handball : Boizenburger Handball in Gefahr?

Die Boizenburger machten in Güstrow deutlich, was sie wollen: weiter Handball spielen.
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Die Boizenburger machten in Güstrow deutlich, was sie wollen: weiter Handball spielen.

Sollte Ausnahmegenehmigung für Start in Schleswig-Holstein vom MV-Verband nicht verlängert werden, sieht man an der Elbe schwarz

svz.de von
31. März 2014, 23:00 Uhr

„Soll der Boizenburger Handball sterben?“, haben die Ballsportler aus der Elbestadt einen Leserbrief überschrieben, mit dem sie sich an die SVZ gewandt haben. In Auszügen heißt es darin: „Seit elf Jahren nehmen die Handballer der Boizenburger Vereine SG Aufbau, SG Motor und AlBa 93 mit Einverständnis des Handballverbandes Mecklenburg-Vorpommern am Spielbetrieb in Schleswig-Holstein teil. Der Antrag wurde vor allem aus wirtschaftlichen Gründen gestellt, die sich durch die geographische Lage Boizenburgs erklären. Fahrwege von bis zu drei Stunden und die daraus entstehenden Kosten waren den mehr als 100 Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern als ,Transportunternehmern’ nicht zumutbar. In Schleswig-Holstein ist dieser Aufwand wesentlich geringer. Ihre Verbandsabgaben entrichten die Boizenburger seitdem sowohl in MV als auch in Schleswig-Holstein. Nun gab es bereits im Vorfeld der laufenden Saison Bestrebungen, die Sonderregelung zu kippen. Es kam zu einer Zusammenkunft mit dem Vizepräsidenten des HVMV, Thomas Schweder, und den Verantwortlichen des Bezirksverbandes West. In Garwitz wurde die Boizenburger Sichtweise ausdrücklich akzeptiert. Doch inzwischen scheint das alles nicht mehr wahr, soll die Regelung zum Saisonende auslaufen. Bei den Boizenburgern ist der Eindruck entstanden, dass nicht mit offenen Karten gespielt wird. Fakt ist, es geht darum, eine für alle Beteiligten annehmbare Lösung zu finden. Sonst wird es über kurz oder lang keinen Handball in Boizenburg mehr geben. Kindern und Jugendlichen würde ein sinnvolles Freizeitangebot genommen, die jahrelange ehrenamtliche Arbeit der Trainer mit Füßen getreten. Das kann es doch nun wirklich nicht sein.

Seitens des schleswig-holsteinischen Handballverbandes wurde grünes Licht für eine weitere Zusammenarbeit gegeben. Auch von politischer Seite, vom Bürgermeister und den Fraktionen der Stadtvertretung, werden die Boizenburger Handballer unterstützt. Vor dem Hintergrund, dass ein anderer Verein aus der Region weiterhin mit einer Sondergenehmigung des MV-Verbandes teilweise in Schleswig-Holstein spielen darf, erscheint die Entscheidung erst recht unverständlich.“

Um  ihren Unmut noch einmal kund zu tun, ist eine Abordnung der Boizenburger Handballer zur Präsidiumssitzung des Handballverbandes Mecklenburg-Vorpommern nach Güstrow gefahren. Es kam zu einem kurzen Gespräch mit dem Verbandspräsidenten Wolf-Dieter Schmidt, der nach Aussage der Boizenburger angekündigt hat, sich um Ostern herum mit den Boizenburger Vereinen zusammensetzen zu wollen. Parallel haben sich die Elbestädter mit einer ausführlichen Schilderung ihres Anliegens an den Vizepräsidenten des Deutschen Handballbundes (DHB), Bob Hanning, gewandt. Der hat sich daraufhin telefonisch beim Elternvertreter der Boizenburger Handballer, Volker Prantke, gemeldet und versichert, sich einerseits in diesem konkreten Fall einsetzen zu wollen und die Problematik andererseits an den Jugendausschuss des DHB zu übergeben, mit dem Ziel, eine bundesweite Lösung anzustreben. Denn das Beispiel Boizenburg dürfte kein Einzelfall in der deutschen Handball-Landschaft sein.

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