen Mut zum Dribbling und Torabschluss. „In puncto offensive Kreativität gibt es viel Luft nach oben. Wir haben einfach zu wenig Tore geschossen.“ Gleichzeitig stellt er klar, dass sich seine Mannschaft weiter als Kollektiv auszeichnen und weniger über große Individualisten definieren werde. „Das Gefüge passt sehr gut, auch außerhalb des Platzes.“ Eine weitere Stärkung genau dieses Gefüges erhofft man sich von den Neuzugängen. Vom Oberliga-Aufsteiger Pampow wechseln Mario Schilling und MSV-Urgestein Christoph Hasselmann an die Elbe, vom Oberliga-Absteiger FC Anker Wismar kommt Christian Okafor, vom VfL Lüneburg Felix Anders. Lucas Pfluger hat für den TSV Wietzendorf in der Bezirksliga Lüneburg gespielt. Aus dem eigenen Nachwuchs werden Christoph Fabel, Vico Keck und Leon Voss hochgezogen beziehungsweise an den Männerbereich herangeführt. Die beiden Letztgenannten sind parallel auch noch für die A-Junioren spielberechtigt.

Wer läuft nicht mehr im Aufbau-Trikot auf? Dominic Schnabl nimmt einen weiteren Anlauf beim MSV Pampow. Luca Ziemann wechselt zum TuS Neetze, Dominik Nawrot und Aleksander Majerz haben den Verein mit unbekanntem Ziel verlassen. Jens van Severen hat seine Laufbahn beendet. Die Routiniers Patrick Alisch und Malte Harder stehen für Notfälle weiter zur Verfügung.

Testspiele der SG Aufbau Boizenburg

18. Juli, 19.30 Uhr: Breitenfelder SV – SGA

20. Juli, 13 Uhr: TSV Empor Zarrentin – SGA

26. Juli, 18.30 Uhr: SGA – FC Hansa Rostock II

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